Angkor Teil 2+3

Hallo liebe Reisefreunde!
Heute nur ein kurzer Bericht. Gestern hat der Presslufthammer in meinem Kopf verhindert, dass ich euch abends noch einen Blog servieren konnte und heute sitzt mir die Zeit im Nacken. 
Wir liegen gerade in Phnom Penh, Kambodschas Hauptstadt, in den Betten. Die Jungs schlafen bereits und morgen früh müssen wir uns vom Wecker wecken lassen, damit wir um 7 Uhr abreisefertig in der Lobby sitzen, denn dann sollen wir abgeholt und zum Busbahnhof gebracht werden. Bereits heute sind wir 6 1/2 Stunden mit dem Bus unterwegs gewesen, aber Phnom Penh ist erstmal nicht unser Ziel.
Ganz herzlich werden wir heute morgen im Hotel in Siem Reap verabschiedet. Jeder von uns bekommt sogar noch ein Halstuch geschenkt und Fotos werden gemacht. Bevor wir Kambodscha verlassen, wollen wir hier nochmal aufschlagen, na wir werden sehen.
So, was haben wir jetzt die letzten beiden Tage noch gemacht? Tempel, Pool, Tempel, Essen, Tempel.
Die restlichen Hauptattraktionen von Angkor wollten ja nun auch noch besichtigt werden. Alles haben wir weiß Gott nicht geschafft, das war aber auch nicht unser Ansporn. Auch wenn man für diese Ticketpreise 3 Tage lange dort schlafen dürfen sollte. 
Also was kommt einem als erstes in den Sinn, wenn man an Angkor denkt? Richtig! Angkor Wat! So geht es uns jedenfalls.

Die Tempelanlage ist zu einer Zeit entstanden, in der das Angkor Reich auf dem Höhepunkt angelangt war und einen bedeutenden Machteinfluss über weite Teile Südostasiens ausübte. Den Grundstein dazu legten die Khmer im 10. Jhd. durch den erstmaligen Einsatz von künstlichen Bewässerungsverfahren über Kanäle in der Landwirtschaft. Die Ertragssteigerungen verhalfen Angkor zu großem Reichtum. Das ermöglichte die Finanzierung und den Bau von prächtigen Tempelanlagen. Im 12. Jhd. fand die Planung und der Bau von Angkor Wat statt. Zunächst als hinduistischer Tempel entstanden, entwickelte sich der Tempel im 13. Jhd. zu einer buddhistischen Stätte und ist bis heute das größte religiöse Gebäude.

Ein paar Tierchen sind auch anzutreffen, vor allem die Affen fügen sich wunderbar ins Bild und passen einfach perfekt an diesen Ort. Sie sind zutraulich, ohne aggressiv zu sein, so nehmen wir es jedenfalls in den paar Minuten war. Aber ein Problem stellen sie natürlich trotzdem da, plündern sie doch ständig die Mülltonnen auf der Suche nach Essbarem.
Am nächsten Tag schauen wir uns irgendeinen kleinen Tempel an und Ta Prohm.
Nachdem Angkor im 19. Jhd. wieder Beachtung fand, entschieden sich Restauratoren und Architekten einen Tempel in seinem Originalzustand zu belassen. Die Wahl fiel auf Ta Prohm. Die Steine wurden nur so weit wieder aufgebaut und gesichert, dass es Besuchern möglich war, die Anlage zu betreten. Und was daraus entstanden ist, beeindruckt uns sehr. Hier scheint der Dschungel den Tempel verschlingen zu wollen. Die Natur holt sich wieder, was ihr genommen wurde.
Das sieht wirklich richtig cool aus. So haben wir uns den Dschungel vorgestellt. Was wir dabei nicht eingeplant hatten, waren Tausende von Chinesen, die vor jedem Baum ein Foto von sich machen müssen. Jeder stellt sich einzeln vor das zu bewundernde Astgeflecht und posiert in unzähligen Verrenkungen vor der Kamera, um am Abend an die 5000 Fotos bei Facebook oder sonst wo hochzuladen. Ob es dabei um das Bauwerk oder eher die Person geht, sei dahingestellt. Mich kostet es Kraft, Geduld und vor allem viel, viel Zeit ein Foto ohne Chinesen zu bekommen. Ihr merkt, ich bin immer noch leicht gestresst und genervt, wenn ich das schreibe. Ich kann es aber auch einfach nicht nachvollziehen. 
Und jetzt alle mal recht freundlich!
Und jetzt alle mal recht freundlich!
Uns reicht es nun in Angkor, es gibt wie gesagt, noch so viele Tempel zu bestaunen, aber der Speicher ist voll. Die Reise hat sich gelohnt, den Eintritt finden wir nach wie vor total überteuert. Aber wir müssen zugeben, so richtig verzaubert hat es uns nicht. Ich denke aber, dass es an den Menschmassen liegt und am Geschäft, was hier gemacht wird. Es geht nicht um Geschichte. Jeder will was vom Kuchen abhaben, viele Besucher schätzen die Anlagen nicht wert und sind nur auf der Suche nach dem perfekten Selfie. Da kommt einfach keine Stimmung auf.
Bewundernswert ist es aber allemal, was die Khmer hier geschaffen haben.
So ihr Lieben! Wir verabschieden uns dann an dieser Stelle, denn für uns geht es in den Urlaub. Morgen um die Zeit sitzen wir hoffentlich auf Koh Rong, einer Insel. Und lassen die Seele baumeln. Wir haben nun endgültig genug vom Stadtgewimmel. Ruhe und Einsamkeit muss her. Strom gibt es auf der Insel nur abends, Geschäfte keine, zu unserem Strand gelangt man auch nur per Boot, Internetempfang fraglich. 10 Tage bleiben wir auf jeden Fall dort, mit Option auf Verlängerung. Der Blog macht also eine kleine Pause. Genießt den 1. und wenn wir schon dabei sind, auch den 2. Advent. Habt eine schöne Zeit! Bis bald!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Ingo HKP (Dienstag, 18 Dezember 2018 16:50)

    Die Natur holt sich irgendwann alles zurück!!... Euch auch frohe Adventszeit gewünscht :)