Höhlenstadt Chndsoresk

Geschlafen haben wir dann gleich auf dem Parkplatz der Seilbahn. Der Parklplatzwächter macht noch ne halbe Stunde Ein-Mann-Party am Abend, aber dann ist Stille. Wir schaffen es sogar auf 23 Grad in der Nacht. Immer wieder schön am Abend und am Morgen die Ruhe ohne Menschenmassen zu genießen. Wir können 3 Adler beobachten, die oberhalb der Schlucht ihre Kreise ziehen auf der Suche nach Beute.
Dann zieht es uns nochmal ein paar Kilometer südlicher nach Chndsoresk. Ein kleines Schild am Straßenrand weist uns den Weg, aber wir sind uns nicht ganz sicher. Die Straße ist eine Schotterpiste und von den Dorfbewohnern werden wir ungläubig angeschaut. Das Navi schickt uns auch hier lang, na wird schon gut gehen. 3 Kilometer rumpeln wir also bis zum Parkplatz und am Ende sind wir doch richtig gelandet.
Uns erwartet eine Höhlenstadt, die tatsächlich noch bis 1958 bewohnt war.
Nun gut, jetzt heißt es aber erstmal rüberkommen. Und zwar per Hängebrücke. Die ist 160 Meter lang und hängt 63 Meter über der Erde. Na da wird dir aber ganz schnell ganz anders, wenn du da rüber läufst. Gestern die Seilbahn, heute die Hängebrücke, dass reicht erstmal an Adrenalinschüben!
Drüben gibt es dann natürlich eine Menge zu erforschen für Lenny und Klaas.
Von hier ist es nun nicht mehr weit bis in die Republik Bergkarabach. Wir haben recherchiert und gelesen, uns mit anderen Reisenden unterhalten. Wir werden nicht dorthin fahren. Es gibt momentan keine Unruhen dort, aber die Situation ist eine angespannte, zudem braucht man ein Visum, was allerdings kein Problem ist, aber Probleme machen kann bei späteren Reisen in andere Länder. Nun sind wir ja auch nicht zu zweit unterwegs, sondern tragen auch für die Jungs die Verantwortung und somit fällt es für uns aus. Bergkarabach ist eine autonome Republik, offiziell in Aserbaidshan gelegen. Allerdings ausschließlich von Armeniern bewohnt. Die Republik ist von keinem Staat der Welt anerkannt und es gab in der Vergangenheit Kriege und auch in jüngerer Vergangenheit kam es an den Grenzgebieten zu Aserbaidshan zu Schusswechsel. Ich denke, die Situation ist vergleichbar mit dem Kosovo vor einigen Jahren/Jahrzehnten.
Weit ist es nun auch von hier aus nicht mehr bis in den Iran. So nah und doch so fern. Dieser Traum wird ein andermal gelebt. Versprochen! Dann mit größeren Kindern, anderem Auto und zu einer anderen Jahreszeit.
Aber übrigens ganz weit ist es von hier aus nach Berlin. Nämlich 4244 Kilometer.
Wir treten nun also offiziell den Rückweg an Richtung nach Hause, aber der ein oder andere Umweg und Abstecher wird noch drin sein ;-)
Es geht erst bergauf bis auf 2353 Meter und dann wieder runter. Und unten ist es wieder so richtig heiß. Was soll man machen? So fahren wir zum Platz von vorletzter Nacht, treffen auf ein paar alte Reisebekannte und dann ab in den Pool! Hier kann man die Hitze ertragen.

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