Prizren und Mirusha-Wasserfälle

Sonntag, der 27. Mai 2018

Richtig gut geschlafen haben wir. Lenny und Klaas schlafen bis 8:15. Das gab’s noch nie. Nun sind wir fit für eine Stadtbesichtigung. Heute tun wir mal so, als wären wir Touristen und lassen uns mit einem dieser kleinen Stadtzüge durch Prizren fahren :-))
Wir kommen uns ein bisschen blöd vor, aber irgendwie macht es auch echt Spaß. Den Kindern vor allem.
Prizren war und ist eine der ältesten und wichtigsten Städte im Kosovo. Sie war religiöses Zentrum der serbisch-orthodoxen Kirche und später während der osmanischen Zeit auch des Islams.

Es gibt eine hübsche kleine Altstadt, alte Brücken, Kirchen und Moscheen. Allen voran die Sinan-Pascha-Moschee. Diese schauen wir uns mal genauer an. Das ist für uns das erste Mal. Bisher waren wir immer nur an Moscheen, in die wir uns nicht so recht reintrauten, weil wir unbeholfen waren, wie wir uns zu kleiden haben. Aber diesmal stehen draußen Schilder bzw. hilft uns eine Frau am Eingang. Also Schuhe aus und rein. Für mich gibt es noch ein Tuch um die Schultern, andere Frauen müssen allerdings auch Kopftücher tragen. Ich weiß nicht, wo der Unterschied liegt und wieso ich keines tragen brauch.
Die Wandmalereien sind super schön anzusehen. Es gibt keine Sitzmöglichkeiten, gebetet wird auf den Knien und das tun auch nur die Männer.
Wir setzen uns noch in ein kleines Lokal und für 12€ werden alle satt. Und so lecker schmeckt es hier.
Dann fahren wir weiter. Es geht sogar ein Stück auf der Autobahn. Die ist wirklich in einem Topzustand, bloß herrscht recht wenig Verkehr.

Wir wollen zu den Mirushawasserfällen. Die letzten Kilometer sind Schotterpiste und es geht steil bergab. Angekommen ist es ein idyllisches Plätzchen, aber total voll. Es ist Sonntag, schönes Wetter, alle sind draußen. Es gibt auch noch 2 kleine Restaurants und somit ist es ein ideales Ausflugsziel.
Überhaupt kommt uns Kosovo total jung vor. Ob auf dem Land oder in Stadt, man hat das Gefühl, die Jugend dominiert das Bild. Vor allem junge Männer sind in Gruppen unterwegs. Frauen sieht man eher weniger und meist nur zusammen mit der Familie. Ganz so streng ist es aber nun auch wieder nicht. Es gibt schon auch Mädels, die top gestylt die Stadt unsicher machen.
Generell hat man auch eher das Gefühl, die Leute seien hier etwas wohlhabender. Viele haben teure Autos, oftmals auch mit deutschem Kennzeichen. Viele Häuser sind neu gebaut und sehr modern. Armuti st aber auch sichtbar, vorwiegend bei älteren Menschen.

Also nun aber mal zurück zu den Wasserfällen. An einem steilen Hang geht es noch ein Stück bergauf zu klettern, sodass man auch oberhalb der Wasserfälle einen Ausblick bekommt. Der Weg kostet mich einige Nerven. Nicht mal zum Filmen kommen wir, weil alle Hände und Füße im Einsatz sind. 
Einige der jungen Kosovaren stürzen sich sogar am Wasserfall in die Tiefe des Sees. Mutig, mutig!!
Was gar nicht schön ist, ist der viele Müll, der überall einfach achtlos zurückgelassen wird. Es gibt überhaupt kein Umweltbewusstsein. Das ist einfach traurig und hässlich.
Zurück am Womo überlegen wir kurz, ob wir hier schlafen, aber es ist uns einfach noch zu voll. Blöd, dass wir sonntags hier gelandet sind.
Die Schotterpiste bergauf bringt dann Benni noch ins zusätzliche Schwitzen. Ein paar mal drehen die Reifen durch, aber wir packen es und kommen vom Fleck.
Wir finden ein Plätzchen 10 Kilometer weiter an einem Restaurant mit riesiger Poollandschaft, die aber gerade noch auf Vordermann gebracht wird. Schade, das wär jetzt genau das Richtige. Sind’s doch heute bestimmt 30 Grad. 
Wir fragen nach, ob wir hier parken können über Nacht und das ist kein Problem. Wir parken so ein, dass wir unsere Außendusche nutzen können und so kommen wir dann doch noch zu unserer Abkühlung:-)

Übrigens durchfahren wir auf unserem Weg 2x ein Dorf, welches sich scheinbar insgeheim einen kleinen Wettbewerb liefert, wer das schönste Tor hat.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0