Vom Nikolaus, Kannibalismus und Zähnen

Wir haben es getan! Wir haben es wirklich gemacht! Wir haben uns getrennt!
Wir haben uns nach wunderschönen 9 Tagen von unserem liebgewonnenen Platz, dem erfrischenden Meer, den Schildkröten und den anderen neuen Fellfreunden getrennt! Der Abschied fiel nicht leicht, aber die Zeit war nun gekommen. Wenn’s am schönsten ist, soll man gehen.
Solange haben wir tatsächlich noch NIE verharrt an einem Fleck. Noch in keinem unserer Urlaube oder Reisen hat es uns irgendwo länger festgehalten. Das ist also eher untypisch für uns. Aber die Zeit war einfach gekommen, wir wollten entschleunigen, wie man neuerdings gerne sagt und haben uns treiben lassen. Wir haben ein paar Gedanken aufgegriffen und über einiges nachgedacht.
Manch einer macht so eine Reise, um aus seiner Welt zu Hause auszubrechen, weil alles zu stressig und zu schnelllebig geworden ist. Oder möchte sich neu orientieren oder gar den Sinn seines Lebens suchen.
Das alles waren nicht unsere Beweggründe, wir haben einfach Spaß am Reisen. Es ist unsere Leidenschaft, man kann uns glücklich machen mit wunderschöner Landschaft, Einsamkeit zu Viert oder auch mal eintauchen in eine andere Kultur.
Und dennoch bleibt es nicht aus, dass man Inspirationen gewinnt, wie es Daheim weitergehen soll, was man anders machen möchte, was man beibehalten oder vertiefen möchte, was uns wichtig ist.
Manchmal werden wir gefragt, was so eine Weltreise kostet oder wie wir uns das alles leisten können. So schwer ist das gar nicht.  Man muss seine Ansprüche natürlich runterschrauben, sowohl im wahren Leben, als auch auf der Reise. Das haben wir bereits vor ein paar Jahren gemacht und so kommt es, dass wir uns unsere Träume erfüllen können. Und wirklich: Die schönsten Dinge auf der Welt sind umsonst!
Das zum philosophischen Teil des Blogs ;-)
Nachdem wir in „unserem“ Supermarkt einkaufen waren, laufen wir doch noch die 250 Meter zur Nikolaus-Kirche. Wenn wir nun schonmal hier sind......
Es ist wieder sauheiß und ich muss zu diesem Ausflug überredet werden. Ich ahne bereits Menschenmassen ohne Ende voraus.
Wir zahlen ein paar Euro Eintritt und können von der Kirche dann auch eigentlich gar nichts sehen. Zum einen ist sie mit Planen abgedeckt und zum anderen sind im Inneren der Kirche unzählige Besucher und Pilger.
Der Bischof Nikolaus von Myra wirkte in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts hier in Lykien und ist bei allen bekannt. Er war Helfer der Armen, Retter der Entrechteten, Freund der Kinder, das wohl ganz besonders bis heute.
Vor allem an seinem Grab stehen die Gläubigen Schlange um seiner zu Gedenken. Wir stellen uns nicht dazu. Was sollen wir auch den Kindern sagen? Hier ist der Nikolaus begraben? Müssen wir die ganze Sache nun heute aufklären? Wir sind eigentlich keine Freunde der Geschichten vom Weihnachtsmann, Osterhasen und Co., spielen aber mit. Wenn ich ehrlich bin, hab ich immer ein bisschen das Gefühl meine Kinder anzulügen, wenn der Weihnachtsmann die Geschenke unter den Baum gelegt hat. Nun ja, wir verschieben das Drama auf einen anderen Tag und laufen weiterhin mit vorfreudigen Kindern an den Verkaufsständen vorbei, an denen es ohne Ende Weihnachtsmänner zu erwerben gibt.......
Nun geht es aber wirklich weiter. Wir schrauben uns den Berg hoch und haben nochmal einen Blick zum Meer und bemerken erst hier, dass jede Menge Gewächshäuser die Landschaft säumen. 
Nächster Halt ist Kaş, eine gemütliche, kleine Hafenstadt, die zwar recht touristisch ist, aber trotzdem sehr schön. Wir bummeln hier heute bereits zum 2. Mal durch die Gassen. Viel verändert hat sich nicht in den letzten 3 Jahren, außer die Preise. Also zumindest für uns. Die türkische Lira hat sich immer noch nicht stabilisiert und so können wir noch ein paar Andenken für uns und unsere Lieben für kleines Geld erstehen.

Hier gibt es zwar auch 2 Campingplätze, aber wir ziehen noch etwas weiter, denn Baden kann man hier nicht so gut. Und wir brauchen dringend Wasser auf unserer Haut. 
Wir landen in der Nähe von Fethiye auf dem Doğa-Camping, der uns auch nicht unbekannt ist. Leider ist es wesentlich voller als beim letzten Mal, die türkischen Ferien dauern noch knapp 2 Wochen. Dann kehrt hier endlich Ruhe ein ;-)
Wir mögen den Platz trotzdem. Es ist eigentlich mehr ein kleiner Bauernhof mit Campingmöglichkeit. Die Kinder sind also wieder in tierischer Gesellschaft. Diesmal mit Schafen, Ziegen, Kühen und Hühnern. Es gibt auch 2 kleine Küken, die mit gekochtem Ei gefüttert werden!!!??? Bin ich die Einzige, die findet, dass das an Kannibalismus grenzt??? 

Wir stehen direkt am Meer, haben nette Nachbarn um uns herum und bleiben dann auch einfach noch einen Tag.
Als wir 2015 hier standen, hatte Klaas (damals 6 Monate alt) Fieber wegen seinem ersten Zahn und nun kommt es, dass dies auch der Platz wird, wo Lenny seinen 1. Zahn verliert :-)) So schließt sich der Kreis und vielleicht sollten wir besser nicht nochmal herkommen, wer weiß, was Benni oder mich dann erwartet!

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Kommentare: 2
  • #1

    Manu (Mittwoch, 05 September 2018 06:54)

    Es war mal wieder schön zu lesen.....Danke und euch einen schönen Tag

  • #2

    Ulli (Mittwoch, 05 September 2018 08:03)

    Hallo ihr VIER,
    als täglicher Leser eurer neuesten Nachrichten heute mal einen Gruß von mir.
    Es macht wirklich Spaß jeden Morgen etwas von euch zu lesen und zu wissen, wo ihr euch gerade befindet. Sehr interessant auch die vielen Hintergrundinformationen über Land und Leute. Und die Fotos bestätigen ja sehr oft das, was ihr gerade fühlt. Und die Reise ist noch nicht zu Ende. Vieles Schöne wird noch kommen und ein riesiger Schatz an Erinnerungen und Erfahrungen wird bleiben. So wünsche ich euch weiter eine gute Reise, viele gute Plätze zum Verweilen, Begegnungen mit Menschen die es gut meinen, jede Menge neuer Eindrücke und Fotos, an denen wir dann wieder teilhaben können. Leider musste ja das Kapa- Treffen diesmal ohne euch stattfinden. Deswegen lade ich euch heute in die Dropbox ein. So könnt ihr, wenn ihr wollt, auch daran im nachhinein teilhaben.
    Lasst es euch weiterhin gut gehen und seid ganz lieb gegrüßt aus dem fernen Berlin.
    Ulli