Unser langer Weg nach Pai

Rund 500 Kilometer trennen Sukothai von Pai. Für uns bedeutet das 2,5 Tage Anreise mit Pick-Up, Bus, Taxi, Zug, Fußweg, Taxi, Minivan, Taxi. Dazwischen Freud und Leid.
Es wird nochmal kräftig im Pool geplantscht, dann die Rucksäcke gepackt und der Hotelbesitzer bringt uns zum Busbahnhof von Neu-Sukothai. Wir kaufen unsere Tickets für 4€ und dann sitzen wir auch schon wieder im Bus nach Phitsonaluk. Wir fragen den Busfahrer, ob er uns bereits vorher rausschmeißen kann, wir wollen nochmal Halt an einer Shopping-Mall machen. Das ist natürlich kein Problem. Wir klappern die Elektrogeschäfte ab, aber unser gesuchtes Modell der GoPro ist leider nicht dabei. Naja, zumindest können wir gleich noch unsere Snack- und Wasserbar auffüllen, einen Erdbeersmoothie trinken und ein bisschen auf dem Spielplatz vor dem Center verweilen.
Der Taxifahrer bringt uns dann direkt zum Zug-Bahnhof und kurze Zeit später steigen wir ein. Diesmal wieder 2. Klasse im Special-Express für ungefähr 40€.
Denn trotz Special-Express soll die Fahrt bis nach Chiang Mai 6 Stunden dauern. Nach 2 Stunden haben wir bereits die Hälfte der Strecke geschafft und wir wundern uns, warum es nochmal 4 Stunden dauern soll. Doch dann geht es mitten durch den Dschungel und die Berge. Der Zug kommt also nur noch langsam voran und es soll tatsächlich noch 4 Stunden dauern, bis wir da sind.
Ich hatte schon so meine Bedenken, so lange mit den Kindern im Zug zu fahren, aber nun mal Butter bei die Fische. Ein Hoch auf iPad und Co.! Ich weiß, bei dem Thema gehen die Meinungen auseinander, aber wir können ganz klar sagen: Wir hätten die Weltreise niemals ohne KinderApps, Spiele und Filme geschafft. Ich denke, wir haben sonst einen guten Ausgleich zu den neuen Medien und warum sollen sie nicht im Zug mal 5 Stunden am Tablet hängen und zocken?! Machen wir doch auch ;-)
Zwischendurch macht der Zug für 10 Minuten Pause, sodass man sich mal kurz die Beine vertreten kann oder an einem der Stände seinen Hunger stillen kann. Wir nutzen den Stopp zum Pipi machen (Bäh!) und holen uns eine Ladung Popcorn. (Hm!)
Um 19:30 kommen wir dann in Chiang Mai an, es ist bereits dunkel. Wir laufen die 500 Meter zu unserem Hostel, springen unter die Dusche und dann ins Bett. Endlich mal wieder genug Platz für alle!
Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns nach einem kleinen Frühstück schon wieder auf den Weg. Mit dem Taxi geht es zum Busbahnhof und wir besorgen uns Tickets nach Pai. Die kosten uns 16€, aber der nächste Minivan ist bereits ausgebucht, also ist nochmal eine Stunde warten angesagt.
Pai. Ein kleines Nest in den Bergen mit einer bunt gemischten Bevölkerung aus Shan, Thailändern und muslimischen Chinesen. Zunächst war es sowas wie eine Hippien-Enklave. Schnell verbreitete sich die Kunde von diesem friedlichen Ort und mittlerweile kann die Stadt von ihrer Berglandschaft und dem entspannten Flair sehr gut leben. Die eigentliche Stadt kann in wenigen Minuten erkundet werden, doch das tatsächliche Highlight sind die nahen Hügel.
Na da müssen wir wohl selbst mal gucken und uns ein Bild machen. Bereits im Vorfeld haben wir uns über die Anreise informiert und nur Negatives gelesen. Abenteuerlustig wie wir sind, machen wir es natürlich trotzdem.
Die Rucksäcke sind auf dem Dach verstaut, jeder hat seinen Platz eingenommen, insgesamt sind wir 13 Leute in dem Van. Vor uns liegen 3 Stunden Fahrt, 140 Kilometer und 762! Kurven. Das. Ist. Nicht. Lustig.!!! Die ersten 40 Kilometer geht es raus aus der Stadt auf der Schnellstraße. Doch dann! Dann kommt die Wende! Kurve um Kurve geht es in die Berge und unser Fahrer gibt sein Bestes. Scheinbar will er heute seinen eigenen Rekord brechen. Klaas fängt an zu weinen vor Übelkeit, Lenny redet auch kein Wort mehr. Wir machen einen kurzen Stopp und dann geht es nochmal volle 1,5 Stunden wie in der Achterbahn zu. Es ist wirklich die Hölle. Die Kinder schlafen irgendwann ein zum Glück oder werden bewusstlos, wir wissen es nicht genau. Die Landschaft ist wunderschön, vermuten wir zumindest. Bloß nicht zur Seite gucken, immer schön den Blick geradeaus. 25 Kilometer vor dem Ziel geht für mich dann nichts mehr. Das Frühstück kommt Retour in die undichte Plastiktüte, aber den Fahrer kann nichts aufhalten. Doch wir erreichen Pai nach 2,5 Stunden. Neue Bestleistung für unseren Raser. Die anderen fahren 3 Stunden. Oh man! Das werden wir wohl nie vergessen. 
Die Kinder wachen auf, tun so, als wäre nichts gewesen und wir sind immer noch total benommen. Schon kommt der erste Taxifahrer, will uns zu unserer Unterkunft bringen. Für den einen Kilometer zahlen wir einen völlig überteuerten Preis. Völlig egal! Hauptsache endlich Ruhe.
Die finden wir dann auch vor, aber ich muss mich erstmal hinlegen und erholen von diesem Ritt.
Gegen Abend ziehen wir dann los und erkunden das kleine Pai. Eine Woche haben wir uns hier einquartiert. Und ich denke, man kann es hier gut aushalten :-) Ein Bericht und viele schöne Bilder kommen in den nächsten Tagen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Manu (Freitag, 16 November 2018 05:20)

    Oh, man. Nachdem lesen hat man das Gefühl dabei gewesen zu sein. Um so schöner ist es es, dass ihr gut angekommen seid. Lasst es euch gut gehen.....bis ihr den Weg wieder zurück müsst? Meine Gedanken sind bei euch :)

  • #2

    Ingo HKP (Samstag, 24 November 2018 08:07)

    Halleluja, wat fürn Tripp!?! Zum Glück ja heile angekommen und de Kids haben ihren Ersten „Rausch“ auch überstanden ;) ... Faszinierende Eindrücke die ihr uns hier im nasskalten Berlin stätig hinterlasst und somit auf eurer Reise teilnehmen lässt. Wünsche weiterhin „Glück auf“ und beste Grüße :)