In der unterirdischen Stadt Kaymaklı und zur Ihlara-Schlucht

Nach dem Liebes-Tal geht es für uns weiter zur unterirdischen Stadt von Kaymaklı. Aber nicht ohne vorher noch ein kleines Mittagessen am Straßenrand einzunehmen. Yamyam!
In Kappadokien gibt es 150 bis 200 unterirdische Städte. So viele sind zumindest bekannt. Immer wieder entdeckt man eher zufällig neue Städte. Die Entstehungszeit ist nicht ganz geklärt. Einig ist man sich aber darüber, dass die christliche Bevölkerung Kappadokiens im 7. Jhd.n.Chr. die Städte erheblich ausbaute.
In Kaymaklı kann man nun 5 von 8 Etagen erkunden. Plötzlich sind wir unter Tage in einem endlos wirkenden Labyrinth aus Räumen, Gängen, Hallen, Treppen. Wir würden wohl nie wieder auftauchen, wenn nicht die Hauptroute mit Pfeilen ausgeschildert wäre. Aber auch vom Hauptweg zweigen immer wieder Räume und Gänge ab und man kann schnell in Panik geraten. Hoffentlich gibt’s keinen Stromausfall, sonst falle ich in Ohnmacht.
Je tiefer man geht, umso kleiner und schmaler werden die Gänge. Benni und ich müssen teilweise im Entengang watscheln, um überhaupt noch durchzupassen.
Die größte Stadt soll 19 Etagen haben. Na da wird mir gleich ganz anders. Aber bis zu 15.000 Menschen sollen hier untergekommen sein, es gibt ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, Küchen, Toiletten, Stallungen, Kirchen. Nur einfach kein Tageslicht.
Nachdem wir den Ausgang wieder gefunden haben, sind wir erleichtert, aber auch fasziniert von dieser Art zu leben.
Wir fahren weiter zur Ihlara-Schlucht, sind heute aber nicht mehr so recht in Wanderstimmung und suchen uns ein Plätzchen am Fluss. Was für ein Glücksgriff! Wir sind ganz allein, direkt am Wasser, können uns ausbreiten, sogar die Hängematte rausholen. Und das für umsonst!
Wir haben eine ruhige Nacht und auch einen entspannten, idyllischen Morgen. Heute geht’s dann aber zur Schlucht.
Die Ihlara-Schlucht ist 15 Kilometer lang und bis zu 150 Meter hoch. Entstanden ist sie durch den unterirdisch fließenden Melendiz, der das felsige Terrain so lange unterspülte, bis es irgendwann einstürzte. Im 8.Jhd.n.Chr. war sie Rückzugsgebiet byzantinischer Mönche und so enstanden mindestens 13 Kirchen in den Felsen. In Zeiten der Verfolgung bot die Schlucht ein ideales Versteck. Heute ist sie kein Geheimnis mehr, die Tourenveranstalter haben den Canyon mit auf dem Programm. Auch wir steigen die 400 Stufen hinab und später wieder hinauf :-/
Aber erstmal verbringen wir 3 Stunden in dem schönen Tal. Die Reisebusse haben zum Glück nicht so viel Zeit und so schauen sich die Menschenmassen nur die ersten beiden Kirchen an und kehren wieder um. Gleich dahinter sind wir ganz allein und finden ein lauschiges Picknickplätzchen am Fluss und können uns die Füße abkühlen.
Wieder oben gibt’s für ein paar Taler noch ein Mittagessen und wir beschließen einfach, nochmal zu unserem alten Schlafplatz am Fluss zu fahren und dort noch einen entspannten Nachmittag und Abend zu verbringen :-))

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu (Samstag, 18 August 2018 17:39)

    Total schön! Spannende Geschichte-hatte noch nichts davon gehört. Danke ihr Lieben!!!!!