Der „Grand Canyon“ von Safranbolu und wieder am Meer

Der Morgen beginnt genauso, wie der Abend endet, nämlich mit Muezzingesang. Diesmal allerdings mit einstimmendem Hundegejaule und das um 4:15!!!! Zum Glück schlafen wir nochmal ein und das 2. Aufwachen ist etwas entspannter. Nach dem Frühstück laufen wir spontan nochmal ein bisschen durch die Gassen von Safranbolu und erstehen die ein oder andere Leckerei. Diesmal sind  wir fast die einzigen Touris und können alles in Ruhe genießen.
Und dann wollen wir uns noch eine viel beworbene Schlucht hier ganz in der Nähe anschauen. Der „Grand Canyon“ von Safranbolu. Na wenn das kein Versprechen ist. 
Zwei Wege führen zum Ziel. Wir wählen den vermeintlich leichteren, aber da haben wir uns mal wieder geirrt. Schnell wird der Asphalt zur Schotterpiste und wir fahren durch dichten Wald. Tatsächlich kommen auf dem Weg ein paar Dörfer, das bedeutet für uns allerdings es wird eng und kurvig.
Am Canyon angekommen, fragen wir uns, ob die vielen Autos und Reisebusse (!!!) wohl die gleiche Tortur hinter sich haben. Eher nicht! Wir zahlen 2€ Parkgebühr, dann nochmal 1,80€ Eintritt und stehen auf der gläsernen Aussichtsplattform, die in den Canyon ragt. Canyon? Wir haben eindeutig schon zu viele Schluchten gesehen, diese hier juckt uns nicht im geringsten.
Aber wir entdecken, dass man auch in die Schlucht hinabsteigen kann. Also nochmal 1,20€ Eintritt an anderer Stelle gelöhnt und dann geht es viele Stufen hinab. Und später leider auch wieder hinauf :-/
Oben gibt’s noch ne Kugel Eis und dann geht’s aber wirklich wieder Richtung Küste. Bei 34 Grad hält sich die Lust zum Wandern in Grenzen :-)
Zunächst geht es immer am Fluss entlang durch einen wunderschönen Wald, der Heimatgefühle aufkommen lässt.
Die Straße schlängelt sich durchs Gebirge, dass zieht sich wieder. Nun muss aber mal gesagt werden, dass die Türkei unvorstellbare Summen in den Straßenbau investiert. Es gibt Autobahnen ohne Ende und es werden noch viele folgen. Immer wieder fahren wir an Großbaustellen vorbei. Vielleicht liegt der Vergleich nahe mit einem deutschen Staatsoberhaupt vergangener Zeiten, der ebenfalls in Autobahnen investierte......
Nun treffen wir auf eine solcher nigelnagelneuen Straßen, an der zugleich ein Staudamm entsteht und man kann sogar noch sehen, wie die alte Straße derzeit geflutet wird.
Endlich wieder am Meer fahren wir entlang der Küste und lassen das kleine Städtchen Amasra in Ruhe. Sicherlich ein hübschen Städtchen in einmaliger Lage, aber den Kinder haben wir nun genug Stadtgebummel zugemutet.
Laut Reiseführer gibt es ein gemütliches Badeplätzchen in einer hübschen Bucht. Na da wollen hin!
Wir nehmen die Abfahrt und bevor wir uns versehen, geht es steil und schmal bergab. Viele Autos stehen auf der Straße, wir nehmen sofort die erste Parkbucht am Straßenrand. Zum Glück!!! Wenn wir noch weiter runtergefahren wären, wären wir wohl nicht mehr hochgekommen. Unten alles sandig, die Anfahrt für unser Gefährt viel zu steil und rutschig. Wenden können wir nun aber auch nicht mehr, hier schlafen ist keine Option, viel zu schräg!
Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, uns bleibt erstmal nichts anderes übrig, als ans Wasser zu gehen und zu warten, bis die anderen gefahren sind, damit wir wenden können.
Am Strand ist es dann auch total voll, aber die Türken sammeln sich meist an einem Fleck, nämlich gleich vorne. Wir laufen einfach 100 Meter weiter und sind fast allein.
Wir versuchen den Nachmittag zu genießen, halten aber immer wieder den Blick auf die Serpentine gerichtet. Unsere einzige Wendemöglichkeit. Dann endlich! 19:30! Es parkt einer aus. Keine Zeit vertrödeln, Sachen packen und wieder zurück. Alles läuft glatt und wir sind wieder on the road. Was machen wir nun zu später Stund? Wir haben Glück und im nächsten Dorf soll es einen kleinen Campingplatz geben. Der ist jetzt nicht sooooo toll, aber immerhin ein Plätzchen für die Nacht.
Nach einer ruhigen Nacht und einem morgendlichen Bad im Meer für Klaas und mich, geht’s wieder los. 
Wir durchqueren die grünen Berge des pontischen Gebirges, welches im Hinterland des schwarzen Meeres in den Himmel ragt. Die Landschaft ist toll, aber die Straße furchtbar anstrengend. Eng und kurvig, trotzdem recht viel Verkehr, auch LKW‘s. Aber auch hier wird bereits ein Küstenhighway gebaut. Unvorstellbar so eine große Straße durch solch ein Gebirge zu planen und auch zu bauen. Wir sehen immer wieder Tunnel und Brücken, die hier entstehen.
Wir machen Pause in einer schönen Bucht. Zur Abwechslung ist die Anfahrt mal ganz einfach und wir finden Akühlung im herrlichen Meer. Auch das kleine Dorf ist ganz nett, es gibt einen kleinen Spielplatz, wenig Trubel, es sind kaum Leute am Strand. Hier scheint es nicht ganz so streng zuzugehen, fast alle Frauen sind im Bikini und ohne Kopftuch. Spontan entschließen wir, einfach hier zu bleiben. Wir parken direkt am Strand, essen draußen an den Picknickbänken bei Sonnenuntergang unser Abendbrot und schlafen nach einem letzten Spaziergang am Strand bei Meeresrauschen ein....

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Kommentare: 2
  • #1

    manuela (Freitag, 06 Juli 2018 08:30)

    Wunderschön!!!!! Ich würde jetzt gerne für eine Woche bei Euch sein! Hier ist es heiß und trocken-keine Freude in der Stadt.

  • #2

    Jule die coole (Montag, 09 Juli 2018 12:52)

    Wow echt schöne Bilder wieder. Und die letzte Nacht war sicher schön dort :)