Zum schwarzen Meer

Lauschiges Plätzchen am Meer
Lauschiges Plätzchen am Meer
Am Morgen verabschieden wir uns nach einer ruhigen Nacht von unseren liebgewonnenen Nachbarn und brechen auf.
Viele Kilometer stehen noch auf dem Programm bis wir an der Schwarzmeerküste sind. Aber heute werden wir es nicht mehr schaffen.
Es gibt ein sehr gut ausgebautes Straßennetz in der Türkei und man hat die Qual der Wahl, für welche Route man sich entscheidet. Alle großen Straßen und Autobahnen sind in einem Topzustand und man kommt schnell vorwärts.
Für heute endet unsere Fahrt am Iznik-See, dem 5. größten See der Türkei. Einen richtig schönen Freistellplatz finden wir nicht, aber wir kommen an einem kleinen „Campingplatz“ vorbei. Unser Womo ist das einzige, aber wir werden nett empfangen und es gibt auch eine Dusche. Für 8€ alles paletti. Wir genießen den Nachmittag in aller Ruhe am See.
Am Abend bekommen wir dann noch Essen und einen schnieken Sonnenuntergang serviert. Was für ein Leben!!
Auf die Speisen müssen wir allerdings eine geschlagene Stunde warten. Aber wie heißt es hier so schön!? Yavas, Yavas! Immer mit der Ruhe! ;-)
Bei der Verabschiedung am Morgen stehen wir dann in internationaler Runde zusammen und unterhalten uns irgendwie auf türkisch, englisch, deutsch und spanisch :-)
Wir durchfahren zunächst kleine Dörfer, dann kleinere Städte und dann wird der Trubel und Verkehr immer mehr. Hin und wieder stehen wir auch im Stau. Nun steuern wir unaufhaltsam auf die Küste zu. Istanbul lassen wir links von uns liegen. In der Stadt am Bosporus, die also sowohl in Europa als auch in Asien liegt, sollen 12 bis 17 Millionen Menschen leben. Wir haben sie nicht nachgezählt, aber uns steht nicht der Sinn danach, diese Metropole zu erkunden. Irgendwann mal auf jeden Fall, aber dann lieber nur zu zweit ;-)
Und dann nach endlosem Gekurve durch grüne Hügel sind wir am schwarzen Meer (türkisch: Kara Deniz). Nanu, ist ja gar nicht schwarz. Haha! Den Namen haben die Osmanen von den dort einst angesiedelten Römern übernommen. Bei denen hieß es allerdings „Großes Meer“. Hat sich also irgendwo ein kleiner Übersetzungsfehler eingeschlichen.
Der Salzgehalt des Meeres beträgt durch starken Zustrom von Süßwasser (Donau, Don, Dnjepr und Wolga) nur 2%. Während die Oberfläche zwischen 6 und 30 Grad warm ist, herrschen am Meeresboden konstante 9 Grad. Ab einer Tiefe von 200 Metern kommt es zu Sauerstoffmangel und so existiert in der Tiefe kaum Leben.
Entstanden ist es übrigens durch die letzte Eiszeit. Die Wassermassen des Marmara- und Mittelmeers rissen eine Spalte durch die Landmassen (Bosporus) und fluteten den einstigen Binnensee, der heute das schwarze Meer bildet.
Man hat 170 Meter unter dem Meeresspiegel die ehemalige Küstenlinie entdeckt und dort auch Überreste steinzeitlicher Siedlungen. „Noah war Türke“ meldete daraufhin die Tageszeitung Hürriyet. Auch in der Theologie brachte man mit diesem Naturereignis die Sintflut in Zusammenhang.
Also genug der Theorie, wir wollen baden gehen! Wir übernachten auf einem kleinen Campingplatz direkt am Meer und verbringen den Nachmittag am Strand.
Es ist Samstag, dazu bereits Ferien in der Türkei, wir sind nicht weit entfernt von Istanbul. Also es ist voll. An den Wochenenden ist immer viel los, wir sind froh, wenn Sonntagabend ist.
Am Wasser ein für uns bereits gewohntes, aber immer wieder faszinierendes Bild. Frauen in Burka, Kopftuch oder auch im BURKINI, neben Badeanzug und Bikini.
Das Wasser ist herrlich und wir toben in den Wellen. 
Am Abend grillen alle Familien auf dem Platz und wir sind total eingeräuchert :-)
Wir treten die Flucht an, machen einen Spaziergang und entdecken einen prima Badeplatz in einer einsamen Ecke. Perfekt zum Klettern. Gleich am nächsten Morgen brechen wir dorthin auf und werden von einem heftigen Regenschauer überrascht. Nagut, ob nun Wasser von unten oder von oben ist ja eigentlich auch egal. Aber Dachfenster ist noch offen.... Also Sprint für Benni zurück zum Womo. Gut, ist auch mal wieder gewischt worden.
Mittags fahren wir weiter. Es geht entlang von endlosen Haselnussplantagen. Die werden uns wohl noch eine ganze Weile verfolgen. Die Türkei gilt mit 75% Marktanteil als der weltweit größte Produzent. Na das ist mal ne stolze Zahl. Denkt dran, wenn ihr die Nüsse Weihnachten in den Nussknacker steckt!
Unterwegs treffen wir auch immer wieder auf Plakate von Herrn Erdogan, der sich bei seiner Wählerschaft bedankt....
In der nächstgrößeren Stadt Kandira entdecken wir einen Traum von Kinderspielplatz. Hier sind wir dann erstmal eine Weile beschäftigt. Alles ist auch sehr sauber und gepflegt, das ist ja leider hier nicht selbstverständlich.
Wir kehren am Abend wieder auf einem kleinen Campingplatz ein, der noch recht voll ist, aber nach dem abendlichen Grillen fahren dann doch die meisten wieder nach Hause und es kehrt Ruhe ein.
Immer mal wieder erklingen die Gesänge des Muezzin (Vorbeter), der aus dem Minarett (das sind die Türme auf der Moschee) zum Gebet aufruft. 
Wir haben es geschafft, das Wochenende ist vorbei! Euch geht es wohl genau andersrum. Habt einen guten Start in die Woche!

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Kommentare: 2
  • #1

    Opa (Sonntag, 01 Juli 2018 21:17)

    Ja, wir sind nicht so froh das das wochende vorbei ist. Gestern ja einen sehr schönen Tag mit dem kleinen Fratzen gehabt. Die einzelnen Kitas haben sich richtig ins Zeug gelegt um den großen Pokal für die nächsten vier Jahre ihr eigen zu nennen. Na Oma hat euch ja schon berichtet und viele Bilder geschickt. Es war wirklich nett anzusehen wie die Knirpse gekämpft, gefeiert aber auch getrauert haben. Aber so ist es eben bei einer Fußball Weltmeisterschaft, Freude und Tränen immer dicht beieinander. Schade das Lenny nicht bei sein konnte um seinen Jungs zu helfen aber dann eben Klaas in zwei Jahren. Euch weiter viel Freude und Spaß in der Türkei. Euer opa

  • #2

    Vanessa (von Station ) (Montag, 02 Juli 2018 21:05)

    Benny was ist mit deinem Gesicht passiert? Rasierer kaputt?� sind grad auf Arbeit und gucken die Bilder an ☺️ Liebe Grüße von mir, Micha und Birgitta.