Phnom Penh

So! Einen Tag haben wir hier nun Zeit zum Vertrödeln. Was machen wir in Phnom Penh, was den Kindern Spaß macht? Unser Frühstück beginnt mit Pancakes, das ist schon mal gut. Allerdings muss ich dazusagen, dass es die fast jeden Morgen gibt :-) Weiter geht es zum großen Spielplatz. Perfekt! Da sind wir erstmal eine Weile beschäftigt.
Weiter geht es dann in eine große Shopping-Mall. Und die sind in Asien einfach immer riesig, angenehm klimatiersiert, laut und bunt. Hier ist tatsächlich das Weihnachtsfieber ausgebrochen. Warum,wissen wir nicht. Die Jungs freuts und dann dringt tatsächlich noch „Last Christmas“ und „Jingel Bells“ in unsere Ohren. Nnnneeeeiiiiinnnnnn!!!!
Aber man muss schon sagen, das es sich hier wirklich gut aushalten lässt. Hier wird viel für Kinder geboten zum Spielen und Toben. Es gibt sogar einen extra Toilettenbereich für die Kleinen mit Mini-Klo, Waschbecken und Mini-Pissoir. Das hab ich ja noch nie gesehen. Witzig! 
Ein paar Kleidungsstücke werden auch noch ausgetauscht, die leiden dann doch ganz schön unter der Handwäsche und sie werden ja auch einfach oft getragen.
Ein Supermarkt und eine Fressmeile sind auch vorhanden. Ihr seht schon, wir haben hier zu tun. Ist aber auch wieder heiß heute da draußen.
Wir hatten uns eigentlich vorgenommen, den Königspalast zu besichtigen. Nun schlägt der mit 10 Dollar Eintritt pro Person ganz schön zu Buche und soll auch nicht so spektakulär sein. Irgendwie schade, interessiert hätte es mich schon, aber zwei nölende Kinder da durchzuschleifen ist auch keine Option.
Seit 2004 regiert König Norodom Sihamoni in Kambodscha. Im Alter von 9 Jahren wurde er zur Ausbildung nach Prag geschickt. 1976 kehrte er zurück, kurz nachdem die „Roten Khmer“ die Macht übernommen hatten und wurde mit der restlichen Königsfamilie unter Hausarrest gestellt.
Kambodscha ist aus dem Königreich Kambuja hervorgegangen, dessen eindrucksvolle Bauten wir in Angkor bewundern konnten. 1863 kam Kambodscha unter französische Vorherrschaft und wurde später Teil Französisch-Indochinas. Nach der Unabhängigkeit 1953 blieb das Land zunächst von den militärischen Konflikten in Indochina verschont, wurde aber nach einem Militärputsch 1970 in den zweiten Indochina-Krieg hineingezogen. Nach Jahren des Bürgerkriegs errichteten 1975 die Roten Khmer ihre Schreckensherrschaft, die nach Schätzungen weit über 2 Millionen Todesopfer forderte.
Kurze Erklärung: Die Khmer sind ein ethnisches Volk, die seit dem 3. Jhd. auf dem Land Kambodschas leben. 97% der Bevölkerung hier sind Khmer.
Die Roten Khmer waren eine maoistisch-nationalistische Guerillabewegung die unter  dem berüchtigten Pol Pot in Kambodscha an die Macht kam. Sie vertrieben fast vollständig die Bevölkerung Phnom Penhs, zerstörten kulturelle Stätten, errichteten Folterzentren, töteten Mönche, Intellektuelle und alle, die ihnen in die Quere kamen. Dies alles mündete im Genozid in Kambodscha, der weltweit traurige Berühmheit erlangte. 
Nach dem gewaltsamen Sturz der Roten Khmer und der Zerschlagung ihres Regimes durch vietnamesische Invasionstruppen, wurden sie erneut zu einer Untergrundbewegung und erst 1998 vollständig aufgelöst. Die juristische Aufarbeitung ihrer Verbrechen begann erst 2000 und dauert bis heute an.
Die Khmer haben also eine traurige, grauenvolle Geschichte in jüngster Zeit erlebt. Die Folgen werden wohl noch lange zu spüren sein.
Den Nachmittag verbringen wir zwingend etwas ruhiger. Ein Magen-Darm-Virus hat mich erwischt. Das hätte ja auch an ein Wunder gegrenzt, wenn das in Kambodscha nicht passiert wäre. In der Nacht leidet dann auch Benni unter dem Durchfall. Na das kann ja eine heitere Busfahrt werden!
Wir stopfen uns am Morgen mit Hefetabletten voll und dann ist der Laden erstmal dicht. Seit dem nichts mehr! Und essen konnten wir heute Abend dann auch schon wieder relativ normal. War also zum Glück nur ne Eintagsfliege. Hoffentlich!
Die Busfahrt dauert heute wieder ewig lange 6 Stunden. Obwohl wir den Busfahrer vom letzten Mal erwischen, der auf der Hupe sitzt und in einem Affenzahn durch Kambodscha heizt.
Wieder in Siem Reap geht’s mit dem Tuk Tuk zu unserem Hotel vom letzten Mal und wir werden freudig in Empfang genommen. Alle sind begeistert, dass wir wieder da sind, denn für das Personal ist es äußerst wichtig einen guten Eindruck zu hinterlassen und das Gäste wiederkommen oder das Hotel weiterempfehlen. Auch dieses Hotel steht unter kambodschanischer Leitung und hat viele Auszubildende. Wir finden es mittlerweile total wichtig, darauf zu achten. 
Es fühlt sich ein bisschen an, wie nach Hause kommen. Wir kennen uns aus und machen uns morgen nochmal einen entspannten Tag in Siem Reap. 

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Kommentare: 1
  • #1

    manuela (Freitag, 21 Dezember 2018 09:25)

    Ihr Lieben, Daaaanke für die letzten 3 Blogs und die schönen Bilder und all das wissenwerte über die besuchten Orte. Bis ganz bald Knutschi