Im Sundance-Camp an der lykischen Küste

Nee, die Nacht war dann wirklich nicht so dolle. Es hatte sich dann immerhin auf 28 Grad abgekühlt...
Gleich früh düsen wir weiter Richtung Westen. Auf dem Küstenhighway geht es vorbei an all den Hotelhochburgen. Sogar von Weitem sehen wir die riesigen Bauten und können gar nicht glauben, wieviele Menschen sich hier tummeln. Aber wir sind auch froh, dass sich alle auf diesen 150 Kilometern Küste sammeln, so bleibt mehr Abgeschiedenheit für uns fernab von Side und Co.
Auf der Autobahn fahren unendlich viele Busse zu nahegelegenen Attraktionen oder Outletstores und manchmal muss man sich richtig fremdschämen für seine Landsleute, aber genauso auch andere Europäer. Natürlich nicht alle!
Wir erkennen die Türkei eigentlich gar nicht wider. Kopftuch trägt hier fast niemand mehr, stattdessen sind knappe Shorts und bauchfrei die Regel. Na gut, kann man wenigstens wieder ohne schlechtes Gewissen im Bikini am Strand sitzen.
Auch wir peilen mal wieder eine „Shopping-Mall“ an, diverse Erledigungen stehen an. Wir halten uns dann tatsächlich auch eine Weile dort auf, aber eigentlich nur wegen der Klimaanlange :-))) 
Dann verlassen wir Antalya und begeben uns an die wunderschöne lykische Küste. Diese Strecke sind wir bereits vor 3 Jahren gefahren und Benni und ich waren auch schon zu zweit hier unterwegs. Damals noch zum Wandern und bei nicht so heißen Temperaturen, von daher können wir einfach an allen Sehenswürdigkeiten und schönen Wanderwegen vorbeifahren bei dieser Schwüle. Haben wir alles schon erledigt und abgehakt ;-) Was für ein Glück, so viel Wasser könnte keiner tragen, um das auszugleichen, was uns den ganzen Tag vom Körper tropft. Ich laufe hier keinen unnötigen Meter.
Aber das Taurus-Gebirge ist wirklich besonders schön anzusehen und auf den Berg Olympos fährt auch seit Kurzem eine Seilbahn.
Wir fahren zum Sundance-Camp. Es ist unser zweiter Besuch hier und wir sind erneut hingerissen von diesem Platz. Ein Hippie-Idyll in absolut naturbelassenem Umfeld, entspannte Leute, Hängematten, Schaukeln, gemütliche Sitzecken, freilaufende Tiere und direkt am Meer. Verhältnismäßig leer und ruhig. Wir werden sogar wiedererkannt :-)
Der Olympos
Der Olympos
2015
2015
2018
2018
Die Nacht ist dann aber der absolute Horror. Von der Bar dröhnt bis nach 3 Uhr Musik zu uns rüber, es ist immer noch schwül heiß bei über 30 Grad und das Schlimmste: Hunderte von Mücken! In unserem Womo! Wir haben eigentlich alles dicht, aber irgendwo scheinen die Biester sich durchquetschen zu können. Es nimmt einfach kein Ende.

Weil es doch aber so schön ist, zumindest tagsüber, wollen wir noch eine Nacht bleiben. Wir genießen den Tag überwiegend im Wasser und versuchen uns so wenig wie möglich zu bewegen, was uns auch gut gelingt. Ganz so ruhig bleibt es dann doch nicht. Große Party-Boote mit Touristen ankern in unserer Bucht. Naja, sie sind zum Glück einigermaßen weit genug entfernt, um uns nicht weiter zur stören.
Die 2. Nacht wird dann leider genauso ätzend und so müssen wir uns nun wohl oder übel vom Sundance trennen. Wir brauchen echt mal Schlaf.
Es geht weiter an der lykischen Küste entlang und 40 Kilometer weiter werden wir dann fündig. Auf einer großen Wiese am Strand können wir Platz nehmen, ein türkisches Wohnmobil leistet uns Gesellschaft und dann ab in die Fluten. Das Wasser ist natürlich genauso warm, aber die Luft ist nicht mehr so feucht. Das scheint ja vielversprechend zu sein für eine ruhige Nacht. Das Bayram-Fest ist nun auch zu Ende, wir haben uns mit Absicht dem Ganzen etwas entzogen, aber interessant war es trotzdem. Am Abend bekommen wir dann doch noch selbstgebackenes Baklava von unseren Nachbarn geschenkt. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Tante Jule (Sonntag, 26 August 2018 17:39)

    Auch ich war mal touri in Richtung Side. Hab somit auch noch in paar Bilder von Land und Leute vor Augen.
    Der Bildervergleich auf der Schaukel ist wirklich toll!!! �

    Liebste Grüße aus Berlin :)