Am Nemrut-Dağı

Die Nacht war top, Lenny ist allerdings schon um 6 wach. Na man kann nicht alles haben! Lag wahrscheinlich am Hahngekrähe! So brechen wir zeitig auf zum Nemrut Dağı. Am schönsten soll es da oben bei Sonnenaufgang sein. Das glauben wir gern, aber unsere Motivation reicht nicht aus.
Immer steil, immer steil geht es hoch hinauf bis auf über 2100 Meter. Die letzten 1,5 km bleibt unser Womo verschont, wir müssen umsteigen in einen kleinen Shuttlebus. Murat hat gute Laune, dreht die türkische Musik volle Pulle auf und wir ruckeln nach oben.
Wir befinden uns im nördlichen Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris. Na? Wer hat in Geschichte aufgepasst? ;-)
Die Anlage auf dem Gipfel des Nemrut ließ König Antiochos (69-36 v. Chr.) errichten, als Zeichen seines Vertrages mit den Göttern und war als Zentrum einer neuen, von ihm gestifteten Religion angelegt. Gleichzeitig ist es auch sein Grab. Es besteht aus einer markanten Geröllaufschüttung und drei Terassen im
Norden, Osten und Westen. Die alten Statuen beeindrucken noch heute, auch wenn sie nicht mehr in voller Größe stehen. Sie stellen die griechischen Götter da.

Der Weg nach oben ist zu Fuß ganz schön beschwerlich, die Kleinsten streiken mehrfach. Na irgendwann kommen wir doch noch oben an und können einmal um den Berg laufen, alles bewundern, vorallem auch die weite Landschaft. Man hat einen tollen Blick auf den Atatürk-Stausee.

Runter geht’s dann schneller, Murat fährt uns zurück zum Womo und ab geht die Post. Schon wieder liegen 380 Kilometer vor uns. Schön heiß ist es auch wieder. Zwischendurch gehen wir einkaufen, machen mehrere Päuschen und uns fällt auf, dass die Pfirsichsaison langsam ausläuft. Die Gegend ist für ihre Aprikosen bekannt und davon gibt es nun jede Menge. Unendlich viele liegen auf Tüchern auf der Straße zum Trocknen.
Die Schlafplatzsuche gestaltet sich schwierig, hier gibt es einfach nichts. Es gibt ein paar Picknikplätze und Aussichtspunkte, aber wir sind ehrlich, wir wollen heute mal unsere Ruhe haben. Es ist Samstag und wenn wir jetzt irgendwo auftauchen, wo viele türkische Familien sitzen und grillen, ist uns Gesellschaft garantiert. Wir schätzen die Gastfreundschaft der Türken sehr und freuen uns jeden Tag über ihre Herzlichkeit. Wir werden 15 mal am Tag angehupt, bekommen essen geschenkt, Kinder werden geknuddelt, aus dem Winken kommt man kaum raus. Aber manchmal will man eben auch einfach nur für sich sein.
Kurz vor Einbruch der Dunkelkeit kommen wir in einer kleinen Stadt an, wir suchen jeden Winkel ab und entscheiden uns für ein ruhiges Plätzchen am Sportplatz. Ein Anwohner versichert uns dann noch, dass wir uns hier absolut keine Sorgen machen brauchen. Also dann gute Nacht!

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