Die letzten Tage in Anatolien

Hä? Wie jetzt? Gewitter? Regen? Wir haben doch gerade mal Mitte September. Also so nicht! Dann fahren wir eben weiter! Naja, sooo schlecht ist das Wetter nun auch wieder nicht und weitergefahren wären wir eh. Früher haben wir uns immer gewundert, als wir ausschließlich zur Nebensaison reisten, weshalb die Einheimischen dann nicht mehr am Strand und im Wasser sind. Jetzt können wir sie irgendwie verstehen. Wenn man im Juli und August Bombenwetter hat, es immer heiß ist und nie regnet, muss man sich ja im September nicht mehr hochraffen, könnten ja 3 Tropfen runterkommen oder etwas bewölkt sein. Da das in Deutschland aber normalerweise immer im Sommer so ist, freuen wir uns natürlich über das tolle Wetter am Mittelmeer im Herbst. Wir zählen uns nun aber schon langsam zu den Einheimischen und fangen bereits etwas an zu frieren. Nachts sind nur noch 24 Grad, da muss die Daunendecke wieder her :-))
Es steht mal wieder eine Shopping-Mall auf dem Programm. Diverser Kleinkram wird benötigt und für die Lieben daheim werden ein paar Schnäppchen mitgebracht. Zu Ikea fahren wir auch nochmal ran und gönnen uns für wenig Geld neuen Stoff. Die Bezüge unserer Womo-Polster müssen DRINGEND gewechselt werden. Nach über 6 Monaten im Dauereinsatz mit 2 Kleinkindern kann man vielleicht erahnen, dass da mehr Dreck als Stoff ist ;-)
In der Mall „Optimum“
In der Mall „Optimum“
Das Shopping-Center ist riesig, in so einem großen waren wir noch nie und wir haben uns eigentlich nur in einem Flügel aufgehalten. Sowohl in der Mall, als auch bei Ikea müssen wir durch die Sicherheitskontrolle. Auf dem Parkplatz müssen wir sogar die Womotür öffnen und mit einem Spiegel wird unters Auto geguckt.
Nachdem alles erledigt ist, durchfahren wir Izmir, eine 3 Millionen Einwohner Stadt. Ganz schön viel los, wir quälen uns durch den dichten Verkehr.
Unterwegs treffen wir auf Mustafa Kemal, besser bekannt als Atatürk.
DER Nationalheld der Türkei ist ein Wahrzeichen geworden und man findet ihn in jeder Stadt und jedem Dorf, ob als Statur, Plakat, auf Fahnen oder im Straßennamen. Er war 1934 Mitbegründer der Türkei nachdem das osmanische Reich zerfallen war und prägte die heutige Türkei.
Er führte die europäische Gesetzgebung und den gregorianischen Kalender ein, das lateinische Alphabet und Türkisch als Amtssprache. Er führte die Einehe ein, sowie Familiennamen und Frauen erhielten das Wahlrecht. Während seiner Amtszeit hat sich die Analphabetenrate halbiert und das Pro-Kopf-Einkommen verdoppelt.
Bereits zu Lebzeiten wurde er verehrt. 1938 stirbt er an den Folgen einer Leberzirrhose, aber er lebt in der gesamten Türkei weiter. In Izmir ist sein Abbild in eine Felswand gemeißelt.
Geschlafen wird ohne Tam Tam irgendwo am Strand. Die Nacht ist ruhig und am nächsten Morgen geht die Fahrt weiter.
Wir legen einen Stopp an unserer „Lieblingsolivenfabrik“ ein und nach dem Besuch ist das Womo mal wieder um einige Kilo schwerer. Muss aber sein. Selbst die Kinder können nicht aufhören mit Brot ins das leckere Öl zu ditschen und von den Gratisoliven zu naschen, sodass wir schon fast ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie soviel futtern :-)
Nebendran gibt’s für uns gleich noch ein kleines Mittagessen. Leckere Hausmannskost. 5€ für uns alle mit Getränken! Wir werden es soooo vermissen!
Wir schlagen einen Weg abseits der Hauptstraße ein, es geht entlang der Küste. Hier treffen wir auch mal wieder auf Einsamkeit und ursprüngliches Dorfleben. Den Blicken der Bewohner nach zu urteilen, verirrt sich nicht allzu oft ein Wohnmobil hierher. Dafür muss unser Womo aber wieder ganz schön herhalten, bergauf, bergab und die vielen Kurven. Nachdem wir aber lange keinen geeigneten Stellplatz finden, sind wir doch ein bisschen genervt von der Fahrerei.
Schlussendlich können wir aber doch noch auf einem großen Parkplatz am Meer unser Nachtlager aufschlagen und den Anglern zuschauen, wie sie ihr Abendessen aus dem Meer zaubern. Für uns gibt es keinen Fisch, Lenny zieht Brot mit Olivenöl vor, Klaas bleibt doch lieber bei den altbewährten Chicken Nuggets ;-)

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