In Rumänien gibt es viel zu entdecken!

Ihr könnt alle aufatmen! Mit dem Womo ist alles in Ordnung, die Tour geht weiter! :-)
Nach der nun wirklich kältesten Nacht (4 Grad im Womo), sind wir nun abgehärtet und es kann nur noch besser werden.
Wir machen einen Ausflug in einen kleinen Bison-Park. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald, wir sind die einzigen Besucher, kommen wir am Gehege an und können die großen Tiere beobachten. In freier Wildbahn sind sie hier leider ausgestorben, aber in diesem Park gibt es den einzigen Bestand 100% rumänischer Tiere.
Hatte Vlad Dracul hier seine Finger im Spiel?
Hatte Vlad Dracul hier seine Finger im Spiel?
Gegen Mittag trudeln wir bei Benni’s Cousine Maria mit ihrem Mann Jens und den Kindern Tim, John, Lukas und Rebekka ein. Also ganz schön was los hier, wenn man unsere beiden Räuber auch noch dazu zählt :-)
Sie leben und arbeiten in einem rumänischen Kinderheim bzw. Internat. Das heißt, die Kinder leben hier während der Schulzeit, sind jedoch in den Ferien zu Hause. Zu Hause bedeutet für sie aber in ärmsten Verhältnissen zu leben, nur ein oder gar kein Elternteil mehr zu haben oder dort unter Gewalt zu leiden.
Maria und Jens zeigen uns die ganze Einrichtung und erklären das System. Wir sind wirklich zutiefst beeindruckt von der Arbeit, die hier alle leisten und ganz berührt von den Kindern und ihren Geschichten. 
Wer mehr darüber wissen möchte, kann mich gerne anschreiben.
Wir haben einen schönen Nachmittag und Abend zusammen, die Kinder können toll zusammen spielen und alle verstehen sich wunderbar. Wir können sogar mit unserem Womo aufs Grundstück fahren und dort schlafen. Auch den Vormittag verbringen wir noch gemütlich zusammen und dann heißt es, Abschied nehmen. Habt vielen Dank für die schöne Zeit und eure Geduld uns alles zu zeigen! Das ist ein ganz wunderbares Projekt!
Heute gehen wir dann mal wieder unter Tage. Wir fahren zur Salzmine von Turda. Und was wir dann dort sehen, haben wir im Leben nicht erwartet. Nachdem wir den recht langen Zugangsstollen bewältigt haben, geht es im gläsernen Fahrstuhl (nicht lustig, wenn man Höhenangst hat!!!)  in die riesige Abraumhalle. 120 Meter unter der Erde, findet man hier einen Freizeitpark mit Bowlingbahn, Minigolf, Billard, Spielplatz usw. Der optische Knaller ist dann noch das Riesenrad, das mitten im Raum steht. 
Eine Etage tiefer findet man eine kleine Salzinsel und drum herum kann man eine Runde Ruderboot fahren. Von oben betrachtet, sieht das Gebilde aus wie Ufo‘s. Echt total irre!!! Die Stimmung ist kaum zu beschreiben.
Die Minen werden auch als Kurort genutzt und lindern Atemwegserkrankungen.
Um 17 Uhr werden wir rausgeworfen und dann heißt es noch Schlafplatz suchen.
Wir fahren zur Turda-Schlucht 20 Kilometer weiter und finden am Schluchteingang einen großen Parkplatz, der sich bestens für die Nacht eignet. Gleich ein ganzes Rudel von Hunden beschützt und bekläfft uns die Nacht über.
Das Thema Straßenhunde ist hier in Rumänien nochmal besonders ausgeprägt. Sie begleiten uns ja nun schon seit wir Deutschland verlassen haben, aber in Rumänien scheint es gar nicht gewollt, das Problem in den Griff zu kriegen. Hier gibt es deutlich mehr von den gutmütigen Tieren, als anderswo, aber wir haben auch schon gehört, dass es teilweise zu aggressiver Rudelbildung kommen soll. Wir trafen immer nur zahme Exemplare, oft haben sie hier richtig Angst vor Menschen. Vielen fehlt der Schwanz, einige Humpeln von Verkehrsunfällen, etliche Kadaver finden sich am Straßenrand, einmal haben wir sogar beobachtet, wie ein Autofahrer einen Hund gejagt hat und ein anderes Mal fanden wir einen toten Dalmatiner-Mix am Donauufer, der wohl ertränkt wurde. Das trifft schon mitten ins Herz. Wir haben nun immer eine Dose Hundefutter und ein paar Leckerli parat, aber das Problem muss natürlich an anderer Stelle angegangen werden.
Nach dem gemütlichen Ausschlafen geht es für uns in die Turda-Schlucht. Zu so früher Stund‘ hat das Kassenhäuschen noch zu und wir sparen ein paar Taler ;-)
2 Kilometer ist sie lang, also genau richtig für unsere Jungs, um einmal durch- und wieder zurück zu wandern. 300 Meter hoch sind die steilen Felswände zu beiden Seiten, in denen sich auch einige Höhlen verstecken. Ein paar Kletterer versuchen nach ganz oben zu kraxeln. Sonst ist nicht viel los und wir genießen die Zeit in der Natur, überqueren mehrmals den Fluss über teils fragwürdige Brücken und kehren nach knapp 2 Stunden wieder zum Womo zurück.
Nun geht‘s weiter in den Nordwesten und wir genießen nochmal die schöne, wilde Landschaft in Rumänien. Also wir haben uns wirklich in dieses Land verliebt und es war eines der Überraschungseier auf unserer Reise. Zum Glück ist es nicht allzu weit von zu Hause entfernt und so werden wir ganz ganz sicher bald wieder hier aufschlagen, um noch mehr Abenteuer zu erleben. Unsere Wunschliste ist lang geworden. Der Tourismus ist hier kaum ausgeprägt, aber die Infrastruktur prima. Vorallem für Wohnmobile. Es gibt kleine Campingplätze, Wiesen an Pensionen und wir konnten auch gut freistehen ohne Bedenken. Die Straßenverhältnisse sind erstaunlich gut. 

Am frühen Abend erreichen wir den Platz in Baile Felix, einem Kurort, packen unseren Rucksack und flitzen rüber auf die andere Straßenseite zum Thermal-Freibad. Hier gibt es mehrere beheizte Außenbecken mit bis zu 36 Grad. Hier verbringen wir dann entspannt den Abend. Ach, ist das herrlich!

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Kommentare: 2
  • #1

    Opa (Sonntag, 30 September 2018 10:38)

    Ja, das schöne liegt oft genau nebenan. Schön das es euch dort gefällt. Ich hab aus meiner Jugend auch sehr viele schöne Erinnerungen von dort, war ja etliche Male mit Tommy dort. Ich weiß nur nicht ob es den Menschen früher oder eher heute schlechter geht. Zu meiner Zeit war das leid schon echt extrem. Na vielleicht verschlägt es mich dann doch nochmal dort hin. Tommy war jedenfalls auch ganz begeistert. Wünsche euch dann noch schöne restliche Tage dort. Grüß den Rest von opa

  • #2

    Maria (Mittwoch, 03 Oktober 2018 21:19)

    Danke noch mal für euren Besuch :-) war sehr schön. So wie das hier klingt sehen wir uns bestimmt mal wieder hier in RO ;-)