Railay

Vom Khao Sok Nationalpark geht es dann per Minivan Richtung Küste. Und was für ein Van. Ein ganz neues Teil, bequeme Sessel, die Decke mit Gold und Spiegel verziert. Nur die Klimaanlage macht auf halbem Wege schlapp.
Der Fahrer nimmt nicht die Hauptroute und so durchqueren wir auf einer Nebenstraße jede Menge Palmöl- und Kautschukplantagen. Interessant zu sehen, aber traurig zu wissen, wieviel Regenwald dem weichen musste und somit vielen Tieren der Lebensraum genommen wurde, damit wir unsere Autos fahren, Nutella essen und Hunderte Sorten Duschgels benutzen können.
An unserer Bungalowanlage angekommen, ist die Stimmung erstmal etwas gedämpft. Statt einem paradiesischem Strand finden wir rauen Sand, trübes Wasser und lauter Gestein vor. Als wir allerdings eine Stunde später wieder am Strand vorbeischauen, stellen wir fest, dass gerade Ebbe ist und sich das Wasser noch weiter zurückgezogen hat. Wir fühlen uns an die Nordsee erinnert und nun können wir auf Entdeckungstour gehen. Jede Menge Seesterne, Krabben und Seegurken tummeln sich jetzt vor unseren Füßen.
Nach einem ausgiebigem Abendessen mit wirklich reichhaltigen Portionen lassen wir den Abend am Wasser ausklingen, welches nun wieder ganz nah ans Ufer schwappt.
Der nächste Tag wird zum Ruhetag erklärt. Wir hängen am Strand ab, futtern, beobachten die Gezeiten.
Mittwoch steht ein Ausflug an. Mit dem luftigen Taxi geht es nach Ao Nang und von dort aus weiter mit dem Longtailboot nach Railay. Wir zahlen 3€ für unser Bootticket und der Kapitän schippert uns mit lautesten Motorgeräuschen in 15 Minuten nach Railay, was schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Die schroffen Kalksteinfelsen erreichen hier ihren Höhepunkt. Dazwischen immer wieder feinster Sandstrand. So sieht wohl das Paradies aus. Allerdings muss man sich die Menschenmassen wegdenken. Dutzende Resorts wurden hier gebaut und die Touristen vom Festland werden mit Booten täglich angekarrt.
Ein schattiges Plätzchen ist schnell gefunden. Die Jungs bleiben mit Oma und Opa am Strand, während Benni, Simon und ich auf Entdeckungstour gehen wollen.
Wir überqueren einmal die Landzunge und kommen auf der anderen Seite ebenfalls an einem Strand an. Viele Leute sind hier zum Klettern unterwegs, die steilen Felswände bieten sich perfekt dazu an. Wir haben anderen Pläne. Wir wollen zum Aussichtspunkt und danach zu einer Lagune. Der Weg ist schnell gefunden, allerdings sehr steil. An Seilen geht es immer weiter hoch, bloß nicht runter gucken.
Das geht so eine ganze Weile, bis wir oben auf dem Plateau ankommen. Durch dichten Dschungel geht es weiter, immer mal wieder nehmen wir den falschen Weg, treffen auf tierische Weggefährten, bis wir doch noch endlich den Aussichtspunkt erreichen. Schön!
Nun soll es ja noch weiter zur Lagune gehen. Wir erspähen ein Schild, auf dem allerdings steht, dass der Abstieg an dieser Stelle nicht erlaubt ist. Also suchen wir einen anderen Weg.
Werden aber nicht fündig. DAS muss der Weg sein! Es kommen uns auch ein paar Leute entgegen. Wir ignorieren also die 1000 Baht Strafe, die fällig werden, wenn wir da runter stapfen und los geht’s! Es geht nun wieder abwärts durch dichten Wald und kurze Zeit später geht es richtig steil runter. Voller Körpereinsatz ist gefragt, kein falscher Tritt erlaubt.
Nach einigen scheinbar unüberwindbaren Kletterpassagen schaffen wir es doch noch und stehen an der Lagune. Ein magischer Ort!
Wir gönnen uns eine Abkühlung im Wasser, was salzig schmeckt. Es gibt eine unterirdische Verbindung zum Meer. 
Nur wenige andere sind mit uns zur selben Zeit da, aber nach und nach kommen immer mehr. Wir beschließen also den Rückweg anzutreten, der genauso viel Konzentration und Kraft erfordert. Nach 2 Stunden landen wir wieder heil auf sicherem Boden und machen uns noch auf den Weg zur Princess-Höhle. Auch diese liegt an einem kleinen, verborgenen Strand, geheim ist dieser allerdings nicht. Wie die Ölsardinen in der Dose tummeln sich die Menschen am Strand. 
Die Princes-Höhle ist auch nicht sehr spannend, aber besonders. Seht selbst!
Na habt ihr es erkannt? Lauter Phallussymbole. In diesem Schrein wird von Einheimischen Phra Nang geehrt. Die Holzfiguren sollen die Göttin besänftigen, guten Fischfang bringen oder Kinderwunsch erfüllen.
Wir machen uns zurück zu den anderen und machen dann nochmals einen Spaziergang.
16 Uhr geht es dann für uns alle mit lautem Geknatter wieder zurück nach Ao Nang und zum Hotel.
Railay ein wunderbarer, bildschöner Fleck Erde mit vielen Sehenswürdigkeiten und tollen Stränden. Leider hat er komplett seinen Charme verloren durch den Tourismus. Wirklich schade!
Morgen geht es für uns weiter! Wir lassen bald wieder von uns hören.

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Kommentare: 2
  • #1

    Jule (Mittwoch, 09 Januar 2019 18:29)

    Wow aufregende wandertour. Gut, dass euch nichts passiert ist. Aber ein schönes Ziel hattet ihr. Wirklich schade, wie alles durch diese vielen Menschen sein Charme verliert.
    Euch morgen eine gute Weiterfahrt zum nächsten Hotel :) liebste Grüße

  • #2

    Susanne (Donnerstag, 10 Januar 2019 16:29)

    Tolle Bilder, vor allen Dingen das Sonnenuntergangsfoto! Whow! Wünsche Euch weiter viele zauberhafte Eindrücke! Liebe Grüße Su �‍♀️