Zum Batak-See

Brrrrr.........das war jetzt aber doch schon etwas kälter nachts. 15 Grad sind beim Aufwachen im Womo und die Sonne zeigt sich erst später. Nach dem Haarewaschen muss ich seit langer Zeit den Fön rauskramen. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Haare geföhnt habe. Ach doch! Beim türkischen Friseur, die mir dann gleich mal ein paar Haare abgefackelt hat.
Also sitzen wir dick angemummelt am Frühstückstisch, dann wärmt sich aber alles schnell wieder auf und gegen 11Uhr machen wir uns vom Acker. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Campingplatz liegt wirklich auf‘m Dorf. Auf der Autobahn werden wir von vielen, vielen deutschen Autos überholt, aber auch Niederländer, Franzosen und sogar Schweden. Wir dachten eigentlich der türkische Rückreiseverkehr wäre abgeschlossen, aber dem scheint nicht so.
Wir steuern Plovdiv an, zweitgrößte Stadt in Bulgarien und wurde vor Kurzem zur Weltkulturhauptstadt Europas 2019 erklärt. Na da muss doch was los sein. Wir quälen uns durch den dichten Verkehr von Ampel zu Ampel und suchen nach einem
Parkplatz, werden aber nicht fündig. Zu voll, zu eng, Baustelle. Na toll! Die Stimmung kippt auf Fahrer- und Beifahrersitz, Schnauze voll, umkehren angesagt. Enttäuscht ziehen wir davon. Vorbei geht es an endlosen Weintraubenfeldern, am Straßenrand werden die Trauben verkauft, gleich daneben bieten leichtbekleidete Damen ihre Dienstleistung an. Ei Ei Ei, was ist denn hier los? Generell ist der Stil hier eher freizügig in der jungen Damenwelt, das sind wir nun aus der konservativen Türkei gar nicht gewöhnt.
Nun heißt es umplanen. Wir halten Kurs auf Batak. Da wollten wir eigentlich erst morgen eintrudeln, aber nun gut. Endlich geht es mal wieder ein bisschen in die Berge. Sonderlich steil ist es nicht, aber kurvig. Etwas blass im Gesicht nach der Rumgurkerei erreichen wir den Batak-See, der auf über 1100 Metern Höhe liegt. Das merkt man direkt an der Temperatur. Dazu ist es auch noch windig, aber der See mit den sanften Hügel drum herum sieht toll aus. Erinnert uns ein bisschen an Schweden.
Und immer mit dabei: Der Hund des Tages.
Und immer mit dabei: Der Hund des Tages.
Auf dem netten Campingplatz richten wir uns dann gleich mal ein und es kommt richtig herbstliche Stimmung auf. Ganz schön frisch wird es noch, wir wärmen uns mit Tee und Suppe. Auch die Nacht verspricht weniger hoffnungsvolle 5 Grad. Ach du Schreck! Lange Schlafanzüge, Strickjacken, Daunendecken rausgeholt, Heizung geprüft, wir sind vorbereitet ;-) Später bekommen wir noch Gesellschaft von Jörg, einem Motorradfahrer aus Hameln. Auch er erfreut sich an unserer Suppe und wir verquatschen den Abend. Na und wie das immer so ist, finden wir noch heraus, dass wir gleiche Reisebekanntschaften haben. 
Nun liegen wir eingekuschelt im Bettchen und hoffen, dass wir nicht allzu sehr bibbern müssen.

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