Nach Georgien

Kaum sind wir wieder an der Schwarzmeerküste angekommen, ist es drückend schwül. Wir fließen nur so dahin. Auf dem Weg zur Grenze nehmen wir noch ein deutsches Pärchen mit, die durch die Türkei reisen.
Dann plötzlich im Tunnel Stau auf der rechten Fahrbahn. Kilometerlang müssen sich hier die LKW‘s anstellen.
Am Grenzposten werden wir dann umgeleitet auf die Gegenfahrbahn und wissen nicht wirklich, wo wir hin sollen. Wir stellen uns an der internationalen Autoschlange an (Türkei, Aserbaidschan, Kasachstan, Norwegen, Iran, Georgien, Russland, Südkorea), aber es tut sich erstmal gar nichts. Wir haben schon gehört und gelesen, dass die PKW-Abfertigung hier manchmal einfach für 3 Stunden geschlossen wird. Hier herrscht vielleicht ein Gewimmel, viele scheinen mit Bussen zu kommen und in Georgien günstig einkaufen zu gehen. Reisende stehen mit ihren Koffern am Straßenrand, warten auf Taxi oder Bus. Es wird gehupt, geschrien, die Polizei ist hochpräsent. 
Dann endlich nach 2 Stunden sind wir am ersten Grenzposten angekommen. Die beiden Einweiser diskutieren miteinander, ob sie uns trennen oder nicht. Es ist normalerweise so üblich, dass nur der Fahrer mit dem Auto über die Grenze fährt und die anderen Insassen durch die Personenkontrolle müssen. Wir haben großes Glück und dürfen wahrscheinlich dank der Kinder zusammen bleiben. Wer weiß, wie lange es ab hier nochmal dauert. Ich mit den Kindern in Georgien, Benni mit dem Auto in der Türkei. Was für eine Horrorvorstellung.
Der erste Rundgang durch unser Womo erfolgt. Die Schlange rückt nur seeehr langsam vorwärts. Dann werden die Pässe kontrolliert, alle müssen den Grenzbeamten einmal nett anlächeln, der anschließende Zoll winkt uns weiter. 
Die Türkei liegt nun hinter uns und es heißt weiter warten, bis wir nach Georgien einreisen können. Aber die Zeit wird uns nett vertrieben von dem jungen, georgischen Zollbeamten, der sich sehr für Deutschland interessiert. Er spricht etwas englisch und das Gespräch dreht sich um Fußball, unser Wohnmobil, unsere Reise und wie gern er auch mal nach Deutschland reisen würde. Er möchte mit uns über Facebook in Kontakt bleiben, da sind wir aber nicht.
Naja, wie dem auch sei, irgendwann haben wir es geschafft. Nun müssen wir noch eine Autoversicherung abschließen, denn Georgien ist nicht auf der grünen Karte eingetragen und seit Frühjahr diesen Jahres ist es Pflicht hier eine zu besitzen. Die kostet uns 18€ für 30 Tage. 
Nach ganzen 4,5 Stunden haben wir es ENDLICH bei dieser schwülen Hitze geschafft. Wir sind in Georgien!!! :-)))
Nun müssen wir noch volltanken und Geld abheben. Alles kein Problem, weiter geht es nach Batumi, die nächstgrößere Stadt. Allerdings auch beliebtester Badeort an der Küste, mit vielen Hochhäuser, Casinos und Hotels.
Das erste, was uns auf dem Weg dorthin auffällt, sind die unendlich vielen Kühe, die auf den Straßen rumlaufen.
Die Stadt wollen wir durchfahren, wir sind echt durch und wollen nur noch einen Schlafplatz finden. Wir machen noch Halt um eine SIM-Karte zu holen, aber Mist! Hier ist ja schon wieder eine Stunde Zeitverschiebung. Alles schon zu!
An den georgischen Straßenverkehr haben wir uns schnell gewöhnt. Ist ähnlich, wie in Albanien. Jeder will in irgendeine Richtung, der Rest wird sich schon ergeben. Hauptsache, die Hupe funktioniert.
Nördlich von Batumi an der Küste soll es einen kleinen Campingplatz geben.
Als wir dort ankommen, trauen wir unseren Augen nicht. Ein Wohnmobil mit Berliner Kennzeichen, davor liegt ein Kinderfahrrad! Gibt’s doch nicht! 10 Lari kostet der Platz für eine Nacht. 3,70€. Wir sind direkt am Meer, es gibt Toiletten, eine Freiluftdusche und ein kleines Restaurant. PERFEKT!
Ab unter die Dusche! Ende für heute.
Die Nacht war jetzt nicht so super. Wir haben direkt an einer Eisenbahnlinie geschlafen und die Güterzüge donnern hier auch nachts lang. Du musst dich entscheiden: Fenster zu, drückend heiß, dafür ruhig. Oder Fenster auf, schön luftig, aber Krach.
Wir bleiben trotzdem noch einen Tag und eine Nacht auf dem Platz. Wir müssen uns erstmal einen Plan für Georgien machen, außerdem kommen wir natürlich mit den Berlinern ins Quatschen. Wir verstehen uns ganz gut und auch die Jungs haben mal wieder einen Spielgefährten. Wie sich später rausstellt, war Guido auf der gleichen Schule, wie Benni und ich. Also Kinder, Sachen gibt’s manchmal, du glaubst es kaum!
Und dann vergeht einfach so noch ein Tag.
Das Wetter ist nicht so berauschend, es regnet immer wieder, also wozu losfahren?!
Benni kümmert sich um eine neue Gasflasche. Ich übergebe mal das Wort an ihn:
Oh man... das ist eine komplizierte Geschichte...
In jedem Land auf der Welt, gibt es Gasflaschen. Und in JEDEM Land sind die Anschlüsse verschieden!!! Eine Flasche reicht bei uns ca. 5 Wochen. Wir haben 2 Flaschen dabei. Also immer genug Zeit, Nachschub zu besorgen. Die erste Füllung gab es in Albanien an einer LPG Tankstelle. Diese Tankstelle war in der Nähe eines Campingplatzes und hatte den nötigen Adapter. Dass wussten wir, aus anderen Reiseberichten. Eigentlich ist es verboten in unsere Flaschen LPG zu füllen, aber nun ja...
Es hatte auf jedenfall problemlos funktioniert. 
Die zweite Füllung gab es in Griechenland beim Campershop. Dort haben wir unsere leere Flasche abgegeben und eine volle Flasche bekommen. So wie es in Deutschland auch gemacht wird.
Vor 2 Tagen ist dann mal wieder eine Flasche leer gewesen.
Also fragte ich einfach mal unsere neuen Nachbarn, wie die das so handhaben.
Guido lässt auch immer mit LPG an der Tankstelle füllen. Er hat sogar den passenden Adapter bei!!! Also dachte ich, nutze ich doch die Gelegenheit...
Laut google Maps gibt es in 800m eine Tankstelle. Also machte ich mich mit der Flasche und dem Adapter auf den Weg. Leider gab es die Tankstelle nicht mehr.
Na prima...
Also wieder zurück.
Später lieh ich mir Guidos Fahrrad und machte mich auf in die andere Richtung. Dort sollte es nach 2km eine Tankstelle geben.
Leider gab es auch diese Tankstelle nicht mehr. So wurden aus 2km 6km. Juhu endlich ne Tankstelle!!!
Ha. Zu früh gefreut. Er konnte mit dem Adapter nichts anfangen und schickte mich zur nächsten Tankstelle. Aber auch da kein Erfolg. So ging es dann noch 4!!!! Tankstellen weiter. Der letzte schickte mich dann zu einem Geschäft nebenan. Dieser befülle ausschließlich Glasflaschen. Und ja. Er hatte recht! Der Mann sah zwar nicht gerade aus wie ein Fachmann, aber egal passt schon. Er stellte die Flasche auf eine uralte Waage mit Gewichten und füllte mir mit Hilfe seines eigenen!!! Adapters 11kg Propangas in die Flasche. Für umgerechnet 11,50€. War ich zufrieden. Jetzt musste ich diese doch sehr schwer gewordene Flasche irgendwie nach Hause bekommen.
Mit anfänglichen Problemen
 (1x hingeflogen und 1x verfahren 2 x vom Hund angefallen) hab ich die Flasche irgendwie aufs Fahrrad bekommen und bin dann die 7km wieder zurück gefahren. Fix und fertig aber doch zufrieden kam ich nach 2 Stunden! klitschnass (es hatte dann auch noch angefangen zu regnen) an Campingplatz an. 

Na prima! Jetzt war das also auch erledigt.
Nun kann es losgehen, das Abenteuer in Georgien!

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Kommentare: 2
  • #1

    Tante jule (Montag, 16 Juli 2018 13:06)

    Hahah Benni deine Tour klingt nach einer Menge Spaß. Konntest du wenigstens beim
    Schreiben des Textes dann drüber lachen?( Ich etwas schon �)
    Na dann viel Spaß noch mit den Berlinern (Zufälle gibt es, aber echt!) und ich hoffe ihr bekommt besser Wetter.
    Liebste Grüße �

  • #2

    manuela (Montag, 16 Juli 2018 13:16)

    Oh man, was für eine Fahrt....ob Grenze oder Gas-Beschaffung!!!! Hätte nicht tauschen wollen. Dann viel Glück und Spaß bei der Erkundung von Georgien :)