Übernachten am Strand, Kap Rodon und Dürres

Dienstag 1. Mai, Mittwoch 2. Mai, Donnerstag 3. Mai 2018

Entschuldigt bitte, dass wir euch so lange auf dem Trockenen sitzen gelassen haben. 
Zum einen war 2 Tage nicht viel los, zum anderen ist das mit der Internetverbindung nicht immer ganz so optimal. Da sitzt man mal eben 5 Minuten um 1!!! Foto hochzuladen. Arrgh!

Also raus aus der Bequemlichkeitszone fahren wir ca. 60 Kilometer weiter. Man mag es kaum glauben, die Kilometer fliegen nur so dahin. Die Straße ist top. 
Ist schon noch ein Stück bis nach Hause.
Ist schon noch ein Stück bis nach Hause.
Unser Ziel ist eine Bunkeranlage am Strand. Von denen gibt es in ganz Albanien über 200.000. Sie stammen aus der Zeit der kommunistischen Diktatur unter Enver Hoxha. 
Nachdem Albanien 1961 mit den sozialistischen Staaten Osteuropas gebrochen hatte und 1968 aus dem Warschauer Pakt ausgetreten war, fürchteten die Machthaber in Tirana, dass auch Albanien von den ehemaligen kommunistischen Verbündeten besetzt werden könnte.
Von diesen widerstandsfähigen Bunkern bestehen heute fast noch alle und werden teilweise genutzt als Wohnraum oder aber auch Bars, Cafés oder ähnliches.
Die von uns angestrebte Bunkeranlage scheint auch irgendwie besetzt/bewohnt zu sein. So recht trauen wir uns nicht rein und fahren direkt zum Strand weiter.
Da gefällt es uns so gut, dass wir einfach da bleiben und einen Strandtag einlegen mit anschließender Übernachtung.
Mehr Einsamkeit und Freiheit geht nicht mehr!
Noch Fragen?
Noch Fragen?
Um 7:30 am nächsten Morgen sind wir weit und breit die einzigen Menschen......und machen erstmal einen Strandspaziergang noch vor dem Frühstück. Augen auf, im Schlafanzug an den Strand. Kann es was Schöneres geben?
Gegen Mittag brechen wir auf.
Vorbei an einer selbstgebastelten Fischfanganlage und auch sonst gibt es wieder einiges zu entdecken.

Feierabend!
Feierabend!
Neulich auf der Autobahn...
Neulich auf der Autobahn...
Wir wollen zum Kap Rodon, dass weit ins Mittelmeer ragt, eine schöne Basilika zu besichtigen hat und einen netten Wanderweg ums Kap.
Aber irgendwie ist es doch wieder ganz schön heiß und so treibt es uns wieder Richtung Strand. Diesmal sind wir aber ganz schön überrascht, denn fast der ganze Strand ist zugebaut mit Hotels und Restaurants. Die Hauptstadt Tirana und die nächstgrößere Stadt Dürres sind nicht weit und diese Gegend dient seit Kurzem als Erholungsgebiet für die Großstädter.
Nun ja, ein Plätzchen unter Pinien finden wir aber noch und genießen abermals die Vorsaison, in der hier nichts los ist. Den Strand haben wir trotzdem für uns allein inklusive Hunderter Strandliegen und Sonnenschirme. Kostenlos versteht sich :-))
Am nächsten Tag also heute (Donnerstag) ist es dann total bewölkt und ein paar Regenschauer sind angesagt. Für uns aber gutes Wanderwetter. Es liegen noch gute 20 Kilometer Fahrt vor uns bis zur Spitze.
Der Bodenbelag gestaltet sich, sagen wir mal sehr abwechslungsreich. Loch an Loch und hält doch. Dann wieder ganz neu geteert und plötzlich nur noch Schotterpiste. Dazu wieder einspurig und kurvig. Durchschnittsgeschwindigkeit 25 km/h. Das zieht sich. 
Irgendwie stehen wir auf einmal im Sand und gehen dann doch mal lieber das nächste Stück zu Fuß ab.
Fast schon etwas erleichtert, stellen wir fest, dass uns eine Baustelle den kompletten Weg versperrt. Somit wird uns zumindest die Entscheidung abgenommen, ob wir die Strecke wirklich befahren sollten mit unserem Womo.
Das kommt dann also mit auf die Liste für unsere nächste Albanienreise. Genauso wie das bergige Hinterland im Norden. Es ist einfach noch nicht alles erschlossen und vieles nur mit Offroadmobilen zubefahren. Aber genau das macht Albanien ja so spannend für viele. Es ist eben unbequem, aber für Abenteurer ein wahres Paradies.
Aber es wird Leute! Ich sag’s euch. Wer das ursprüngliche Albanien noch kennen lernen möchte, der sollte sich beeilen. Die touristischen Pfade werden gerade erst ausgetreten und wir treten mit ;-)
So, ein neuer Plan muss her. Dann fahren wir eben doch nach Dürres. Stand eigentlich nicht auf unserer Sightseeingtour, aber nun ist ja gerade ein Platz frei geworden.
Nun gibt es tatsächlich mal ein Stück Autobahn. Aber die ist auch echt der Kracher. Eigentlich nur auf der linken Spur befahrbar, rechts hunderte von Schlaglöchern. Wir verpassen eine Abfahrt und finden uns auf einer alten Brücke wieder, bei der man einfach nur hofft, dass sie nicht einstürzt, während man rüber fährt. Ist aber trotzdem ganz schön was los.
Dürres ist die wichtigste Hafenstadt in Albanien. Von dort aus geht es rüber nach Italien.
Wir haben uns ein Amphitheater vorgenommen. Das wurde 1966 einfach so gefunden, als jemand einen Weinkeller bauen wollte. Dann wurde es komplett frei gelegt und nun kann es besichtig werden.
Wir stöbern durch die unterirdischen Gänge.
Wir schlendern durch die Stadt wieder zurück zum Womo, allzu viel gibt es nicht zu sehen, aber irgendwie ist es trotzdem ganz nett. Im Eisladen schlagen wir nochmal richtig zu. 6 Kugeln für 2,40€. Zusammen!!! In Schweden bekommst du dafür eine Kugel. Na dann wissen wir ja, wovon wir uns die nächsten Wochen ernähren :-)
Heute wieder viel los auf den Straßen.
Heute wieder viel los auf den Straßen.
Schnell noch was eingekauft und dann geht es zum Campingplatz. Die Besitzerin spricht italienisch mit uns, aber da wir mehr italienisch als albanisch sprechen, können wir uns einigen und der Platz ist echt der Hammer. Bilder gibt es morgen, da soll nämlich wieder die Sonne scheinen. Der Nachmittag ist leider total verregnet und wir verbringen die meiste Zeit drinnen.
Aber eine Sache noch. Vorhin auf der Suche nach einer guten Internetverbindung streifen wir so im Dunkeln über den Platz und stehen plötzlich in einem Meer aus Glühwürmchen. Ich wusste gar nicht, dass es die wirklich gibt. Sooooo schön!!!

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Kommentare: 2
  • #1

    Tante jule (Freitag, 04 Mai 2018 10:49)

    Meine Güte ihr macht echt spannende Fahrten mit eurem Womo. Ich würde wohl jedes Mal einen Schweißausbruch bekommen, wenn ich mit so einem Auto auf solche engen kurvigen einspurigen und löchrige Straßen fahren müsste.
    Und abends noch Glühwürmchen, wie toll. Gibts davon auch ein Foto? Bin gespannt auf die nächsten Fotos :)

  • #2

    Manu-Mama-Oma (Freitag, 04 Mai 2018 13:16)

    Da gebe ich Jule recht-schon recht abenteuerlich eure Fahrten-aber auf euer Womo ist ja Verlass. Der Bericht ist wieder ganz spannend und schön. Genießt wirklich Ruhe und Einsamkeit-wir lassen uns hier viel zu sehr von der Hektik der Stadt treiben. Liebe Grüße an alle:)