Ipoh

Von Kuala Lumpur aus reisen wir mit dem Zug weiter. Der Bahnhof gleicht mehr einem Flughafen, ist blitzblank und richtig gut organisiert. Auch der Zug ist sehr komfortabel, aber wie soll es auch anders sein, eiskalt! Darauf sind wir ja nun schon vorbereitet und kramen für Reisen durchs Land jedes Mal unsere Strickjacken hervor.
Katze auf dem Fließband??? ;-))
Katze auf dem Fließband??? ;-))
Allgegenwärtige Smartphone-Sucht
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Mit dem Zug geht es dann in die Stadt Ipoh, welche ca. 200 Kilometer nördlich von Kuala Lumpur liegt. Während der Fahrt geht es an etlichen Palmölplantagen vorbei. Einst „Stadt der Millionäre“ genannt wegen des hohen Zinnvorkommens, sind heute viele der Reichen von Ipoh nach Kuala Lumpur und Singapur gegangen. Übrig bleiben rund 670.000 Einwohner, überwiegend Chinesen. Der Islam prägt das Stadtbild. Frauen sind fast ausschließlich mit Kopftuch anzutreffen, bereits die kleinen Mädchen. Männer und Frauen machen vieles getrennt voneinander. Generell geht es hier recht streng zu. Das ist uns bereits in Kuala Lumpur aufgefallen. Es gibt viele Regeln und bei Nichteinhaltung ertönt sofort die Trillerpfeife oder man wird mit Worten zurechtgewiesen. Da darf man z.B. als Erwachsener nicht auf Schaukeln sitzen, der Sand darf den Buddelkasten nicht verlassen oder es dürfen keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ausgetauscht werden.
Auch hier haben wir uns wieder eine schicke 3-Zimmer-Wohnung am Rande der Stadt in einem Hochhaus gemietet. Natürlich mit allem PiPaPo. Fitnessbereich, Spielplatz, Poollandschaft, Kicker, Tischtennis usw. Hier gibt es alles. Diesmal zahlen wir sogar nur 43€. Unglaublich!
Die Woche in Ipoh durchzieht leider eine Erkältung seitens der Kinder. Jeder hat mal Fieber oder zusätzlich Ohrenschmerzen. Von daher verbringen wir die meisten Tage zu Hause, was ja nicht schlimm ist. Wir haben ja alle Annehmlichkeiten vor der Tür.
Ipoh ist umgeben von Bergen. Unsere Ausflüge gehen in die Natur, von Stadt haben wir genug. Mit dem Taxi fahren wir zum Gunnug Lang Park. Mit einem kleinen Boot werden wir in 5 Minuten über einen See geschippert. Allerdings müssen wir etwas warten, denn vor uns ist eine Gruppe mit Muslimen angekommen. Und dort dürfen erst die Männer in dem Boot, danach die Frauen rübergebracht werden. Auf der anderen Seite erwartet uns dann ein Spielplatz, ein schöner Garten und einige Tiere. Vor allem Vögel, aber auch Ponys und Strauße sind hier zu Hause. Und selbstverständlich treiben sich auch hier wieder die Affen rum.
An einem anderen Tag begeben wir uns zum Kek Lok Tong Tempel. Ein Höhlentempel, der seit 1920 als Ort der Verehrung genutzt wird. Im Inneren des riesigen Kalksteinfelsen befinden sich Stalaktiten und Stalagmiten, aber auch zahlreiche chinesische Buddahstatuen und Bodhisattvas.
Die Höhle kann man gänzlich durchqueren und gelangt auf der anderen Seite zu einem schönen Zen-Garten. Hier wandeln wir durch das Grün, betrachten die chinesischen Figuren, entdecken Eidechsen und machen Picknick.
Unser letzter Ausflug bringt uns zum Perak Cave Tempel. Ebenfalls ein Höhlentempel, der 1926 von einem chinesischen Buddhisten ausgebaut wurde. Die Höhle ist noch größer und schön dekoriert. Am Ende gelangt man zu einer Treppe, die einen in 500 Stufen bis nach oben auf den Berg bringt. Eine schweißtreibende Angelegenheit und wir sind mal wieder als Motivationscoaches gefordert.
Aber wir kommen alle 4 oben an und haben einen tollen Rundumblick. Nagut, die eine Seite bietet nur ein weitläufiges Fabrikgelände und den Kindern ist die Aussicht auch herzlich egal :-)
Außerdem verbringen wir noch 2 Nachmittage in der kleinen Tobewelt, die an unseren Supermarkt angeschlossen ist. Kommen die Jungs also auch noch auf ihre Kosten.
In der Spielhölle
In der Spielhölle
Das war’s für uns in Ipoh. Die Stadt in die sich nur wenige Touristen verirren. Wir haben uns auch nicht die Altstadt angeschaut mit ihren Kolonialgebäuden und ihrer Streetart, aber dafür haben wir einfach eine Woche hier gelebt und uns unters „normale Volk“ gemischt. So lernt man das Land ja doch am Besten kennen.
Beeindruckende Streetart und hoffentlich noch viel mehr erwartet uns nun in der nächsten Stadt, morgen ziehen wir weiter!
Abendstimmung vom Balkon
Abendstimmung vom Balkon

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