Ioannina und die Vikos-Schlucht

Die Nacht war ruhig und ungestört. Wir wachen sogar bei Sonnenschein auf. Na das müssen wir nutzen. Wir fahren nach Ioannina und wollen ein bisschen durch die Stadt bummeln. Diese liegt an einem See, hat eine alte Festung und eine Moschee zu bieten. Tatsächlich ist hier das Grab von Ali Pascha. Ihr erinnert euch vielleicht?! Der über große Teile des Balkans herrschte zur osmanischen Zeit und hier in Ioannina hatte er seine Residenz.
Wir schlendern innerhalb der Festungsmauer durch die alten Häuser, streifen ein wenig durch die Altstadt, essen Eis und dann ist die Motivation der Kinder leider total am Ende. Schade, ich wäre gern noch zur Moschee und zum Grab gelaufen. Aber die beiden so weit zu tragen kommt nicht infrage. 
Man sieht der Stadt noch ein wenig die osmanischen Einflüsse an, aber in den letzten Jahrzehnten haben sich die Griechen hier wieder durchgesetzt. Eigentlich finden wir es hier ganz hübsch, aber irgendwie hat Ioannina keinen Charme. Wir fühlen uns nicht so richtig wohl und machen uns auf Richtung Vikos-Schlucht.
Wir fahren immer tiefer ins Pindos-Gebirge und kurz vor der Aussichtsplattform zur Schlucht durchfahren wir einen Steinwald. Solche Gebilde sehen wir hier wirklich zum ersten Mal. 
Auf dem Aussichtsbalkon haben wir dann wirklich einen tollen Einblick in die Schlucht zu beiden Seiten. Ganz schön tief geht es direkt vor unserer Nase runter.
Das Dorf Monodendri erinnert uns sehr an Albanien.
Das Dorf Monodendri erinnert uns sehr an Albanien.
Übrigens sind wir jetzt hier wieder verdächtig nah an der albanischen Grenze. Das ist schon sehr auffällig, dass immer, wenn die Landschaft besonders spektakulär wird, Albanien nicht weit ist. Das war bis jetzt in allen Ländern so. Albanien scheint unser Nabel der Reise zu sein und wir überlegen erneut, ob wir dort mal wieder einen Besuch abstatten.
Zunächst wird aber erstmal ein Schlafplätzchen für die Nacht gesucht und wir finden einen prima Platz direkt am Vikos-Fluss am Schluchteingang. Allerdings schüttet es wie aus Eimern und es blitzt und kracht mächtig über uns. Wir verkrümeln uns also mal wieder im Womo und verschieben die Erkundung auf den nächsten Tag.
Am Morgen hat es dann endlich aufgehört zu regnen und wir können raus. Und das ist wirklich ein schönes Fleckchen hier. Eine alte Steinbrücke führt über den Fluss und alles ist total grün und idyllisch. Am Ufer stehen ganz alte Bäume, die eine besondere Atmosphäre verbreiten. Im Laufe des Vormittages kommt sogar die Sonne raus und wir gehen ein bisschen am Flussufer wandern. Beziehungsweise funktionieren die Kinder den Weg zur Rennstrecke für Ihre Pukys um. Beim Picknick am Fluss können wir ein paar Rafting-Boote beobachten. Wir tanken endlich mal wieder frische Luft und Energie. Die letzen Tage haben wir ganz schön viele Kilometer hinter uns gebracht und viel Regen abbekommen.
Am frühen Nachmittag brechen wir auf, es ziehen schon wieder graue Wolken auf. Denen wollen wir davonfahren. 
Und dann durchstreifen wir eine total einsame, wilde Bergwelt, mit der wir hier in Griechenland schon gar nicht mehr gerechnet hatten. Endlich fühlen wir uns mal so richtig frei hier und genießen das Panorama. Lange Zeit kommt uns kein Auto entgegen.
Auch an der Straße merken wir die Nähe zu Albanien ;-)
Auch an der Straße merken wir die Nähe zu Albanien ;-)
Irgendwann am Abend kommen wir dann doch wieder in der Zivilisation an, gehen einkaufen und finden einen Schlafplatz am See bei einem Kloster. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jule die coole (Dienstag, 19 Juni 2018 22:49)

    Wow echt tolle Bilder. Auch der Steinwald sieht total cool aus. Habt ihr mal wieder echt schöne Plätze gefunden. Haltet gut durch bei dem ollen Wetter. Aber zum Glück hält es ja nicht an.
    Ganz lieben Gruß :)

  • #2

    TIGMANN (Donnerstag, 27 Dezember 2018 14:54)

    Wunderschöne Bilder. Wir kommen gerade von ähnlicher Tour zurück.Haben im kleinen Ort Dilofo 4 Tage im Vera Inn übernachtet. Natur pur und 7 Menschen wohnen ganzjährig dort. Jetzt ist dort kräftiger Winter eingebrochen.