Am Prespasee

Prespasee! Prespasee? Waren die da nicht schon mal? Jap, stimmt genau!
Das war der See, den sich Mazedonien, Albanien und Griechenland teilen und auf dem es die Pelikane gibt.
Wir sind also mal wieder im Kreis gefahren und haben unsere Griechenlandrunde somit nun fast beendet. Zumindest vorerst.

Auf dem Weg zum See wird es nun wieder einsamer. Aber erst nachdem wir uns zweimal verfahren haben. Beim ersten Mal war das Navi dran Schuld, beim zweiten Mal irgendwie auch, wir waren wieder auf der Autobahn gelandet, haben aber gerade so noch die Kurve gekriegt 2 Kilometer vor der Mautstelle.
Und so durchstreifen wir jetzt wieder die einsamen Berge und Wälder. So einsam, dass es hier sogar noch Bären und Wölfe gibt.
Und dann sehen wir den kleinen Prespasee, den kennen wir noch gar nicht. Diese Gegend ist für ihre großen, weißen Bohnen bekannt, die hier besonders gut gedeihen. In der Tat sehen wir ÜBERALL Bohnenranken.
Wir machen Halt in einem alten Dorf, in dem wir uns eigentlich nur eine Kirche anschauen wollen und landen plötzlich in einem kleinen Informationsraum über den See, die Gegend und die Vögel und hören uns einen Vortrag an. Wir sind die einzigen Zuhörer und so gibt es kein Entkommen. Dem Englisch mit griechischem Akzent kann ich nur schlecht folgen und die Dame bittet mich alle 2 Sätze für die Kinder zu übersetzen, die das ganze ja mal Null interessiert. Zumal ich ja auch nur die Hälfte verstehe..... Aber sie nimmt ihren Auftrag hier sehr ernst.
Ich gebe mich trotzdem höflich interessiert, aber die Kindern quengeln immer mehr und so scheint sie ihren Vortrag etwas abzukürzen :-)
Den Weg zur Kirche zeigt sie uns dann trotzdem noch, weswegen wir ja eigentlich bei ihr gelandet waren.
Und die ist auch echt ganz niedlich. Aus dem 11. Jahrhundert, durch ein kleines Türchen gelangt man hinein und kann innen die vielen, vielen Fresken bewundern, die die ganze Kirche auskleiden.
Dann ist es nicht mehr weit bis zum großen Prespasee und wir sind nur noch eine Handvoll Kilometer von Albanien entfernt. Der Weg führt über einen Damm, der den kleinen und den großen See miteinander verbindet. Im kleinen See nisten die Pelikane, aber im großen gehen sie auf Fischfang. So herrscht reger Flugverkehr direkt über unserem Womo, als wir über den Damm fahren. 
Eine Herde Kühe gesellt sich zu uns ans Womo und wir genießen die Ruhe, die dieser Ort hier ausstrahlt. Es gibt ein kleines Dorf mit ein paar Restaurants und Pensionen. Wir gehen spazieren, beobachten die Tiere und trödeln so rum.
Als wir uns alle gerade ins Bett gekuschelt haben, geht es wieder los. Ein mächtiges Donnerwetter. Wir stecken mittendrin im Gewitter und es rumst gewaltig. Bei den grellen Blitzen wird selbst mir mulmig zumute.
Benni hat ganz andere Probleme, unser Dach ist ja nicht ganz dicht und bei dem vielen Regen bedeutet das, dass wir schief stehen müssen. Da wir heute aber nicht mehr mit Regen gerechnet hatten und nun nicht mehr umparken können oder auf die Auffahrkeile fahren können, weil die Fahrerkabine total zugestellt ist, steht Benni mit Stirnlampe am Dachfenster und wischt mit dem Kehrblech das Wasser vom Dach. Als ihm dann noch die ganze Fensterverkleidung entgegen kommt, kriegen wir uns vor Lachen nicht mehr ein. Lenny und Klaas schlafen zum Glück schon. Mit vereinten Kräften wird alles wieder angeschraubt und bis jetzt sitzen wir im Trockenen :-)
Na dann gute Nacht.....

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Kommentare: 2
  • #1

    Jule (Dienstag, 19 Juni 2018 22:56)

    Hahaha ich hätte wohl brüllend mitgelacht. Schon allein wie du da oben im Regen hockst und genervt herumwischst und dir dann auch noch alles entgegenkommt. Herrlich. Naja man muss ja über sowas auch lachen können. Ich hoffe die Gewitter nehmen bald ein Ende und ihr könnt wieder gerade mit dem womo stehen. Habt einen schönen nächsten Tag am See mit hoffentlich viel Sonnenschein und Besuch von gesunden Pelikanen ;)

  • #2

    Papa (Mittwoch, 20 Juni 2018 21:20)

    Ja so ein lachflash der hat schon was und ich finde der hat auch irgendwie kein Ende. Der zieht und zieht sich und man kriegt sich echt nur schwer wieder ein. Muss ich Jule recht geben, nur gut das wir nicht dabei waren, aber auch irgendwie schade.
    Der Regen von euch kommt wohl für die nächsten Tage zu uns und so könnt ihr die Gegend dort wieder im trockenen unsicher machen, hoffentlich. Hab euch lieb. Gruss Papa