In Sultanhanı

Gestern haben wir auf dem Weg von der Schlucht noch eine große Klosteranlage entdeckt. Wir könnnen es nicht lassen und machen nochmal einen Abstecher dorthin.
Die Selime-Kathedrale ist eine der größten hier in Kappadokien. Wir sind mal wieder in aller Früh die ersten Besucher und haben das ganze Areal für uns allein.
Wieder geht es durch die Höhlen und es gibt allerhand zu entdecken in den vielen Räumen. Es macht aber auch einfach zu viel Spaß!
Dann fahren wir noch nach Güzelyurt, denn dort versteckt sich ebenfalls noch eine kleine unterirdische Stadt. Ist quasi um die Ecke, also nehmen wir die auch noch mit. Sie ist natürlich nicht so beeindruckend, wie die große, die wir uns angeschaut haben, aber dafür sehen wir zum ersten Mal eine Karanwanserei.
Eine Karanwanserei war eine ummauerte Herberge an Karawanenstraßen, in unserem Fall eine der ältesten der Welt. Reisende konnten dort mit ihren Tieren und Handelswaren sicher übernachten und sich mit Lebensmitteln versorgen. Große Karawansereien dienten zugleich als Warenlager und Umschlagplatz.
Tatsächlich steigt uns in den Stallungen immer noch der Geruch von Tieren in die Nase und auch so können wir uns das Treiben hier von damals gut vorstellen.
Heute sind hier noch nur viele Tauben zu Hause und bei uns kommen direkt Heimatgefühle auf. Berlin-Schönhauser Allee, da riecht es auch so nach Taubenkacke.
Weiter geht es durch die Einsamkeit Zentralanatoliens. Nichts, nichts, nichts. Ab und zu ein Vulkan und erkaltete Lava. 
Was ist denn das?
Was ist denn das?
Das verbirgt sich im Inneren.
Das verbirgt sich im Inneren.
Im nächstgrößeren Ort füllen wir unsere Vorräte auf und dann machen wir Halt an einem Salzsee. Also Wasser ist nicht mehr viel da, dafür aber Salz und in der Mitte ein kegelförmiger Berg.
Gleich gegenüber gibt es noch einen Krater-See, in dessen blaues Wasser wir am liebsten sofort eintauchen würden. Macht aber keiner, wird schon seine Gründe haben, deswegen lassen wir es lieber auch sein. Ein schöner Anblick ist es aber trotzdem.
Zu guter Letzt kommen wir in Sultanhani an. Eine kleine Stadt mit einer bekannten Sehenswürdigkeit, deswegen haben auch wir hier Halt gemacht.
Wir steuern aber erstmal direkt den kleinen, feinen Campingplatz von Tahir an und werden freundlich begrüßt. Wir bekommen Tee, es gibt eine wunderbare, grüne Wiese zum Toben und eine warme Dusche.
Tahir lädt die Kinder auf sein Moped ein und sie düsen ein ein paar Runden auf dem sonst leeren Platz. 
Am Abend bringt uns Tahir noch in ein kleines Lokal, abseits des Touri-Gewimmels.
Am nächsten Morgen holen wir uns beim Bäcker um die Ecke allerlei Köstlichkeiten und kurze Zeit später beschließen wir, noch einen Tag zu bleiben. Die große Karawanserei von Sultanhanı, weswegen wir eigentlich hier sind, schaffen wir an diesem Tag nicht zu besichtigen, dafür tauchen wir wieder ein in die türkische Kultur. Tahir erzählt uns viel über das Leben hier, wir lernen seinen Onkel kennen und später seine beiden Kinder. Am Dienstag beginnt das Opferfest, das höchste Fest des Islam. Deswegen ist Sultan, Tahir‘s Frau zu Hause mit den Vorbereitungen beschäftigt, so kommt es dass ich mit der 7-Jährigen Emine zum Friseur gehe. Ist schließlich Frauensache. Wieder um eine Erfahrung reicher :-)
Später am Nachmittag werden wir dann noch zu Tahir nach Hause eingeladen und er zeigt uns Haus und Hof und wir lernen auch Sultan kennen. Was für ein passender Name in dieser Stadt. Die Kinder verstehen sich auch ohne gemeinsame Sprache prima und wir erfreuen uns der türkischen Gastfreundlichkeit.
Mit dem Moped zurück am Campingplatz, geht Tahir noch mit mir und den Kindern einkaufen, als wär es das Normalste der Welt.
Heute Morgen schaffen wir es dann doch noch in die Karawanserei. Sie wurde 1229 von den Seldschuken erbaut und gilt als eine der Größten. Zur Zeit wird repariert und restauriert, also sehen wir leider nur viel Baustelle und es kommt kein Flair rüber.
Wir verabschieden uns von Tahir und weiter geht die Reise!

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