Koh Rong

Koh Rong. Am Coconutbeach. Ein kleines Paradies in Kambodscha.
Der Bus bringt uns von Phnom Penh nach Sihanoukville. Diesmal ist die Fahrt ziemlich anstrengend. Um die Haupststadt herrscht ein Wahnsinnsverkehr, wir kommen nur schleppend voran oder stehen gänzlich im Stau. Die Eindrücke von unterwegs schildere ich euch ein anderes Mal. Denn wir müssen ja auf selbem Wege wieder zurück. In Sihanoukville angekommen, müssen wir nochmals 2 Stunden auf unsere Fähre warten, aber die Zeit können wir mit äußerst leckerer Pizza überbrücken und am Strand lässt es sich auch aushalten.
Um 17 Uhr bringt uns dann die Speed-Fähre innerhalb einer halben Stunde zur Insel. Wir halten am Partystrand, weiter zum Longbeach und Naturebeach, das Boot wird immer leerer und dann endlich stranden wir am Coconutbeach. Und wir sehen: Nüscht! Es ist bereits stockdunkel. Vollbepackt stapfen wir zu unserer Bungalowanlange, aber unser erster Eindruck ist schon mal ganz ordentlich.
Und dann beginnen 2 wunderbare Wochen am Coconutbeach, der übrigens so heißt, weil hier überall Kokonusspalmen stehen. Wir verlieren völlig das Zeitgefühl und können uns fallen lassen. An dieser Stelle wollen wir auch mal ehrlich zugeben, dass die letzten Wochen ziemlich Kräfte zehrend waren und die Familienharmonie total im Keller. Wir waren alle gestresst von diesem stetigen Hin und Her und den Umstellungen. Es gab viel Streit und Zickereien. Wir sind unendlich dankbar für alles was wir erleben und sehen dürfen, aber manchmal knirscht es auch im Paradies.
Und weil’s so schön ist, beschließen wir dann noch 4 weitere Tage hier zu bleiben, müssen dafür allerdings die Unterkunft wechseln. Welch ein Stress! Alles einpacken, 100 Meter weiter laufen, alles wieder auspacken! ;-)
So ein Inselleben entschleunigt in jedem Falle. Wir können gar nicht fassen, wie schnell die Tage vorbei gehen. Den ganzen Tag hocken wir im Sand oder im Wasser, was übrigens kaum kälter ist, als die Außentemperatur. 3 mal täglich setzen wir uns in eines der 5 Lokale, die es hier am Strand gibt und genießen die leckere Küche. Hin und wieder gibt es beim Barbecue fangfrischen Fisch. Wir können die Einheimischen beobachten, wie sie gänzlich ohne Hilfsmittel die Palmen hoch und wieder runter klettern um Kokosnüsse zu ernten.
Und einmal schaffen wir es sogar, uns die Schuhe anzuziehen und über die Berge zu laufen ins Dorf. Dort lernen wir dann die Kehrseite der Medaille kennen. Gewohnt wird in einfachen Holzhütten, überall liegt Müll, es gibt keine medizinische Versorgung, jedenfalls nicht für alle. Es gibt immerhin eine Inselschule, aber wieviel und was dort unterrichtet wird, ist fraglich. Wir sehen die Kinder nur draußen, keine Lehrer. Toiletten gibt es auch nicht. Verwundert werden wir bestaunt, hierher scheinen sich die Touristen wohl nicht allzu oft zu verlaufen.
Hauptstraße auf Koh Rong
Hauptstraße auf Koh Rong
Aber auch an den Stränden, an denen übrigens nur Touristen in den Bungalows wohnen, ist das Müllproblem allgegenwärtig. Jeden Morgen spülen die Wellen unendlich viel Plastikmüll an den Strand und dieser wird von den Einheimischen oder den Urlaubern eingesammelt. Auch wir schleppen das ein oder andere Teil desöfteren zum Mülleimer, aber wie geht es dann weiter? Der Müll wird nicht abgeholt von der Insel, also wird er einfach in der Natur entsorgt oder verbrannt, was genauso schädigend ist.
Aus 10 Tagen werden 14, am Ende dann aber doch nur 13. Wir haben kleine Wellen, große Wellen erlebt, mal war das Meer spiegelglatt, mal hat es heftig gedonnert und geregnet. Die letzten Tage zieht ein Sturm auf. Die Fähre fährt nur noch selten und wir müssen zusehen, wie wir wieder von der Insel runter kommen. Oder ist das etwa Schicksal? ;-)
Heute ist nun einer der stürmischsten Tage überhaupt. Wir beobachten die 9 Uhr Fähre und dabei vergeht uns alles. Wir verschieben nun erstmal unsere Buchung von 12 Uhr auf 15 Uhr und hoffen, dass sich das Meer etwas beruhigt. Der Respekt vor dem Wasser ist dann doch größer als das Vertrauen in das kambodschanische Fährunternehmen. Ob, wann und wie wir wieder zurück aufs Festland kommen, erfahrt ihr im nächsten Blog. Wir sind auch schon ganz gespannt :-)
Nun wünschen wir euch erstmal einen schönen 3. Advent. Selbst auf der Insel hat sich ein bisschen Weihnachtsdeko eingeschlichen.

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