Im großen Kaukasus

Für uns geht es nun weiter in den Norden. Aber erstmal zurück nach Gori und einkaufen. Das ist wieder gar nicht so einfach. Mehrere Läden müssen angefahren werden, eh man so alles beisammen hat. Wir fahren wieder am Stalin-Museum vorbei und machen uns so unsere Gedanken zu dem ehemaligen Staatsoberhaupt der Sowjetunion. Nun hat unsere Generation ja nichts mehr davon mitbekommen und auch nur noch wenig der Nachwirkungen. Da muss erstmal ne Menge nachgeholt und verarbeitet werden. Schließlich sind wir ja noch knapp in der DDR geboren.
Wir sind nun angekommen auf der alten Heerstraße, die als einzige Verbindung von Georgien nach Russland gilt. Und das mitten durch den Kaukasus. Das heißt, hier ist ganz schön was los. Viele Autos,vor allem russische, aber auch LKW‘s, darunter viele armenische nutzen die Straße.
Bevor es für uns so richtig weit hochgeht, nehmen wir an einem Abzweig die Straße Richtung Shatili.
Es geht entlang dem Stausee und wir freuen uns über die asphaltierte Straße. Das allerdings zu früh! Kurz darauf finden wir uns auf einer Schotterpiste wieder und überall Baustellenfahrzeuge.
Im Schneckentempo geht es jetzt weiter, bis wir unseren Campingplatz erreichen. Ein Adventure Center. Hier kann man Rafting-Touren machen, es gibt eine Zip-Line und einen schönen Spielplatz, sogar mit Trampolin. Wir dürfen auf dem großen Wiesengelände parken und alles nutzen. Nur die unzähligen Ameisen trüben etwas die Stimmung, die nerven wie verrückt. 
Da wir schon mittags ankommen, haben wir einen entspannten restlichen Tag.
Am nächsten Morgen geht’s weiter. Alles wieder zurück bis zur großen Heerstraße. Das sind zwar nur 10 Kilometer, aber wir brauchen sage und schreibe 45 Minuten dafür. Eine Delle in der Ölwanne gibt’s gratis dazu. So groß sah der Stein eigentlich gar nicht aus.....
So Leute! Und das ist wieder so ein Blog, in dem wir die Bilder sprechen lassen wollen. Wir sind hin und weg vom großen Kaukasus und stellenweise völlig überwältigt.
Monument der Freundschaft
Monument der Freundschaft
Hier gibt’s Fellmützen zu kaufen.
Hier gibt’s Fellmützen zu kaufen.
Zwischendurch immer mal wieder Straßenblockaden.
Das war schon mal ziemlich cool, oder? Weiter geht’s und plötzlich sehen wir links von uns Sinterterassen. So etwas haben wir schon mal in der Türkei in Pamukkale gesehen, aber sind überrascht, solche hier einfach am Wegesrand anzutreffen. Sie entstehen aus mineralhaltigem Thermalwasser und das Kalk lagert sich stufenförmig ab. 
Dann erreichen wir Stepanzminda, ehemals Kazbergi. Wir sind etwas überfordert, hier herrscht ganz schön Trubel. Wir wollen eigentlich zur Dreifaltigkeitskirche, wissen aber bereits, dass das mit unserem Womo nicht klappen wird. Wir folgen den Schildern, finden einen Parkplatz im Wald und werden auch direkt angesprochen, ob wir ein Taxi nehmen wollen. Man kann den Weg hochwandern in 2-3 Stunden (nein danke, nicht mit Lenny und Klaas) oder man nimmt sich ein Taxi. Die Preise sind nicht ohne, wir hätten auch handeln sollen, wie wir später mitbekommen. Trotzdem für georgische Verhältnisse immer noch recht teuer, aber nach der Tour wissen wir, wieso. 
Wir erwischen einen netten Fahrer, der uns die 6,4 Kilometer nach oben bringt. Das Auto ist höher gelegt, hat Geländereifen und vor allem Allradantrieb. Wichtig!!!!, wie sich gleich rausstellen wird.
Der Weg ist der Knaller. Sowas haben wir noch nicht erlebt. Selbst, wenn wir so ein geländegängiges Auto hätten (träumen wird ja noch erlaubt sein), würden wir uns diesen Weg nicht zutrauen. 
Es ist sausteil, Felsbrocken liegen im Weg, wir fahren durchs Wasser. Auf diesen 6,4 Kilometer ist alles dabei, was zu einer echten 4x4 offroad Piste gehört. Es ist auch ne Menge Gegenverkehr, wir sind ja nicht die einzigen die da hoch und wieder runter wollen. An den heiklen Stellen können wir leider gar keine Fotos machen, weil wir so durchgeschüttelt werden und nur damit beschäftigt sind, nirgendswo gegen zu knallen im Auto.
Unser Fahrer Manuk nimmt die Sache entspannt und macht nebenbei noch Späße mit den Kindern. Der hat die Ruhe weg, echt!
Aber oben angekommen haben wir dann den perfekten Blick. So haben wir uns das vorgestellt und wir sind mal wieder überwältigt.
Manuk bringt uns auch heil wieder nach unten und überredet uns noch eine Tour zum Gveleti-Wasserfall zu machen. Aber klar! Wenn wir schon mal hier sind.....
Man glaubt es kaum, aber der Weg ist noch spektakulärer zu fahren und wir können nicht fassen, was Autos alles schaffen können. Die letzten 500 Meter zum Wasserfall müssen wir dann aber doch noch laufen, aber auch das wird belohnt.
Wir sind jetzt noch ganze 4 Kilometer von Russland entfernt, aber für uns geht es hier nicht weiter. Wir haben kein Visum und andere Pläne.....
Zurück am Womo treffen wir auf 2 andere Womo‘s. Eins aus Hamburg, eins aus Berlin. Susanne und Gernot sind Reisegefährten und auch bereits knapp 3 Monate unterwegs. Sie kommen gerade aus Russland, waren in Usbekistan und Kasachstan. Wir kommen natürlich ins Plaudern, es gibt so einiges zu bereden über Erlebtes und unsere Pläne. Susanne wird auch gleich von den Jungs ins Womo zum Spielen eingeladen.
So, das war es erstmal für heute. Morgen gehts den gleichen Weg zurück, da bekommt ihr nochmal dieselben Fotos serviert ;-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu (Freitag, 20 Juli 2018)

    He, die Bilder sind wirklich unglaublich schön- noch besser als Postkarten!!!! Und Eure Fahrt ziemlich abenteuerlich:) Was haben den die Kinder dazu gesagt?????:):):)