Berlin trifft Berlin, Höhlenforscher und nach Safranbolu

Wir geben es zu, wir haben uns ein wenig in das schwarze Meer verliebt. 
Ich hab nochmal in der Namensgebung nachgeforscht. Also Kara bedeutet sowohl groß, als auch trüb, finster. Im Laufe der Zeit setzte sich die zweite Bedeutung durch, da das Wasser tatsächlich nicht tief einsehbar ist und auch die anderen Länder übernahmen diese Bezeichung. 
Eine andere Theorie geht ebenfalls auf die Türken zurück. Die teilten nämlich den Himmelsrichtungen Farben zu. Rot der Süden, Weiß der Westen, Blau der Osten und eben Schwarz der Norden.
Na wie dem auch sei, nach einem ausgiebigen Bad im Meer, packen wir gerade unsere Sachen zum Aufbruch, als wir auf deutsch von Elona und ihrem Hund Goya angesprochen werden. Sie stehen nur 100 Meter weiter auf dem nächsten Campingplatz, sind auch Berliner, kommen gerade aus Georgien und wollen noch Albanien bereisen. Na wenn das kein Schicksal ist. Also Sachen sind ja schon gepackt, entscheiden wir kurzerhand die paar Meter weiterzufahren auf den nächsten Platz. Dort treffen wir dann auch auf Ignaz, Elonas Mann. Die 3 sind mit ihrem Landrover Defender gute 12 Wochen unterwegs. Wir finden uns auf Anhieb sympathisch und verbringen den restlichen Tag und Abend zusammen. Wir bewundern ihre unbändige Reiselust, die schon viele Jahrzehnte anhält und sich durch nichts abschrecken lässt.
Auch das Meer zeigt sich von seiner aufregenden Seite und wir toben in den großen Wellen.
Dusche auf dem Campingplatz
Dusche auf dem Campingplatz
Nach einer ruhigen Nacht, fahren wir heute mal zeitig los. Wir verabschieden uns von den Berlinern, tauschen Blogs aus und hoffen auf ein Wiedersehen, wo auch immer.
Für uns geht es heute ein Stück ins Landesinnere. Nachdem wir alle Vorräte wieder aufgefüllt haben, machen wir Halt an einer Höhle. Wir zahlen ein paar Lire Eintritt und können ausgiebig und ohne Führer die Höhle erkunden.
Einfach mal Freiheit genießen
Einfach mal Freiheit genießen
Haselnusssträuche soweit das Auge reicht.
Haselnusssträuche soweit das Auge reicht.
Weiter geht es durch Haselnussplantagen, die einfach kein Ende nehmen wollen. Egal, wo man hinschaut. Unvorstellbar!
Dann wird die Landschaft einsamer und weit. So weit, dass sie einfach nicht aufs Bild passen will :-)
Die Kilometer wollen heute nicht so recht vergehen, also nochmal Pause an einem kleinen See angesagt. Immerhin gibt es wieder einen kleinen Spielplatz und wir werden von Jugendlichen angesprochen. Sie kommen aus Hannover und verbringen hier ihre Sommerferien. Und warum ist Deutschland eigentlich schon aus der WM ausgeschieden? Tja, gute Frage......
Und dann haben wir es doch noch geschafft und trudeln in Safranbolu ein.
Vor vielen Jahren gab es hier große Felder des Luxus-Gewürzes Safran und dies verhalf den Bewohnern zu Wohlstand. Es wurden prächtige Häuser und Villen gebaut, die Konaks. Seit gut 20 Jahren gehört Safranbolu zum Weltkulturerbe der UNESCO und so wurde viele der Häuser hier restauriert und dienen heute als Hotels und Restaurants.
Es gibt einen Minicampingplatz, den wir erst nicht finden, dann aber gern in Anspruch nehmen. Er liegt nur 5 Gehminuten von der Altstadt entfernt.
Endlich mal wieder ins Tourigewimmel. Macht nichts. Die Stadt ist trotzdem total reizvoll und wunderschön. Auch wir genießen es mal wieder ein bisschen zu bummeln und das ein oder andere Souvenir zu erstehen. Wir entdecken auch noch viele unrestaurierte Häuser, die ebenso Charme versprühen.
Es ist schon nach 19 Uhr und der Magen knurrt. Kochen fällt heut mal aus und wir finden ein kleines, untouristisches Restaurant, abseits des Trubels. Der Hausherr bedient, seine Frau kocht frisch für uns. Sogar die Pommes sind selbst gemacht. Wir sind die einzigen Gäste. Wir sitzen auf der Dachterasse mit Blick auf die Stadt und lassen es uns richtig schmecken. Auch der Geldbeutel bleibt verschont. Wir zahlen 16€.
Zurück am Womo spielen wir noch Fußball auf dem Fußballplatz nebenan bis es dunkel wird. Somit sind die Kalorien von eben auch gleich wieder verbrannt ;-)
Der Abend klingt mit Muezzingesang von den umliegenden Moscheen aus.
Gute Nacht!
Gute Nacht!

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Manu-Mama-Oma (Mittwoch, 04 Juli 2018 06:30)

    Hallöchen, Danke für den geschichtlichen Hintergrund incl. der Farbzuordnung der Himmelsrichtungen. Euch scheint es echt gut zu gehen. Die Bilder wiedermal wunderbar.
    Knutschi an Euch alle und einen schönen Tag

  • #2

    Walter (Mittwoch, 04 Juli 2018 09:17)

    Hallo mal wieder, Berliner! Schön, zu hören, dass es euch gefällt in der Türkei - ist ja nix Neues - alte Liebe rostet nicht! Auch wir waren vor 2 Jahren in Safranbolu - auch wir standen auf eurem Platz - auch wir fanden ihn nur mit Mühe - schön, dass alte Erinnerungen durch euch wieder aufkommen. Sogar eure Bilder ähneln den unsrigen sehr - kein Wunder, ist ja dieselbe Stadt. Leider war bei unserer Reise entlang des Schwarzen Meeres dann das Wetter nicht so schön wie bei euch - das hat unseren Eindruck ein wenig negativ beeinflusst! Wir wünschen weiterhin gute Reise - wir verfolgen euch täglich!
    Walter und Renate