Mavrovo Nationalpark

Mittwoch 23. Mai, Donnerstag 24. Mai

Ach weil’s so nett ist auf dem Platz bleiben wir einfach noch eine Nacht. Jeden Morgen bekommen wir Kaffee serviert frei Haus. 10€ zahlen wir nur pro Nacht, sind direkt am Wasser und es gibt ein großes Trampolin. Eine junge Familie ist auch da, diesmal sogar aus Berlin.
Das Paddel wird rausgeholt und eine kleine Runde auf dem Ohridsee gedreht. Das Wasser ist aber ganz schön kalt.
Dann fahren wir nochmal los. Wir müssen einkaufen. Im nächsten Ort finden wir einen kleinen Supermarkt und schlagen voll zu. Es gibt so viele Sachen, die wir schon lange nicht mehr gegessen haben, weil es sie in Albanien einfach nicht gab. Eigentlich haben wir nicht wirklich was vermisst, aber jetzt wo es wieder zur Verfügung steht, greifen wir zu. Allerdings wird es dann an der Kasse auch wieder etwas teuer, aber nicht wesentlich.

Am nächsten Morgen brechen wir auf. Wir haben nun, anders als bisher, keinen extra Wohnmobilreiseführer mehr und es gibt auch in ganz Mazedonien nur eine handvoll Campingplätze. Wir haben einen normalen Reiseführer und schlagen uns jetzt mehr oder weniger auf eigene Faust durchs Land.


Wir wollen in ein kleines Bergdorf nahe Ohrid. Unser Navi führt uns irgendwie einen anderen Weg, wie wir später feststellen und so finden wir uns plötzlich in super engen Straßen wieder. Nun geht es auch noch bergauf und wir hoffen einfach nur, dass kein Gegenverkehr kommt.
Ein paar Angstattacken später kommen wir aber heil auf der Hauptstraße an, parken das Womo bei erst bester Gelegenheit und gehen 
den Rest lieber zu Fuß. 
Eine sehr gute Entscheidung wie wir sofort feststellen. Vevanci ist ein ganz ursprüngliches Bergdorf, welches sich aber einen kleinen Namen für Touristen gemacht hat und Restaurants und Zimmer anbietet. Es wirkt gepflegt und liebevoll gestalten. Am oberen Hang gibt es eine Quelle und über ein paar Stege kann man dem Wasserlauf ganz idyllisch folgen. Wir machen einen netten Spaziergang und eine Dorfbewohnerin knüpft für Lenny und Klaas Namensbändchen. Wir finden die 1,50€ sind wirklich gut angelegt. Sie ist total nett und macht den beiden hübsche Armbändchen.
Klaas wartet auf sein Armband
Klaas wartet auf sein Armband
Auf dem Weg wieder runter überfällt uns der Hunger. Nun gut mazedonische Küche haben wir ja noch gar nicht ausprobiert.
Wir finden ein total niedliches kleines Restaurant, werden sogar mit Handschlag begrüßt. Das Essen ist super lecker und genauso günstig, wie zuletzt in Albanien. Die Menükarte ist auch fast die gleiche. Das liegt aber auch zum Teil daran, dass hier im Westen sehr viele Albaner leben. Es wird auch fast nur albanisch gesprochen. So können wir uns also langsam entwöhnen :-)
Wir entschließen uns eine etwas abgelegenere Route zu nehmen und sind später wahnsinnig froh darüber. Die Landschaft ist wunderschön. Wir durchqueren eine enge Schlucht, durchfahren urige Wälder und haben weite Ausblicke auf schneebedeckte Berge. Wir fahren die ganze Zeit entlang des Gebirges, welches die Grenze zu Albanien bildet. Wir sind im Mavrovo Nationalpark.
Im Reiseführer finden wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. 20 Minuten nur, na das machen wir mit. 
Aber wie schon gesagt, den Weg dahin und den Parkplatz müssen wir uns selbst suchen. 
Und wieder wird es schmal und kurvig. Wir trauen uns irgendwie nicht recht weiter. Unsere Hilflosigkeit steht uns ins Gesicht geschrieben. Ein Auto hält an und ein junger Mann bietet uns sofort auf deutsch seine Hilfe an. Also noch 100 Meter weiter. Dort können wir parken. Das machen wir, aber eigentlich ist unser Womo zu groß für den Platz am Straßenrand. Es hält nochmal einer an, der uns noch ein Stück ins Dorf schicken will, aber wir haben für heute genug von engen Dorfgassen. Kurzerhand räumen Benni und ich noch ein paar Steine aus dem Weg und dann passt es einigermaßen. Ein LKW, der an uns vorbeidonnert, bringt den Beweis. 
Also für alle nachfolgenden Womos ist dann genug Platz :-)
Hm, vielleicht schreiben wir ja den ersten Womo-Reiseführer für Mazedonien.
Nun aber los zum Wasserfall. Bergauf, bergab usw. laufen wir durch einen Wald, der fast schon ein bisschen an einen Dschungel erinnert und werden am Ende zwar nass aber mit einem schönen Exemplar an Wasserfall belohnt. 

Zurück am Womo geht sie dann los die Schlafplatzsuche. Eigentlich wollten wir ganz woanders hin, aber das schaffen wir nun nicht mehr. Es ist schon 18 Uhr.
Nur ein paar Kilometer weiter gibt es ein wunderschönes, hier ganz bekanntes Kloster. Und tada! Vor dem Kloster können wir auf dem großen Parkplatz tatsächlich übernachten.
Wir gehen noch hinein und staunen nicht schlecht, ein wirklich schöner Ort. Am Eingang muss ich mir einen Rock umwickeln, Frauen dürfen nicht in Hosen eintreten. 
Wir schauen uns um und fragen, ob wir hier schlafen können, da für Reisende Zimmer angeboten werden. Leider ist keins mehr frei. Heute ist irgendein Feiertag und daher das Kloster gut besucht. Schade! Aber wir dürfen gern auf dem Parkplatz übernachten.

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