Zum Sewansee in Armenien

Na das war ja ganz schön frisch die Nacht. Wir sind auf 1700 Metern Höhe, das haben wir gestern gar nicht mitbekommen. Somit sind die Berge um uns herum um die 2000 Meter. Wir sind hier schließlich auch noch im kleinen Kaukasus.
Aber die Nacht war herrlich ruhig. Endlich! Am Vormittag erkunden wir dann erstmal die Burgruine von Lori Fortress, wo wir geschlafen haben. Von der Burg ist tatsächlich nicht mehr viel übrig, aber es gibt eine recht gut erhaltene Kirche und das eigentlich Coole ist, dass das Gelände zu 3/4 von einer Schlucht umringt ist. 
Flugstunde für die Jungstörche
Flugstunde für die Jungstörche
Wir brechen auf zum Sewansee. Zunächst geht es weiter durch den Kaukasus, mal ist die Straße gut, mal Flickenteppich, mal geht es steil bergauf, bergab, mal durch gruselige Tunnel, ganz normal eben.
Die Schrift hat von georgisch auf armenisch gewechselt, entziffern können wir es trotzdem noch nicht.
Wir durchfahren mehrere Dörfer und kleine Städte und stellen fest, in Armenien scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Bereits in Georgien war noch viel zu sehen aus der Sowjetunion, aber es gab eben auch schon viel Neues.
Zumindest in diesem Teil von Armenien scheint es gar nicht vorwärts zu gehen. Es gab mal gute Zeiten, in denen viel gebaut wurde und nun verkommt alles. Auch die Autos sind überwiegend aus Sowjetzeiten. Der Lada das gängige Modell. Ich muss zugeben, ich bin Lada-Fan geworden. So ein cooles und robustes Auto!
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Am Sewansee ist am Ostufer nicht viel los. Er ist der größte See in Armenien und der größte im Kaukasus. Er liegt auf 1900 Metern Höhe und wird „Die blaue Perle Armeniens“ genannt. Bei uns ist er allerdings mit einem eher grünen Algenfilm bedeckt. Naja, Klaas stört‘s nicht.
Wir bekommen einen kleinen Platz empfohlen zum Campen. Hier gibt es Bungalows, Zelte und auch wir finden einen Plätzchen. Das Ganze liegt am Strand, es gibt Liegen und Sonnenschirme und eine Bar mit Restaurant. Der Platz ist hippiemäßig gestaltet und versprüht eine entspannte Atmosphäre. So soll es dann auch sein. Die Jungs sind den ganzen Nachmittag beschäftigt und wir können mal wieder einfach nur rumliegen. Am Abend gönnen wir uns dann auch noch ein Essen und haben einen prima Blick auf den Sonnenuntergang.
Am Morgen geht es weiter Richtung Hauptstadt. Wir fahren allerdings erstmal dran vorbei. So recht wissen wir noch nicht, ob wir darauf Lust haben. Auf dieser Ebene hier herrschen 40 Grad, alles ist trocken und karg.
Aber es muss noch allerlei Kram erledigt werden. Geld abheben, einkaufen, tanken. Für alles brauchen wir mehrere Anläufe. Irgendwie ist gerade kein Geldautomat zu finden, beim Supermarkt gibt es nicht alles, dafür ist mal wieder Zeit für eine Torte :-) Wir brauchen vier Tankstellen, bis wir eine finden, die Diesel verkauft. 
„Sorry, you‘re have Diesel?“ 
„Gas?“
„Nee, Diesel!“
„Gas?“
„DIESEL!!“
„No!“
Die meisten Autos fahren hier mit Gas. 
Dann geht es für uns ein Stückchen in die Berge, es wird also etwas kühler, wir haben nur noch 34 Grad.
Und dann erreichen wir unsere Oase! Den 3Gs Campingplatz, der von einem holländischen Paar betrieben wird und alles bietet, was man braucht. Er ist wunderschön angelegt, alles ist ganz neu und entspricht europäischem Standard. Das hatten wir zuletzt am Shkodrasee in Albanien. Herrlich! Das wird ein Ort zum Erholen und zur Ruhe kommen.
Hier treffen sich natürlich wieder allerlei Weltenbummler, allerdings überwiegend Deutsche. Das gibt wieder viel zu erzählen und Tipps auszutauschen.
Leider ist nicht überall Diesel drin, wo es draufsteht.
Leider ist nicht überall Diesel drin, wo es draufsteht.

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