Zum Rila-Kloster und nach Sofia

Boah! Also das war ja nun doch etwas kalt für September. 12 Grad haben wir morgens außerhalb der Bettdecke. Aber die Sonne scheint schön aufs Womodach und so kommen wir ohne Heizung aus.
Der Vormittag läuft so dahin am Batak-See, wir haben noch ein nettes Gespräch mit Jörg und brechen dann mittags auf.
Die Strecke führt durch sanfte Berge und wunderschöne Wälder, die sich langsam gelb, braun und rot verfärben. Am Wegesrand stehen unzählige Honigverkäufer, aber auch Obst und Gemüse der Saison wird angeboten.
Kurve um Kurve fahren wir die 170 Kilometer und kommen dann im Rila-Gebirge an. Wirklich schön ist es hier, europäische Berge und Wälder haben wir vermisst, dazu die leicht herbstliche Stimmung, ja das gefällt uns.
Das Rila-Kloster ist ein orthodoxes Kloster, das bedeutendste und größte in Bulgarien und gehört auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ich glaube, das ist für uns Kloster Nr. 134, aber es ist wirklich schön!!
In der Klosteranlage geht es ziemlich streng zu. Die Kinder scheinen nicht gern gesehen zu sein. Wir werden mehrmals ermahnt leise zu sein, obwohl die beiden noch keinen einzigen Piep von sich gegeben haben. Von der Kirche selbst dürfen leider keine Fotos im Inneren gemacht werden. Aber sie ist prunkvoll dekoriert und die Wände sind über und über mit Fresken verziert.
Hinter dem Kloster geht es noch ein Stück in den Wald hinein und wir machen einen schönen kleinen Spaziergang am rauschenden Fluss entlang. Wir genießen die Abwechslung sehr. Aber wir sind wieder über 1000 Meter hoch und gegen Abend kriecht die Kälte durch unsere Klamotten. Schlafen können wir direkt auf dem Klosterparkplatz, es stehen auch noch einige andere internationale Womo’s neben uns. Ein deutsches ist aber nicht dabei.
Am Morgen geht es Zack Zack los. 8:30 ist Abfahrt, sonst müssen wir nochmal 5€ Parkplatzgebühr blechen. 
Auf geht’s nach Sofia, mal sehen, was Bulgariens Hauptstadt zu bieten hat.
Außerhalb des Zentrums gibt es einen kleinen Platz für eine Handvoll Womo’s. Ganz einfach und auf dem Hinterhof, aber alles da was man braucht. Inklusive Metrostation um die Ecke. Die nehmen wir dann auch gern in Anspruch und ab geht’s mit der Bahn in die City.
Erst tuen wir uns ein bisschen schwer mit Sofia, das liegt aber einfach daran, dass die Kinder jetzt nicht so ne Lust auf Stadtbummel haben und wir dann alle recht schnell genervt sind. Wir besichtigen die Alexander-Newski-Kathedrale.
Danach wollen wir eigentlich schon wieder zurück wegen dem Stimmungstief, aber dann finden wir doch noch kinderfreundliche Ecken. Wir durchstreifen mehrere grüne, sehr gepflegte Parks und sammeln haufenweise Kastanien. Männer sitzen zusammen und spielen Schach. Einen Kinderspielplatz entdecken wir auch und die beiden Jungs spielen Fange mit zwei bulgarischen Kindern.
Zu guter Letzt finden wir auch noch die Flaniermeile von Sofia und können uns mit Pizza und Eis stärken.
Also ja, Sofia ist ganz hübsch, jung, modern und vor allem sauber. Hier wird richtig geliebt und gelebt und die Stadt ist sehr künsterlisch. Wir sehen aber auch Armut und verrückte Menschen, also Berlin-Mitte-Verrückte, aber auch richtig Verrückte. Es gibt jedenfalls jede Menge zu entdecken und für jeden ist was dabei.

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