Kappadokien

Wir sind zurück! Aus der Märchenwelt Kappadokiens. Und haben unglaubliche Bilder und Eindrücke mitgebracht.
Die letzen 380 Kilometer sind einsam, karg und fast schon ein bisschen langweilig. Doch wir nähern uns der Mitte der Türkei und Kappadokien ist das Highlight. Jeder Türke kennt es, die meisten waren schon hier und natürlich auch allerlei Touristen aus sämtlichen Nationen. 
Die Nummernschilder sind uns jetzt öfter bekannt. Viele Deutsch-Türken sind derzeit auf Urlaub hier. Unser Leben als Abenteurer neigt sich nun dem Ende, wir benutzen wieder die ausgetretenen Pfade. Trotzdem können auch wir schwärmen.
Bereits 25 Kilometer vor dem Gebiebt Kappadokiens können wir den Vulkan Erciyes Dağı ausmachen, dessen schneebedeckter Gipfel in 3917 Metern Höhe thront. Ihm und dem Hasan Dağı haben wir das alles zu verdanken.
Denn vor rund 3 Millionen Jahren bildete sich durch ihre Aktivität diese einzigartige Landschaft. Unmengen von Lava, Asche und Schlamm erkalteten und die Schichten verdichteten sich zu weichem Tuffstein, das im Laufe der Jahrtausende durch Erosion die skurrilsten Formen annahm. Es erwarten uns bizarre Tufflandschaften aus Kegeln, Türmen, Kaminen und Wellenkämmen, unterbrochen von unzähligen Höhlen und Schluchten.


Wir steuern erstmal direkt Kaya-Camping an und bewegen uns auch am Nachmittag nicht weiter vom Fleck, außer natürlich zum Pool :-)) Die letzten Tage sind wir ja nur gefahren.

Für den nächsten Morgen stellen wir uns den Wecker auf 5:30. Na das nenn ich mal Urlaub. Denn jeden Morgen, vorausgesetzt der Wind geht nicht zu stark, steigen Dutzende von Heißluftballons mit Touristen in den Himmel, um die wundervolle Landschaft von oben zu betrachten. Aber auch für die Untengebliebenen ist es ein fabelhafter Anblick, der auch am 4. Morgen noch nichts von seinem Zauber verloren hat. Wie Luftblasen ploppen nacheinder die bunten Ballons aus den Tälern. Auch die Kinder sind hin und weg und wollen jeden Morgen früh aufstehen, um sich das Spektakel anzuschauen.
Wir haben das große Glück, direkt von unserem Womo aus die Ballons beobachten zu können. Den einen Morgen landet sogar ein Ballon direkt vor unserer Nase.
Aber natürlich gibt es auch jede Menge zu entdecken. Direkt gegenüber vom Campingplatz liegt eine der unzähligen Kirchen, die hier in Kappadokien in die Felsen gehauen wurden. Wir zahlen einen kleinen Eintritt, bekommen Taschenlampen und können losziehen. Wir sind beeindruckt, wie diese Höhlen und Gänge damals entstanden sein müssen. Es geht tief in den Fels, über mehrere Etagen, durch kleine, dunkle Gänge. Aber es soll noch krasser kommen, dass wissen wir zu dem Zeitpunkt nur noch nicht. Für diesen Tag haben wir erstmal genug Abenteuer erlebt.
Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf, sind ja eh immer früh wach, und laufen zum Göreme Open Air Museum. Um kurz nach 9 ist noch nicht viel los, das soll sich aber kurze Zeit später ändern. Unendlich viele Busse trudeln ein, aber wir haben noch einen guten Zeitpunkt abgepasst.

Die ersten Höhlenkirchen wurde im 7. Jahrhundert nach Christus gebaut und waren eigentlich eher ein Notbehelf, da Kirchen ja sonst eher so weit nach oben, wie möglich gebaut werden, um Gott näher zu sein. Die Kappadokier befürchteten aber Übergriffe und Plünderungen, da ihre Heimat an der stark frequentierten Seidenstraße lag. Zu Beginn schufen sie nur einfache Behausungen, später enstanden dann eben auch besagte Kirchen, Kapellen, Klöster und ganze Städte unterirdisch.
Da in diese Kirchen nur wenig Licht eindringt, sind auch viele der Fresken noch heute wunderbar erhalten.
Nach dem Museumsbesuch zieht es uns in die Stadt Göreme und wir gönnen aus ein ausladendes, türkisches Frühstück. Später schlendern wir noch durch die kleine Stadt und lassen unseren Geldbeutel an den vielen Souvenirständen etwas schmaler werden. Zurück geht es dann mit dem Taxi und ab in den Pool!
Am nächsten Tag steht Wandern auf dem Programm. Direkt vom Campingplatz aus laufen wir los ins Meskendir-Tal. Die Pukys sind dabei, die Pfade breit genug. Steil geht es bergab, durch vom Wasser ausgewaschene Tunnel, immer wieder Höhlen und Kirchen. Fix und fertig kommen wir an einem kleinen Stand mit Wasser, Nüssen und Trockenfrüchten vorbei. Einige leckere Knabbereien landen auch in unseren Bäuchen.
Auf dem Weg zurück Richtung Göreme kommen wir an vielen Quads vorbei. Bald können wir auch den Verleih ausmachen und, naja, warum eigentlich nicht?! Heute ist mein Geburtstag, da können wir es ja auch mal krachen lassen.
Helm auf! Da ist Gas! Da ist Bremse! Los geht’s! Und dann heizen wir eine Stunde in einer kleinen Gruppe durch die tolle Landschaft, machen kurze Fotostopps und haben jede Menge Spaß. Die Kinder liegen uns noch die nächsten Tage in den Ohren, sie wollen unbedingt nochmal Quad fahren :-)
Zum Schluss gibt’s noch ein leckeres Abendessen, ab ins Taxi und total knülle fallen wir ins Bett. Am nächsten Morgen ist ja wieder früh aufstehen angesagt!
Wunschbaum
Wunschbaum
Am Donnerstag beschließen wir, weiter zu ziehen. Völlig eingestaubt und voller schönster Eindrücke verlassen wir Kaya-Camping bei Göreme und machen noch einen Abstecher ins Liebes-Tal. Wir laufen einen Kilometer und kommen bei den skurrilen Felsen an. Etwas kinderfreundlicher benennen wir sie als Spargelstangen, aber ich denke, ihr könnt euch denken, wieso es Liebes-Tal heißt ;-)
Ich hoffe, ihr konntet unsere Leidenschaft für Kappadokien ein bisschen teilen, es folgen noch mehr Abenteuer in dieser Gegend. So ganz konnten wir uns noch nicht trennen. Bleibt gespannt!
Wir schicken euch erstmal noch ein paar Ballons, von wo auch immer ihr gerade den Blog lest. Es sind genug für alle da! ;-))

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Weders (Freitag, 17 August 2018 14:55)

    Herrlich diese schönen Bilder. Uns hat es auch sehr beeindruckt.
    Ganz liebe Grüsse Renate und Walter

  • #2

    Opa (Freitag, 17 August 2018)

    Na das nenn ich mal Urlaub. Ist einfach ein träumchen was ihr da erleben durftet. Wenn ich so an meine Kindheit denke würde ich meinen das ist genau das richtige für die beiden Jungs, oder? Liebe Grüße

  • #3

    Tante Jule (Samstag, 18 August 2018)

    Wow so tolle Bilder und Eindrücke. Bin ganz neidisch. Wäre gern dabei gewesen. Die Quadtour sieht auch nach einer Menge Spaß aus. Mega cool!!! :)