Kuala Lumpur

Ach Kuala Lumpur! Ja, hier waren wir gern! Wir, als selbst Hauptstadtkinder (mal mehr mal weniger gern), haben uns wohl gefühlt. Was für eine vielfältige Mischung uns hier erwartet, haben wir vorher nicht gewusst. Und wir dachten schon, Thailand ist bunt. 
In Kuala Lumpur treffen sich unterschiedlichste Völker, Kulturen, Religionen. Und in dieser Stadt leben sie alle friedlich gemeinsam Tür an Tür. Tempel an Moschee, Pagode an Kirche. Natürlich war das nicht immer so und es gibt auch heute noch Spannungen, aber das Volk hat aus seinen Fehlern gelernt und überwiegend klappt das ganz prima.
52% sind Chinesen, 39% Malaien, 6% Inder und der Rest ist zusammengewürfelt aus Araber, Sri Lanker, Europäer, Indonesier und Philippiner. Die meisten sind Muslime, aber auch Buddihsten, Hinduisten und Christen sind vertreten. Alle tragen ihre Religion und Kultur nach außen und keiner stört sich daran.
Malaysia war bis 1957 britische Kolonialmacht. Auch das spiegelt sich teilweise im Stadtbild wider. Klar, hier herrscht Linksverkehr, aber es gibt auch viele Pubs, in denen Bier und Fish and Chips angeboten wird. Englisch spricht hier sowieso jeder. 
Gern hätten wir uns auch die Bezirke Little India und Chinatown angeguckt, aber wir haben es dann einfach nicht mehr geschafft und am letzten Tag ist Lenny auch noch krank geworden. Aber vielleicht kommen wir hier in ein paar Wochen nochmal vorbei.
Ansonsten haben wir Kuala Lumpur als sehr modern empfunden. Die Hochhäuser, Wolkenkratzer, Shoppingmalls, alles ist topausgestattet. In einigen Dingen ist man uns in Deutschland weit voraus. Die vielen Kulturen machen die Stadt sehr lebendig.
Nachdem wir uns wieder etwas besonnen haben und alles entspannter sehen, erkunden wir die Stadt. Taxifahren ist hier supergünstig und per App wird man auch überall einfach abgeholt. Ok, man muss auch mal warten, wenn gerade zum
Gebet gerufen wird. Das geht dann vor. Aber sonst klappt es problemlos. Nur der eine Taxifahrer, der sich so sehr für unsere Reise interessiert, so viele Fragen hat, dass er sich dabei 4 mal verfährt, kostet etwas mehr Zeit. Aber er ist dabei so sympathisch, dass ihm schnell verziehen ist :-)

Kuala Lumpur Eco forest park

Mitten in der Stadt wurde einfach ein Stück Regenwald stehen gelassen. Und das nur 10 Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt. Das Highlight ist der Canopy Walk. Ein Baumwipfelpfad in 200 Metern Höhe. Es gibt aber noch viele weitere verschlungene Wege und Pfade, von denen man Ausschau halten kann nach Vöglen, Schmetterlingen und Äffchen. 
Raus kommen wir dann direkt am Fernsehturm von Kuala Lumpur, der stolze 421 Meter in den Himmel ragt. Damit ist er höher als unser Berliner Turm und ist der siebthöchste der Welt. Von unserem Balkon aus können wir uns jeden Abend die Lichtershow des Fernsehturms anschauen.

Botanischer Garten

Der schöne weitläufige Park lädt zum Spazieren ein. Gut, das finden die Kinder schnell langweilig, ist ja klar. Aber dann entdecken wir ein riesiges Spielplatzgelände, an dem man sich tagelang austoben könnte.
Dem botanischen Garten ist der Vogelpark angeschlossen, der auch wirklich hübsch aussieht von außen, aber mit 45€ Eintritt zu Buche schlägt. Das wollen wir uns dann nicht leisten, sollen die Vögel doch eh lieber im Freien umher flattern. Ach nee, geht ja nicht. 80% des malaiischen Regenwaldes sind ja schon abgeholzt. :-(

Batu Caves

Mein persönliches Highlight dieser Tage in Kuala Lumpur. Die Batu Caves. Benni würde wohl anderes berichten, aber nun gut, ich bin hier der Schreiberling.
Wir lassen uns zum Hauptbahnhof bringen, besorgen uns gleich unser Zugticket für die Weiterreise und warten dann auf den Kumuter Train. Quasi die S-Bahn. An deren Endhaltestelle befinden sich die Höhlen. Wir zahlen ca. 2€ für uns alle und tuckern in einer Stunde bis zu unserem Ziel. Wirklich schnell geht’s nicht vorwärts. Das besondere an der Bahn sind die extra Abteile für Frauen und Kinder. Das bedeutet, Frauen dürfen auch in den öffentlichen Abteilen fahren, allerdings haben sie auch die Möglichkeit unter sich zu bleiben. Im ersten Moment wirkt das natürlich etwas befremdlich, aber ich nutze das Angebot gerne mit den Jungs. Zum einen ist dort viel mehr Platz (Benni muss stehen) und irgendwie fühlt man sich tatsächlich etwas geschützter. 
Gerade als europäische Frau ziehe ich hier viele Blicke auf mich, die mir nicht immer angenehm sind.
Nun aber zu den Höhlen. An der Endstation herrscht dann ganz schönes Gedränge. Vor allem Inder sind hier unterwegs. Die Batu Caves sind ein hinduistischer Ort. Auf dem Weg dahin kommen wir an einigen Ständen vorbei, an denen es allerhand kulinarisches und KrimsKrams zu erstehen gibt.
Hier geht es lebhaft und bunt zu. Und ja, ich muss gestehen, es riecht. Es riecht sehr streng, manchmal steigt einem wirklicher übler Gestank in die Nase, vor allem auf dem Weg nach oben zur Höhle. Auf den 272 steilen Stufen liegt dann aber auch allerhand Müll, Dreck und wohl die Exkremente der Affen, die hier hausen.
Erst vor ein paar Tagen hat hier das Thaipusam-Fest stattgefunden. Es zählt zu den dramatischsten und größten Hindu-Festivals, bei denen der Gott Subramaniam geehrt wird. Dabei geht es mitunter sehr schmerzhaft zu. Haken und Spieße werden dabei an den Körpern angebracht. Dementsprechend ist der Ort sehr vermüllt, aber auch sehr bunt. Alles wurde frisch gestrichen. Ein Fest für die Augen. Ich bin ganz begeistert von den vielen Farben und den Menschen, die so sehr anders sind, als wir selbst.
Besonders imposant ist die fast 43 Meter hohe Statue Subramaniam, die vor den Höhlen wacht. Aber auch die Kalksteinhöhle selbst wirkt riesig. 100 Meter hoch. Im Inneren sind mehrere Tempel und Altare. Sie ist ein Anlaufpunkt für viele Gläubige und Pilger. Gebete und verschiedene Rituale werden abgehalten.
Auch auf dem Vorplatz gibt es noch einen wunderschönen Tempel zu besichtigen. Schuhe aus und rein. Wahnsinn! Diese Farben! Einfach unglaublich. Ein Erlebnis, dass wir so schnell nicht vergessen. So viel Neues, Fremdes, so viele Eindrücke, die auf uns einprasseln.

Petronas Towers und KLCC Park

Auch die Petronas Türme, ein Wahrzeichen der Stadt liegen nicht weit entfernt von uns. Eine kurze Taxifahrt später stehen wir vor den beeindruckenden Türmen. Ein Wolkenkratzerpärchen, das von einem Mineralölkonzern gebaut wurde und mit 452 Metern überall Blickfang in der Stadt ist.
Am Fuße der Türme befindet sich der KLCC Park. Ein Paradies für unsere Jungs. Eine große Poollandschaft wartet auf die beiden, mit allem, was das Kinderherz begehrt. Picobello sauber und gepflegt und dazu noch kostenlos. Wow! Und nebendran ein nicht enden wollender Spielplatz.
Hier sind wird natürlich eine Weile beschäftigt. Zurück laufen wir dann. Und zwar über den Skywalk. Das ist quasi die Fußgängerzone in Kuala Lumpur’s. Es gibt selbstverständlich auch normale Bürgersteige, aber eben auch den Skywalk, der 30 Meter über den Straßen verläuft. Man hat somit keinen Verkehr, keine Ampeln, dazu noch ist es kürzer und klimatisiert. Toll!
Skywalk
Skywalk
Ja irgendwie werden wir die Stadt vermissen. Wir haben die 10 Tage genossen, vor allem unsere Wohnung, aber auch die vielen Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Wir haben längst nicht alles gesehen, das war zur Zeit aber auch nicht unser Ansporn. Wir haben uns auf jeden Fall wieder zusammengerafft, das ist das Wichtigste.
Morgen steht dann ein Umzug an. Aber wir freuen uns auch wieder auf Neues!
Heute ist übrigens Weltreisetag 300!!! YEAH!!!

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Kommentare: 3
  • #1

    Manu (Montag, 28 Januar 2019 05:55)

    Oh man, sehr beeindruckend und welche Farben!!!!!! Es ist doch unglaublich, was die Welt so bereit hält. Danke für den ausführlichen Bericht;););)

  • #2

    Kathrin (Montag, 28 Januar 2019 21:41)

    Wow...tolle Bilder und wie immer ein fesselnder Bericht! Unglaublich, dass schon 300 Tage vergangen sind...das heißt genießen genießen genießen!!!

    LG aus der Heimat

  • #3

    Susanne (Mittwoch, 30 Januar 2019 18:25)

    Hallo Ihr Vier,

    ich bin vollkommen fasziniert von den Farben der Tempel, dem Urwald mitten in der Stadt und Euren lebendigen Schilderungen! Ich hab wieder eine ganze Menge über diese Region gelernt.

    Genießt Eure letzten Wochen und die Wärme, hier ist es norddeutsch kalt und grau.

    Viele liebe Grüße Susanne