In Ayutthaya

Kleine Geschichtsstunde vorweg:
Diese sagenumwobene Stadt war das Glanzlicht der frühen thailändischen Geschichte und hat der aufstrebenden Nation einen Platz unter den großen Reichen Südostasiens verschafft. Errichtet wurde es auf einer kleinen Insel am Zusammenfluss dreier Flüsse. Die Flüsse boten natürlichen Schutz vor Invasoren und begünstigten den Handel. Zwischen 1350 und 1766 mauserte sich der Stadtstaat zu einem wohlhabenden Reich, wurde doch letztendlich von den Birmanen in die Knie gezwungen und das Machtzentrum der Thais wurde in die Nähe des heutigen Bangkoks verlegt. 
Die Ruinen von Ayutthaya überlebten mit vielen Kriegsnarben, sind aber noch heute in der gesamten Stadt präsent und können besichtigt werden. Und davon gibt es jede Menge. Wir suchen uns ein paar heraus und als erstes geht es, direkt gegenüber von unserem Hotel, zum Wat Mahathat und Wat Ratchaburana.
Wat Mahathat war der bedeutendste Tempel und Sitz des obersten Patriarchen. Wunderschön ist der Sandsteinbuddha anzusehen, der mit dem Wurzelgeflecht eines Bodhibaums verwoben ist.
Der Tempel von Wat Ratchaburana beeindruckt mit seiner Größe und den detailreichen Schnitzereien.
Am Abend machen wir uns auf den Weg zum Nachtmarkt. Nachtmärkte hat jeder größere Ort und öffnen nachmittags bis in die Nacht hinein.
Auf dem Markt in Ayutthaya sind Alltagsdinge und vor allem Unmengen von Snackständen zu finden. Jeder brutzelt vor sich hin. Es gibt Fleischspieße, Fisch, Muscheln, Octopus, Hühnerbeine, Obst, Undefinierbares und natürlich auch Insekten.
Freiwillige bitte vor!!!
Nachdem der Papa es vorgemacht hat, beißt auch Klaas beherzt zu, allerdings spuckt er es doch lieber aus als runterzuschlucken. Benni nascht dann gleich ein paar Stück. Die Grillen sind frittiert und schmecken eben wie Chips. Na dann guten Appetit! Zum Glück stehe ich als Vegetarier erst gar nicht vor der Wahl ;-)
Auch am nächsten Tag wollen wir uns ein paar weitere Ruinen anschauen. Wir lassen uns mit dem Tuk Tuk durch die Stadt fahren und entdecken dann unsere ersten Elefanten in Thailand. Der Moment ist ergreifend, mich berühren die Dickhäuter sehr. Und hier noch mehr, weil es so traurig ist, was für ein hartes Leben sie hier haben. Wir können es nicht verstehen, wieso Touristen diese Tierquälerei unterstützen und auf den gutmütigen Wesen reiten.
Die Tempel sind dann eben Tempel, aber die Jungs halten erstaunlich gut durch. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht Bruda (Buddha) zu entdecken und streifen nun suchend durchs Gelände.
Von unserer Guesthouse-Chefin haben wir das Spielzeugmuseum empfohlen bekommen, also laufen wir dahin. Wie überall heißt es auch hier, Schuhe bitte ausziehen. Und dann streifen wir durch die blitzblanken Gänge und staunen über die vielen antiken und teilweise skurrilen Spielsachen.
Nach harten Verhandlungen fahren wir dann wieder mit dem Tuk Tuk zu unserer Unterkunft. Hart für den Fahrer, denn ich gebe nicht nach! 
Zum Abendessen gibt es heut mal französische (?) Pizza, damit die Kinder auch mal wieder richtig satt werden :-)
Heute müssen wir umziehen, denn unser Zimmer war doch schon ausgebucht. Macht aber nichts! Das neue Zimmer ist genauso schön, nur etwas kleiner. Dafür bekommen wir Geld zurück. Na prima, davon bezahlen wir unser Tagesprogramm. Nun mal aber noch ein paar Eindrücke von unserer Unterkunft hier in Ayutthaya.
Heute machen wir eine Bootstour. Ein Tuk Tuk bringt uns zum Pier und wir steigen direkt in den Kahn ein. Der knattert dann auch sofort los, was wirklich tierisch laut ist. Außerdem läuft Wasser rein, wir sind schon ganz schief und die Schwimmwesten schließen auch nicht. Thai-Style eben. Na wird schon gut gehen :-)
Unterwegs bekommt man einen tollen Eindruck vom Leben am Fluss. Hier wird gebadet, Wäsche gewaschen, geangelt, Geschirr gespült, aber auch Abwasser und Müll entsorgt. Es ist unglaublich, dass sooo viele Fische in diesem Gewässer überleben können.
Unterwegs wird dann 3 mal angehalten, wir klettern mehr oder weniger gut aus dem Boot und wieder hinein. Besucht werden Tempel und Ruinen, die direkt am Fluss liegen. Wir treffen wieder auf einen riesigen, goldenen Buddha und können einen schönen Sonnenuntergang betrachten.
Nach 2 Stunden sind wir wieder zurück und das Tuk Tuk bringt uns nun mit bunten Bling-Bling-Lichtern und lauter Technomusik zurück :-)
Wir schlendern nochmal zum Nachtmarkt und kaufen uns frische Waffeln, unter anderem in Minionform. Die Kinder sind satt von den Waffeln, aber wir holen uns noch etwas traditionelleres Thai-Essen. Hmmm, lecker!
Das waren 4 kulturreiche Tage und wir haben uns ein bisschen mehr in Thailand eingelebt. Morgen geht es dann weiter gen Norden und wir sind gespannt, was es Neues zu entdecken gibt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu (Montag, 05 November 2018 18:11)

    Na ihr seid ja gut unterwegs:) und alles so bunt....gute Weiterfahrt. Ich freue mich auf die nächsten Bilder und Zeilen:):):