Auf nach Kambodscha

Nach dem Frühstück und dem alltäglichen Schwimmunterricht im Pool, müssen wir um 12 Uhr aus unserem Hotel auschecken. Aber wir können unser Gepäck dort lassen und haben nun nochmal einen halben Tag Zeit für Chiang Mai. Wir gehen zu unserem kleinen Fitnesspark um die Ecke und lassen uns dann in den Stadtpark bringen. Es ist Sonntag, deswegen ist es recht voll, aber es ist trotzdem richtig gemütlich. Grün und gepflegt, man kann sich sogar Bambusmatten ausleihen für ein Picknick oder Mittagsschläfchen. Massieren lassen kann man sich auch. Wie übrigens an jeder Ecke in Thailand. Kosten um die 5€ pro Stunde. Die meiste Zeit verbringen wir auf dem großen Kinderspielplatz, machen Seifenblasen und füttern die Fische. Nun treibt uns der Hunger aber weiter und wir nehmen uns endlich mal eines dieser „Feuerwehrtaxis“, wie wir sie nennen.
Nach dem etwas verspäteten Mittagessen um halb 4, holen wir unsere Rucksäcke ab und fahren zum Bahnhof. Unser Zug steht auch schon bereit und wir steigen ein. 
Die Sitzplatzsuche gestaltet sich etwas schwierig, da bei der Nummernvergabe ein uns unerklärliches System verwendet wurde. Wir können dann aber noch tauschen mit ein paar Franzosen, sodass wir zusammen sitzen und auch nebeneinder schlafen können. Bereits eine Stunde nach Abfahrt ist es schon dunkel, schade, kein Dschungelfeeling heute. Gegen 20 Uhr geht ein Bahnmitarbeiter durch und klappt alle Bänke um. Nur unseres klemmt. Er arbeitet erstmal die ganze Reihe ab und kommt zum Schluss nochmal zu uns. Ein paar nervenaufreibende Minuten und verschiedene Werkzeuge später klappt es dann doch noch und wir können es uns gemütlich machen. Tatsächlich sind die Betten eigentlich recht bequem und ruhig ist es auch. Wir hatten schon so unsere Bedenken, denn eine Gruppe feierfreudiger Jugendlicher ist auch mit an Board, aber scheinbar haben die etwas Schlaf nachzuholen.
Die Kinder schlafen prima, ich so mittelmäßig und Benni eigentlich gar nicht. Kurz nach 5 Uhr werden wir dann geweckt, es ist immer noch dunkel draußen. 6:30 rollen wir im Hauptbahnhof von Bangkok ein. Super! Und wat mache wa nu? Erstmal Frühstück besorgen. Das besteht aus ein paar abgepackten Sachen aus dem 7/11, aber dann finden wir noch einen DunkinDonut. Ok, das ist jetzt nicht gerade sehr nährstoffreich, aber das geht schon mal ;-) Lecker ist es doch!
Wir können unser Gepäck im Bahnhof abgeben und fahren mit dem Taxi zum Lumphini-Park. Das war der mit den ganzen Waranen. Hier kennen wir uns wenigstens aus und können uns den Vormittag über beschäftigen. Der Park ist erst gar nicht wieder zu erkennen. Hier wurde scheinbar auch kräftig Loi Krathong gefeiert. Und außerdem ist es total voll. Wir dachten, um die Uhrzeit wären wir ganz allein hier, aber es ist ein beliebter Ort für Frühsport. Jogger, junge Leute an den Fitnessgeräten und Rentner stehen im Kreis und machen Qi Gong.
Mittags geht es zurück zum Bahnhof und mit dem supergünstigen Bummelzug sind wir nach 45 Minuten am Flughafen.
Leben an den Bahngleisen
Leben an den Bahngleisen
Hier durchlaufen wir dann das klassische Flughafenprogramm. Aber wir freuen uns, das Essen ist total preiswert. Genauso günstig und lecker wie an den Straßenständen. Ich erinnere mich an Schönefeld, wo wir einen Liter Wasser für 4,50€ kaufen mussten! Und dann sitzen wir im Flieger.
Bye Bye Bangkok
Bye Bye Bangkok
Wir starten und keine 5 Minuten später haben wir lauter Papiere zum Ausfüllen vor uns. Visaanträge, Dokumente für die Ein-, sowie Ausreise und Zollerklärungen. Ohne Scherz, obwohl wir beide kritzeln,wie die Weltmeister, schaffen wir es nicht komplett alle Fragen zu beantworten, bevor das Flugzeug schon wieder zur Landung ansetzt. Gerade mal 45 Minuten waren wir in der Luft.
Und nun blicken wir auf das grüne, feuchte Kambodscha.
Welcome to Cambodia
Welcome to Cambodia
In der rappelvollen Ankunftshalle stellen wir uns dann in der Schlange für das Visa on arrival an. Das dauert. Danach stellen wir uns in der Schlange an, um unser Visa in Empfang zu nehmen und dann stellen wir uns in der Schlange an, die zur Passkontrolle führt. Das ganze dauert ungefähr eine Stunde, kostet uns 30 US Dollar pro Person, es wäre aber tatsächlich schneller gegangen, wenn Benni dem einen Beamten Schmiergeld gegeben hätte. Nettes Angebot, aber wir lehnen ab!
Wir schnappen uns unsere Rucksäcke, draußen wartet bereits unser Tuk Tuk Fahrer. Der empfängt uns freundlich und hat sogar noch die Geduld zu warten, bis Benni eine neue SIM-Karte gekauft hat. 
Vollgepackt geht es dann zum Hotel. Wir staunen erstmal, dass hier Rechtsverkehr herrscht. Ja, ich gebe zu, ich habe mich vorab nur kurz mit der kambodschanischen Geschichte befasst, sonst wäre das wohl klar gewesen. 
Kambodscha wirkt sofort ganz anders auf mich als Thailand. Ursprünglicher, natürlicher und noch herzlicher. Ich freue mich sehr auf dieses Land. Ein Land mit einer tiefgreifenden Geschichte, wunderschöner Natur, interessanten und herzlichen Menschen, die Tempelanlagen von Angkor. Derzeit liegt Kambodscha auf dem Index der menschlichen Entwicklung auf Platz 146 von 189 Ländern. Eines der ärmsten Länder. Aber die Touristen sind enorm wichtig für dieses Land. Die meisten bleiben 3 Tage in Siem Reap um sich Angkor anzuschauen und verlassen dann wieder das Land. Wir wollen 25 Tage bleiben und mehr sehen.
Ein wahnsinns Aufgebot an Personal erwartet uns im Hotel. Unser Zimmer ist prima und wir haben alles, was wir brauchen. Für heute sind wir erstmal erledigt, gehen duschen und Abendessen. 
Der nächste Tag soll dann unser erster Regentag auf der Reise werden. Es regnet den ganzen Tag, aber das macht nichts. So sind wir mal zu einer kleinen Pause gezwungen. Wir haben 6 Tage in Siem Reap eingeplant, selbst die Hotelangestellten staunen darüber. Solange bleibt keiner. Schade! Ich denke, hier gibt es viel mehr zu sehen und zu erleben als die Tempelanlagen. Aber auf die freuen wir uns natürlich auch! :-)

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Kommentare: 3
  • #1

    Manu (Dienstag, 27 November 2018 18:32)

    Na das klingt ja ganz wunderbar :) Ich wünsche euch eine schöne Zeit, mit nur ein bisschen Regen. Knutscher für alle!!!!

  • #2

    Susanne (Mittwoch, 28 November 2018 13:04)

    Hallo Ihr Vier,

    ich bin schon gespannt auf das neue Land und verfolge Euch weiter mit großem Interesse!!

    Wünsche Euch weiterhin eine tolle Zeit!

    Liebe Grüße aus dem eisigen Hamburg (heute morgen - 2,5°, da könnt Ihr Euch noch mal besonders freuen!) Susanne

  • #3

    Dieter Schneider (Donnerstag, 29 November 2018 15:32)

    Hi, ich bin jetzt auch in Siem Reap. Muss aber kurz nach Phnom Penh für ein Permit. Liebe Grüße