Auf nach Albanien

Guten Morgen Sonne! Guten Morgen Meer! Guten Morgen Sandstrand! Guten Morgen Mücken!!! 
Und so viele davon. Wir flüchten ans Wasser und genießen den 11 Kilometer langen Strand allein.
Wir überlegen, ob wir noch eine Nacht hier bleiben, entscheiden uns dann aber doch dafür, weiterzuziehen. Eigentlich echt nur wegen der Mücken. Die können einen aber auch um den Verstand bringen, die Biester...
Nun ja, das war es dann für uns mit Montenegro. Das nächste Land liegt vor uns und wir sind gespannt.
Nochmal vollgetankt treten wir den Weg an nach Albanien.
Noch in der Stadt gleich die erste Baustelle. 
Ich so: „Na toll! Aber guck mal, die fahren alle da lang!“ Und Benni gleich hinterher. Es folgen 7 Minuten pure Adrenalinausschüttung. Die Straße total eng, super steil, Gegenverkehr. Aber wir bewältigen alle Krisen, haben ein paar graue Haare mehr und sind wieder auf der Hauptstraße. 
Dit war dit. Können wir ja endlich weiter!
Aber auch die „große“ Hauptstraße, die nun zur Grenze führen soll, kommt uns merkwürdig vor.
Kein Verkehr, auch recht schmal, aber es gibt nun mal keine andere. Nach ein paar Kilometern wechselt sich der Asphalt ab mit Schotter, hinzu kommen Löcher und irgendwie fahren wir kurz darauf durch eine Baustelle. Die Bauarbeiter sind uns freundlich gesonnen, winken und lächeln. Na dann wird das hier wohl richtig sein.
Plötzlich ist die ganze Straße gesperrt und die Umleitung führt einen steilen Hang hinauf. Nun fragen wir mal doch lieber nach: „Äh sorry, road to albania?“ - eifriges nicken - „with this car? Is this possible?“ - wieder nicken. Nun gut, auf ins Abenteuer!
Oh man, ich sag euch, das war kein Vergnügen. Einspurig, kurvig, steil, total verlassen. Der Umweg kostet uns bestimmt ne Stunde und viele Nerven, ABER wir kommen an.
Die Grenzkontrolle ist schnell erledigt. Nur 3 Autos vor uns. Pässe, grüne Versicherungskarte und Fahrzeugschein wird verlangt.
Direkt hinter der Grenze sitzen Frauen mit ihren Kindern und halten die Hand auf.
Auch auf den nächsten 30 Kilometern, die wir fahren, können wir nicht leugnen, dass man dem Land die Armut ansieht. 
Bitte versteht uns nicht falsch. Wir fühlen uns keineswegs unwohl oder gar ängstlich. Es ist nur eben einfach anders hier und wir müssen uns erst daran gewöhnen.
Aber viele winken uns freundlich zu und scheinen sich über „Touristen“ zu freuen.
Wir steuern direkt unseren Campingplatz an und der ist echt ne Wucht.
Alles ist ganz neu und sauber. Ein schönes Gelände am See mit eigenem Restaurant, Sonnenliegen und Spielplatz.
Hier scheint ein geheimer Treffpunkt zu sein für allerlei Weltenbummler.
Wir fühlen uns wie im Himmel. Es sind knapp 30 Grad, wir holen unser Paddel raus und los geht’s.
Abends wird noch lecker gespeist für wenig Geld und wir sind rundum zufrieden. Hier bleiben wir wohl ein paar Tage und bleiben in dieser Seifenblase, in der alles perfekt scheint.

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu (Samstag, 28 April 2018 17:38)

    Oh man, da habt ihr euch das Paradies nach der Fahrt reichlich verdient!!!!! Die Bilder sind wunderschön. Viel Spaß beim Verweilen:)