Zurück ans Meer über Konya und Beyşehır

Ein Stück weiter gibt es noch eine Karawanserei, die hat bei unserer Ankunft allerdings geschlossen. Dafür gibt es einen netten Spielplatz und dahinter befindet sich eine Einsturzdoline, wie sie im Lehrbuch steht.
Sowas entsteht, wenn die Überdeckung großer Hohlräume einstürtzt. In unserem Fall, soll es 145 Meter tief nach unten gehen.
Es geht weiter nach Konya, eine der größten Städte der Türkei. Wir haben Rennereien, unser Gasdruckminderer oder wie auch immer das heißt, ist kaputt und nun gurken wir durch Baumärkte und kleine Läden, um irgendwie Ersatz zu bekommen. Und das einen Tag vor Bayram. Alle wollen früh Feierabend machen, um ihre Besorgungen zu erledigen. Zum Ladenschluss werden wir dann doch noch fündig, zumindest kann es mal wieder provisorisch repariert werden.
Wir hatten eigentlich geplant in Konya zu übernachten und uns auch ein wenig die Stadt anzugucken, aber wir entscheiden spontan, doch weiter zu fahren. Es ist einfach zu viel Trubel einen Tag vor dem großen Fest. Unterwegs sehen wir immer wieder Kühe, Ziegen und Schafe, die irgendwie transportiert werden zum Schlachten morgen.
Uns erinnert das ein bisschen an die vielen Tannenbäume auf den Autodächern zu Weihnachten.
Wir fahren nach Beyşehir am gleichnamigen See und schauen uns die Eşrefoğlu Moschee an. Ein wunderschönes Gotteshaus mit einer ganz besonderen Ausstrahlung. Das dunkle Holz mit den Schnitzereien und die türkisen Fliesen und Teppiche harmonieren toll zusammen. Es sind nur wenige Menschen da und wir fühlen uns irgendwie wohl.
Später fahren wir noch an einem Viehmarkt vorbei. Männer verstauen ihre Errungeschaften auf Pick-Ups, im Kofferraum oder einfach auf dem Rücksitz.
Alle 3 Campingplätze, die wir anfahren haben geschlossen. Hmmmm! Wir suchen auf eigene Faust, heute irgendwie nicht so einfach, aber am Ende des Tages finden wir doch noch ein einsames Plätzchen in der Natur.
Der Plan war eigentlich noch zum See zu fahren, aber wir haben gelesen, dass es dort mitunter sehr voll werden kann und es auch eher konservativ zugeht. Auf Burkini hab ich nun keine Lust und ehrlich gesagt, steht uns auch gerade nicht so recht der Sinn danach zu großen Familienfeiern eingeladen zu werden.
Das Opferfest, türkisch Kurban Bayramı, ist  das höchste Fest im Islam. Es ist Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka. Der Ursprung findet sich sowohl im Koran, als auch in der Bibel. Das Fest erinnert an den Propheten Ibrahim (Abraham), der sich bereit erklärt hatte, seinen Sohn Ismail (Isaak) für Allah zu opfern.
Es ist Tradition ein Schaf, eine Ziege oder eine Kuh zu schlachten und diese durch 3 zu teilen. Ein Teil geht an die Familie, ein Teil an Gäste und ein Teil an Bedürftige.
Auch wir werden heute noch öfter Zeugen werden von Schlachtszenarien, da unser Weg durch ländliches Gebiet verläuft. Wir sind beeindruckt und vertiefen ein paar Gedanken dazu.
Wir durchqueren das Taurusgebirge, denn wir wollen nun unbedingt wieder ans Meer. Zuletzt konnten wir das kühle Nass in Batumi in Georgien genießen. Doch hinter dem Gebirge wird alles ganz anders. Wir fangen plötzlich an zu schwitzen und können einfach nicht aufhören. Es ist soooo schwül/heiß. Die Straßen werden schlagartig voll und der Tourismus blüht. Als wir dann noch am Meer ankommen und direkt der erste Hotelklotz vors Auge fällt, sind wir im Pauschaltourismus angekommen. Wir stecken mitten zwischen Alanya und Antayla, der Hochburg für Urlauber aus dem Ausland und der Türkei.
Wir fahren einen Campingplatz an, das vergeht uns aber gleich wieder. Tatsächlich finden wir zwischen den Hotels einen kleinen, freien Strandabschnitt und können auch unser Womo hier parken. Ist zwar sehr nah an der Straße, aber das nehmen wir in Kauf. Auch ein paar wenige Einheimische kommen hier an den Strand.
Jetzt aber nichts wie raus aus den Klamotten und ins erfrischende Meer. Aber was ist das??? Die Wassertemperatur scheint die Außentemperatur noch zu übertreffen. Wir fühlen uns wie im Thermalbecken und das schwitzen scheint im Wasser nicht aufzuhören. Oh man! Scheinbar müssen wir uns erstmal akklimatisieren. Denn auch in Batumi waren wir das letzte Mal auf Meereshöhe, seitdem  mindest 1000 Meter, meist mehr darüber. Das war wesentlich angenehmer!!
Bei 35 Grad im Womo legen wir uns dann zur Nachtruhe, na mal schauen, ob wir auch ein Auge zumachen können.

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