Klostermarathon (Chor Virap, Norawank, Tatev)

It‘s time to say goodbye!
Wir werden lieb verabschiedet am Morgen und dann auf durch Armenien.
Wir haben fast unsere gesamten Vorräte aufgebraucht, also führt der erste Weg wieder zu dem uns bekannten Supermarkt. Wir bekommen alles mit einem Mal, noch volltanken und dann führt uns das Navi durch Jerewan, der Hauptstadt Armeniens. Wir bekommen einen Eindruck von der Stadt, aber länger aufhalten wollen wir uns nicht. Es ist einfach so furchtbar heiß.
Dann geht es weiter Richtung Süden und zum allerersten Mal können wir den Ararat erspähen. Leider ist es viel zu diesig, um auch nur eine vernünftige Aufnahme hinzukriegen. Wir fahren ein Stück näher ran zum Kloster Chor Virap und mühen uns den Berg noch. Trotz der Hitze ist es gut besucht und wir verabschieden uns schnell wieder.
Ein Stück entfernt versuche ich ein klassisches Fotomotiv von Armenien einzufangen, habe aber auf Grund der Wetterlage kein Glück. Das Kloster Chor Virap vor dem mächtigen Ararat mit seinem schneebedeckten Gipfel. Ich hab’s extra in schwarz-weiß gemacht, so kann man ihn noch am besten erkennen ;-)
Da wir hier nochmal vorbeifahren werden, hoffe ich auf bessere Sicht beim nächsten Mal oder dann von türkischer Seite. 
Der Ararat gehört heute zur Türkei, das war nicht immer so. Mehr dazu ein andermal. 
Wir befinden uns nun also wieder ganz nah an der Türkei, aber auch zu Nachitschewan. Kennt ihr nicht? Macht nichts. Wir kannten es vorher auch nicht. Nachitschewan ist eine autonome Republik seit 1921, die aber zu Aserbaidshan gehört. Dazu muss man wissen, dass Aserbaidshan und Armenien gar nicht gut miteinander können, um das mal so einfach auszudrücken. Bedeutet z.B. für uns, dass wir mit unserem Pass arge Schwierigkeiten hätten nach Aserbaidshan einzureisen, da wir nun bereits einen armenischen Stempel haben.
Von daher ist dies nun eine besondere Lage, da es keinen direkten Zugang zum Hauptstaat gibt. Am Straßenrand können wir einige Bunker erkennen.
Die Landschaft hier ist sehr karg, aber schön. Und die Hitze nun bald unerträglich!!!
Unser nächster Halt ist an der Areni-Höhle, die bereits in der Steinzeit bewohnt war und in der man einen 5500 Jahre alten Lederschuh und Frauenrock gefunden hat. Aber ihr kennt unser Glück mit Höhlen. Wir stehen mal wieder vor verschlossener Tür. Warum wissen wir nicht. Wir nehmen trotzdem an dieser Stelle einen Abzweig von der Hauptstraße und fahren durch den Norawank-Canyon, an dessen Ende sich ein Kloster befindet. Was sonst?! ;-) Den Weg nach oben sparen wir uns aber, es ist einfach zu heiß.
Außerdem soll es hier aber auch den Kaukasus-Leoparden geben, wir können ihn aber leider nicht entdecken, nur ein paar Schmetterlinge.
Nun aber schnurstracks zum Campingplatz. Der Kopf glüht, der Schweiß läuft, die Stimmung so lala.
Reger Storch-Flugverkehr
Reger Storch-Flugverkehr
Dort angekommen, geht’s gleich ab in den Pool. Ist nicht ganz so hübsch, wie auf unserem letzten Platz, aber durchaus sympathisch. Auch hier sind ein paar Backpacker anzutreffen. Eine schöne Aussicht gibt’s noch dazu. In der Nacht regnet es zweimal kurz, aber zum Schlafen kommen wir trotzdem nicht unter kuschlige 29 Grad.
Hier kann man es auch aushalten.
Hier kann man es auch aushalten.
Am Morgen und Vormittag weht ein ganz schön kräftiger Wind. Was für eine Wohltat! Allerdings wissen wir nicht, ob wir bei dem Wind unser Vorhaben für heute in die Tat umsetzen können.
Zunächst mal geht es bergauf. Bis auf 2300 Meter. Schwerstarbeit für unser treues Gefährt. Hinter dem Pass geht es gleich wieder runter, aber am Ende des Tages stehen wir trotzdem auf 1500 Metern Höhe. Ich weiß gar nicht, ob man in Armenien überhaupt mal irgendwo runter kommt.
Wir durchqueren endlose, einsame Weiten, sanfte Hügel, schroffe Felsen, Reiter auf ihren Pferden, die alten Autos, viele LKW’s aus dem Iran, wir sind in einer ganz anderen Welt, die so anders ist als unsere Heimat.
Übrigens befahren wir gerade einen Teil der alten Seidenstraße, das haben wir schon öfter mal gemacht, aber an dieser Stelle soll es nun mal erwähnt werden :-)
Hier wieder ein Bild der Kategorie: Welches Auto kann am meisten transportieren?
Hier wieder ein Bild der Kategorie: Welches Auto kann am meisten transportieren?
Kein Tag darf ohne Kloster vergehen, heute geht es nach Tatev. Keine Sorge, ihr habt es bald geschafft mit den Klöstern!!
Naja, was soll ich auch noch sagen. Alles ist wie immer dort, aber eine Sache ist dann doch ganz besonders. Wie sind wir eigentlich hierher gekommen?
Das Kloster lag bis 2010 relativ schlecht erreichbar, über einer Schlucht, abseits der gut befahrbaren Straße. Da liegt es auch immer noch, aber dem schwierigem Anfahrtsweg wurde Abhilfe geschaffen.
Es wurde eine Seilbahn gebaut, aber nicht irgendeine. Nämlich die längste, in einer Sektion mit durchgehendem Tragseil ausgeführte Pendelbahn der Welt. Warum ich das so kompliziert ausdrücke? Weil ich das selbst nicht verstehe, aber vielleicht der ein oder andere Technikfreak von euch.
Jedenfalls ist das schon echt ein krasses Ding. Die Fahrt geht über 5750 Meter und dauert 11 Minuten. Man hängt 500 Meter über der Erde und es geht zwischendurch mächtig bergab, was ein kleines Aufschreien aller Fahrgäste in der Gondel zur Folge hat. Oh man, Achterbahnfahren ist gar nichts dagegen. Und weil‘s so schön war, geht’s nach dem Klosterbesuch natürlich auf gleichem Weg wieder zurück.
Aber man hat schon echt ne tolle Aussicht und das Gefühl, über den Canyon zu schweben, ist unbeschreiblich. Zum Nachahmen empfohlen!!
Der winzig kleine Schatten unserer Gondel 500 Meter über dem Boden.
Der winzig kleine Schatten unserer Gondel 500 Meter über dem Boden.

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Kommentare: 2
  • #1

    Walter (Donnerstag, 02 August 2018 13:08)

    Hallo ihr Vier - tolle Reise! Brings back memories - wir sind dazumal von Tabriz (Iran) nach Erzurum (Türkei) gefahren - also nicht weit von eurer Route! Den Ararat-Berg haben wir damals auch nur weit in der Ferne gesehen - und die Arche Noah haben wir auch nicht gesehen - ihr könnt euch also die Suche danach getrost ersparen...!
    Es freut uns sehr, dass ihr so gut vorwärts kommt - in diesen ja nicht immer so einfachen Ländern - da können viele Leute doch glatt ihre Vorurteile, die man diesen Ländern entgegenbringt, abbauen. Macht es weiterhin so gut!
    Walter und Renate

  • #2

    Ingo HKP (Montag, 06 August 2018 21:03)

    Na also, habn Kohlekompretten ihre Wirkung nicht verfehlt;)... genießt den Tripp und immer die Karre finden= weiterhin „ Glück auf“ gewünscht und danke für die ( bestimmt) mühevolle Berichterstattung!!! ��