In Mostar und zur Buna-Quelle

Für heute haben wir uns viel vorgenommen. Beim Aufwachen trippelt es noch etwas auf unser Womo-Dach, das lässt aber zum Glück schnell nach.
Gestärkt und frisch geduscht erkundigen wir uns bei dem netten Campingplatzbesitzer nach dem Busfahrplan. Denn das Womo bleibt heute stehen.
9:45 kommt der nächste Bus nach Mostar, unser Ziel. Pünktlich wie es sich gehört für deutsche Landsmänner und -frauen stehen wir 9:35 parat.
Begleitschutz auf dem Weg zur Haltestelle.
Begleitschutz auf dem Weg zur Haltestelle.
Aber ihr könnt es euch sicher denken, das mit der Pünklichkeit wird hier etwas lockerer gesehen. Nach 15 Minuten ist endlich ein gelber Bus zu sehen.
Doch der fährt einfach weiter, voll besetzt mit Schulkindern. Nun gut. Nach und nach kommen jetzt aber doch noch andere Fahrgäste zur Haltestelle, die so gar nicht als solche zu erkennen ist. Muss man eben wissen. Also warten wir weiter.
Zeitvertreib
Zeitvertreib
Um 10:15 kommt der Bus dann doch noch. Die Erwachsenen zahlen 1€ für die Fahrkarte und los geht’s. Nach kurzer Zeit spricht uns eine Frau auf deutsch an und wir kommen ins Gespräch. Sie erklärt uns, wo wir aussteigen müssen und beschreibt uns den Weg.
Nach 20 Minuten Fahrt in Mostar angekommen, laufen wir ein Stück zu unserem eigentlichen Ziel. Auf dem Weg dorthin kommen wir an Häusern vorbei, denen man die Geschenisse der Vergangenheit ansieht.
Schon auf der Busfahrt sind uns die vielen unendlich groß wirkenden Friedhöfe aufgefallen. Mit einem Kloß im Hals gehen wir weiter.
Und plötzlich stehen wir im absoluten Touri-Gewimmel. In engen Gassen reiht sich ein Geschäft an das nächste. Jede Menge schöne und weniger schöne Souvenirs werden hier angeboten.
Weswegen sind wir denn nun alle hier?
In Mostar überspannt die Stari Most ( zu deutsch Alte Brücke) den Fluss Neretva und verbindet somit den mehr bosniakisch, also osmanisch geprägten Ostteil mit dem mehr kroatisch geprägtem Weststeil.
Sie wurde im 16. Jahrhundert erbaut und 1993 im Bosnienkrieg vollkommen zerstört.
Sie gilt seit Jahrhunderten als die symbolische Brücke zwischen Ost und West, nicht nur zwischen der Welt des Christentums und der islamischen Welt, sondern auch zwischen den katholischen Kroaten und orthodoxen Serben.
Von 1995 bis 2004 wurde sie wieder aufgebaut mit der Unterstützung der UNESCO, der Weltbank und vor allem der Türkei. Das merkt man auch. Vieles hier erinnert uns an unsere Reise durch die Türkei und scheinbar pilgern auch viele Türken hierher.
Von der 20 Meter hohen Brücke springen im Sommer junge Männer. Das hat hier seit 1664 Tradition und seit 1986 gibt es hier jedes Jahr einen Wettbewerb. Tatsächlich kommen wir auch in den Genuss einem Mutigen bei seinen Sprung in den eiskalten Fluss zu zusehen.
Nun aber genug zur Geschichte. Hier ein paar Impressionen.
Wir schlendern noch ein bisschen durch die wirklich schönen Gassen und finden ein nettes Lokal für ein Mittagspäuschen.
Oh das war fein. Zum Schluss beim Bummeln noch ein Eis und wir machen uns wieder zurück zur Bushaltestelle. Auch diesmal müssen wir warten, warten, warten.
Im Bus werden wir direkt wieder von einer jungen Frau auf deutsch angesprochen, ob sie uns weiterhelfen kann. Kurz darauf steigt auch die andere Frau von der Hinfahrt dazu, na man kennt sich hier jetzt eben :-))
Wir fahren an unserem Campingplatz vorbei weiter nach Blagaj. Von dort laufen wir noch ca. 15 Minuten zur Buna-Quelle.
Diese Karstquelle entspringt am Höhlenmund einer 200 Meter hohen Felswand und zählt zu den größten Europas. Ein türkischer Sultan war so beeindruckt, dass er dort ein Kloster bauen ließ.
Nun sind wir aber ganz schön platt. Noch ein ganzes Stück geht es wieder bergauf und wir stehen mal wieder an der Bushaltestelle. Nach einer halben Stunde kommt ein Bus, aber der Fahrer teilt uns mit, dass der nächste Bus erst in 30 Minuten fährt. Nee, nee solange können wir mit den beiden Kleinsten nicht nochmal hier stehen.
Wir beschließen, loszulaufen. So weit war es doch gar nicht, oder?
Die Sonne kommt nun doch raus und wir fangen an zu brutzeln. Die Motivation der Kinder nach einem solchen Tag, könnt ihr euch sicher denken, ist am Tiefpunkt. Also geht es Huckepack zurück. Kurz vorm Ziel überholt uns der Bus dann doch noch. Aber Hallo? 2€ für die Fahrkarten gespart und die Kalorien vom Mittagessen wieder abgelaufen.
???
???
Benni geht erstmal unter die Außendusche, ich leg die Füße hoch. 
Im Supermarkt an der Straße hole ich mit Klaas noch ein bisschen Gemüse, zum Verhängnis wird mir mal wieder die Waage, aber die Mitarbeitern nimmt mir das freundlicher Weise ab :-)
Nach dem Abendbrot streifen wir noch ein bisschen durch die Gegend und fallen abends ins Bett.

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu-Mama-Oma (Donnerstag, 19 April 2018 18:39)

    Ihr Lieben, ein wirklicher spannender Block. Ich habe erstmal Gänsehaut bekommen, da ich nicht geahnt habe, dass der Krieg nach über 20 Jahren noch so sichtbar ist. Ich hatte damals viele Familien in der Kita. Die Bilder sind aber wunderschön-ein schönes Fleckchen Erde. Heute habt ihr bestimmt gefaulenzt-oder??? Ich denke an Euch und wünsche Euch einen schönen Abend und Nacht