In Shkodra

Hach, also gestern war ja mal richtig schön. Wisst ihr, was wir gemacht haben?
Nüscht! Wir sind gewandelt zwischen Strand, Wasser, Spielplatz und Womo.
Herrlich! 30 Grad bei Sonnenschein. Der Shkodra-See bringt Abkühlung. Wir paddeln ein bisschen Richtung Montenegro, denn durch den See verläuft die Grenze.
Gegen Abend bewölkt es sich und in der Ferne gibt es ein mächtiges Gewitter.
Wir sitzen im Dunkeln in unserem Wohnmobil und beobachten in den Bergen das Spektakel mit 1000 Blitzen.
Es nützt ja alles nichts, wir müssen heute mal unser Idyll verlassen. 
Hier auf dem Platz können wir alles inkl. Restaurant in Euro bezahlen, aber trotzdem brauchen wir Geld und auch unsere Vorräte sind aufgebraucht. Also raus in die Realität.
Mit offenen Augen und Geist saugen wir alles in uns auf. Albanien ist so anders als alles andere bisher. Kontrastreicher könnte es nicht sein. Pferdekarren neben Mercedes, so alt und traditionsreich neben so jung und modern, Kirche neben Moschee, für unseren kompletten Vorrat an Obst und Gemüse zahlen wir 4€, der Liter Diesel kostest 1,36€.
Verkehr. Oh man, der Verkehr. Hauptverkehrsmittel ist das Fahrrad. In keiner anderen Stadt haben wir so viele Fahrräder im Straßenbild gesehen. Dazwischen reiht sich alles ein, was Räder hat. Wer zuerst an der Kreuzung oder am Kreisverkehr ist, fährt halt auch zuerst. Durchsetzungsvermögen und Hupe ist gefragt.
Die Parkplatzsuche gestaltet sich sehr schwer. Letztendlich stehen wir in einer langen Reihe mit anderen Autos im Halteverbot. Als wir wieder kommen, stehen wir allein da. Na hoffentlich hat’s keiner gesehen.
Wir laufen durch die Einkaufsmeile. Holen endlich Geld. Das Portmonee wird ganz schön voll. Von den 30.000 (in Worten: dreißigtausend) Lek kaufen wir erstmal ein Eis. Das Stadtbild ist geprägt von vielen jungen Menschen, da es hier auch eine Universität gibt. Immer wieder betteln uns Roma-Kinder nach Geld an. Die Situation ist uns unangenehm, aber wir nehmen es hin.
Wir besorgen uns eine SIM-Karte und sind nun stolze Besitzer von 6GB Datenvolumen für 8,50€.
So, nun aber nochmal ins Verkehrsgetümmel zum Supermarkt. Dort gibt es alles, außer Obst und Gemüse. Also am nächsten Marktstand nochmal angehalten. Wie schon erwähnt, bekommen wir eine große Tüte voll mit Obst und Gemüse für 4€.

Den Nachmittag verbringen wir wieder gemütlich. Nach soviel Gewimmel, sind wir froh, einfach wieder auf unseren Campingplatz zurückzukehren. 
Beim Paddeln sehen wir im See sogar eine Wasserschildkröte. Die Kamera war leider nicht zur Hand.
Apropos Schildkröte. Habt ihr die beiden Turtels auf dem Foto oben gesehen? Die lagen da einfach so in einem Fahrradkorb und nach längerer Betrachtung, kam ein Mann und wollte sie uns für 5€ verkaufen. Skurril. Eigentlich hätte ich sie gern gekauft und dann wieder frei gelassen, aber das wird wohl an der künftigen Situation für die Schildkröten nichts ändern.

Und dann treffen wir doch tatsächlich noch auf unserem Campingplatz „alte Bekannte“, die wir aus unserer ersten Kroatienwoche kennen. Erinnert ihr euch noch? Die Familie, die auch mit 2 kleinen Kindern 3 Monate unterwegs ist. Die Welt ist dann doch so klein, ich sag’s euch.
Euch noch einen entspannten Sonntag!
Wir essen jetzt Kartoffeln mit Tzaziki :-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Opa (Sonntag, 29 April 2018 19:56)

    Na dann mal guten Appetit. Ist doch ein echt schönes Plätzchen was ihr da gefunden habt. Da schmeckt der Tzaziki bestimmt viel besser. Waren heute bei Oma und haben ihr die neuesten Bilder von euch gezeigt. Sie ist sehr interessiert und freut sich immer ganz doll mit euch. Ganz liebe Grüße.
    Benni, ich bin gestern übrigens das erste mal meinen Halbmaraton gelaufen. Knappe 2h30min hab ich gebraucht, nicht schlecht oder? War aber auch recht knülle (bin es eigentlich immer noch).
    Und nun grüßt du mal wieder alle von mir und ich freu mich schon auf den morgigen Bericht. Euer Opa