Atemberaubende Landschaft im Kackar-Gebirge

Nun hat es mich auch erwischt mit diesem blöden Magen-Darm-Virus :-(
Also wird unser Progamm heute ruhig ausfallen.
Wir durchfahren weiter die Hochebene und befinden uns dauerhaft auf 2000 Metern Höhe. Da kommen einem die umliegenden Dreitausender gar nicht mehr so hoch vor.
An Erzurum fahren wir wegen des hohen Krankenstandes vorbei. Ansonsten hätten wir uns in der Stadt gern eine Burg angeguckt, aber das ist heut echt nicht drin. Die Stadt gilt als eine der konservativsten und sittenstrengsten in Ostanatolien. Vielleicht hätten wir uns dort eh nicht sehr wohlgefühlt.
Bei einer Polizeikontrolle werden wir kurz angehalten, aber gleich als Touristen enttarnt und freundlich weitergewunken.
Und jetzt tauchen wir immer tiefer ein ins Kackargebirge und sind fasziniert von dieser kargen Landschaft.
Wir erreichen am frühen Nachmittag den Tortum-See, ein Stausee und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus.
Ich denke, an dieser Stelle lassen wir die Bilder für sich sprechen.
Wunderschön, oder? In den See ragt eine kleine Halbinsel, auf der finden wir einen Platz für unser Womo und wir verbringen den Nachmittag und die Nacht am See. Ich hau mich aufs Ohr und Benni macht heut Kinderbetreuung.
Dank der Magen-Darm-Geschichte muss ich nachts einmal raus und kann dabei aber den fantastischen Sternenhimmel ganz für mich allein genießen ;-)
Am nächsten Morgen geht’s schon viel besser, allerdings hat es sich bewölkt. Wir bekommen Besuch von einer Gänsefamilie.
Am südlichen Ende des Sees gibt es einen Wasserfall. Den erkunden wir dann gleich am Morgen und zu so früher Stund‘ sind wir fast allein da. Der Parkplatzwächter ist aber natürlich schon da und hätte gerne 1€. Der Wasserfall soll im Frühjahr natürlich am mächtigsten Rauschen, aber jetzt Mitte Juli reicht es immer noch, um uns zu beeindrucken.
Dann halten wir uns Richtung Yusufeli und nun reißt es uns nochmal so richtig vom Hocker. Die Landschaft ist gigantisch. Wir flippen förmlich aus in der ersten Reihe. Unsere Augen können es kaum fassen und Worte nur schwer beschreiben. Wir fühlen uns plötzlich ganz weit weg von zu Hause.
Wir sind auch völlig fasziniert mal wieder vom Straßenbau. Hier gibt es unendliche viele Tunnel, kurze und lange. Es werden Staudämme gebaut und so einige Dörfer wurden bereits geflutet, anderen steht dieses Schicksal noch bevor. Einige sind bereits geräumt. Die Projekte sind immer wieder in der Diskussion, weil auf Mensch und Natur kaum Rücksicht gekommen wird.
Straßen- und Tunnelbau mitten durchs Gebirge
Straßen- und Tunnelbau mitten durchs Gebirge
Wir erreichen die Universitätsstadt Artvin, die am Hang des Berges erbaut wurde.
Von hier aus sind es nur noch ungefähr 70 Kilometer bis zur georgischen Grenze.

Die Stadt Artvin
Die Stadt Artvin
Wir verabschieden uns nun also innerlich von der Türkei und sind gespannt auf Georgien. Aber wir freuen uns auch auf ein baldiges Wiedersehen mit den Türken!
Güle Güle!

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