Im Khao Sok Nationalpark

Koffer und Rucksäcke sind gepackt, die Reise geht weiter! Unser Taxifahrer bringt uns zum Bahnhof von Hua Hin und wir warten auf den Zug. Und warten und warten. Denn der hat nämlich eine Dreiviertelstunde Verspätung. Das kommt wohl auch außerhalb von Deutschland vor!
In 5 Stunden sollen wir in Surat Thani sein. Wir mummeln uns dick ein, denn im Zug herrschen gefühlte Minusgrade. Die Zeit vergeht dann doch recht schnell und wir beobachten online die Wettervorhersage. „Pabuk“ hat sich angekündigt. Der schlimmste Tropensturm seit 30 Jahren in Thailand. Und er soll genau über die Gegend hinwegfegen, in die wir gerade fahren. Na wunderbar! Das wird spannend.
In Surat Thani angekommen, empfängt uns  bereits unser Fahrer, der uns nach Khao Sok bringen soll. Wir haben mal wieder einen von der rasanten Sorte erwischt, trotzdem ist es bereits dunkel, als wir am Cabana Resort ankommen.
An diesem Abend gehen wir gleich um die Ecke noch ganz lecker essen. Das wird dort nicht das letzte Mal gewesen sein.
Am nächsten Morgen stellen wir dann fest, dass die Anlage wirklich ganz hübsch ist und vor allem mitten im Dschungel. Doch leider lässt uns „Pabuk“ die nächsten 2 Tage ruhig angehen. Vom Sturm bekommen wir überhaupt nichts mit, nicht mal ein Lüftchen weht, aber es regnet und regnet. Die Luftfeuchtigkeit beträgt ungefähr 2000%, die Wäsche wird nach dem Waschen eher noch nasser, als dass sie trocknet.
Wir beschließen trotzdem, mit bunten Plastiktüten bekleidet, in den Nationalpark zu stapfen.
Wir löhnen jeder 8€ Eintritt und dürfen einen Teil alleine wandern. Für größere Touren muss man sich einen Guide nehmen. Aber uns reicht heute der kleine Spaziergang. Regen im Regenwald. Das muss eben auch mal sein, es soll ja alles schön wachsen. Wir bestaunen das viele, viele Grün, was hier sprießt und gedeiht und nach oben fast keine Grenzen kennt. Nach einer Pause am Fluss haben Lenny und Klaas dann keine Lust mehr und so kehren wir zu viert wieder um. Auf dem Rückweg wundern wir uns über laute Rufe aus dem Wald, tippen auf einen Vogel, erfahren dann aber zufällig von einem Guide, der an uns vorbeiläuft, dass es sich hier um Gibbons handelt. Cool!
Zurück am Bungalow berichten uns die anderen 3 von einer großen Spinne, die sie getroffen haben.
Am nächsten Morgen staunen wir nicht schlecht, als wir früh von einer Affenbande besucht werden. Fast hätten sie ein Handy erwischt, freuen sich dann aber über eine Dose Kaugummis. Die werden erst ausgekippt, dann gekostet und später vom Dach auf uns geworfen. Na schönen Dank, jetzt möchten wir sie auch nicht mehr. Danach nehmen sie das Hotellager auseinander. Klopapier, Wattestäbchen, Seife. Alles wird zerpflückt.
Später treffen wir noch hinter unseren Bungalows am Fluss auf eine ganze Herde, bestehend aus bestimmt 20 Affen. Die halten sich natürlich gerne bei den Menschen auf. Hier gibt es immer was zu holen.
Am Nachmittag hört der Regen dann auf und wir laufen ein Stück weiter am Fluss zu einer Badestelle. Nun gut, das Wasser ist ganz schön frisch, aber an einem Seil kann man sich prima über das Wasser schwingen und reinfallen lassen. Das wird dann auch von allen männlichen Reiseteilnehmern ausgiebig getestet.
Für den nächsten Tag buchen wir eine Tour, denn der Regen soll nun endgültig vorbeigezogen sein und so freuen wir uns auf den Cheow-Lan-See.
Zusammen mit einer spanischen Familie werden wir per Minivan vom Hotel abgeholt und in einer guten Stunde zum See gefahren. Zwischendurch halten wir zu Hause beim Fahrer an, der sich von seiner Tochter eine Tüte mit grünen Blättern geben lässt. Ein Teil der Blätter wird sowohl bei der Einfahrt, als auch bei der Ausfahrt in den Nationalpark an die Ranger verteilt. Wir beobachten, wie das Grün vom Strunk abgezogen und danach gekaut wird. Nach unserer Eigenrecherche handelt es sich um Kratom, ein Rauschmittel, ähnlich der Kokablätter. Nun gut, uns scheint es das Vorankommen zuerleichtern.
Auf dem großen Parkplatz sind wir dann bei Weitem nicht die einzigen. Jede Menge Boote warten auf jede Menge Tagesgäste.
1980 wurde der Khao Sok Nationalpark ins Leben gerufen und kurz darauf noch einmal erweitert, nachdem der Staudamm gebaut wurde. Der somit entstandene Cheow-Lan-See gehört seitdem mit zum Park und ist ein beliebtes Touristenziel.
Zusammen mit einigen anderen sitzen wir in einem der Longtailboote und düsen über den See. Dabei geht es ziemlich nass zu. Wie in einer Wildwasserbahn peitscht das Waser links und rechts nach oben und je nach Windlage und Sitzplatzauswahl, ist man danach tropfnass. Wir genießen dennoch die wunderschöne Landschaft.
Raue Kalksteinfelsen umschlungen von sattem Grün und eingerahmt durch die Frische des Sees bietet sich hier ein fantastischer Anblick. 
Nach einer guten Stunde legen wir an und bekommen ein leckeres Mittagessen. Danach hat man die Wahl zwischen einer Wanderung zur Höhle oder Freizeit am See. Wir entscheiden uns für zweiteres und steigen nach dem Essen in die Kajaks. So ein Kajak ist doch eine recht wackelige Angelegenheit und man muss sich erstmal dran gewöhnen. Eines unserer 3 Boote kentert gleich zu Beginn und die Insassen sind einmal komplett im Wasser. Ich sag nur soviel, die Kinder und deren Eltern bleiben trocken :-)
Dann kann es aber losgehen und schon stecken wir auch so richtig tief im Dschungel. Adler ziehen ihre Kreise über uns und wir sind umgeben von einer wahnsinns Geräuschkulisse. Wir hören lautes Knacken und bei näherer Betrachtung sehen wir, wie sich riesiger Bambus biegt und bricht. Wir paddeln ganz nah ran, können aber einfach kein Tier ausfindig machen. Es muss aber in jedem Falle ein ziemlich großes gewesen sein.
Im Park leben noch einige wenige Elefanten, Tiger, Leoparden, verschiedene Affenarten, der Nashornvogel, Malaienbären und noch viele mehr. Wir sind froh auf dem Wasser unterwegs zu sein, hier kann uns ja nichts passieren. Krokodile gibt es hier in dem See übrigens keine.
Nach 2 Stunden auf dem Wasser kommen wir wieder zurück und springen erstmal ins erfrischende Nass. Die Schwimmwesten noch an, macht das richtig Spaß. Die Jungs füttern die Fische und dann ist es auch schon Zeit, wieder loszufahren. Die Rückfahrt wird dann nochmal so richtig feucht. Die Bootsführer auf ihren trockenen Plätzen sind sichtlich erfreut über den Anblick der nassen Touris, die sie hier rumkutschieren.
Mit dem Minivan geht es dann wieder zurück, allerdings müssen wir auf halber Strecke umsteigen, wir verlieren Kühlwasser. 
Am Abend gibt es dann sehr leckere Pizza und ein bisschen traurig sind wir, dass wir nicht noch mehr Abenteuer im Nationalpark erleben konnten. Das Wetter hat uns einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hätte noch viele Wasserfälle, Höhlen oder Flusstouren gegeben. Aber nun gut, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Für uns geht es nun weiter ans Meer!

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Kommentare: 2
  • #1

    Jule (Montag, 07 Januar 2019)

    So viele tolle Bilder!!

  • #2

    Ulli (Montag, 07 Januar 2019 13:57)

    Hallo zusammen und allen noch ein schönes, gesundes neues Jahr.
    Es freut mich, dass es euch allen gut geht. Habt weiter schöne gemeinsame Tage und viele tolle Erlebnisse. Ich genieße mit Freuden alle eure Einträge und Bilde bzw Videos.
    Und es freut mich, dass beim Kajakfahren die Kinder, Benni und Simon, und ihre Eltern, Manu und Rainer, trocken geblieben sind. -:) -:) -:)