Happy Chinese New Year!

Von Ipoh geht es mit dem Bus weiter. Und der Busbahnhof stellt diesmal eine kleine Herausforderung da. Laut, heiß, unübersichtlich. Zum Glück hatten wir unsere Tickets schon online gebucht, davon sieht die Frau am Schalter in ihrem Computer leider nichts. Benni steht der Schweiß auf der Stirn. Denn es sind Feiertage in Malaysia und alles reist durchs Land. Eher unwahrscheinlich, dass wir anderweitig einen Platz bekommen. Aber alles wendet sich zum Guten. Unsere Plätze sind doch reserviert, wir können fahren. 
Ganz bequem geht es in gut 2 Stunden nach Butterworth, also weiter in den Norden. Dort steigen wir spontan aus und fahren das letzte Stück mit der Fähre. Wir hätten auch mit dem Bus über die Brücke auf die Insel Penang fahren können, aber zum einen ist die Fähre kürzer und zum anderen natürlich spannender.
Auch hier herrscht Trubel und Durcheinander, aber für 50 Cent für Hin- und Rückfahrt für alle wollen wir bestimmt nicht meckern.
In Georgetown angekommen, ordern wir uns ein Taxi und lassen uns in unsere Airbnb-Wohnung bringen. Alles klappt reibungslos und unsere Unterkunft ist wie immer top.
In der Nacht werden wir dann pünktlich zu Mitternacht durch Feuerwerk geweckt. Jap, wir feiern nochmal Sylvester. Es ist Chinesiches Neujahr, was in ganz Malaysia gefeiert wird. Nach dem chinesischen Kalender beginnt nun das Jahr des Schweins. Die Feierlichkeiten finden jedes Jahr Ende Januar oder Anfang Februar statt und werden auch Frühlingsfest genannt. Es ist das wichtigste Fest der Chinesen und umfasst traditionell 15 Tage. Die ganze Familie kommt zusammen und Chinesen aus aller Welt reisen um den Globus um zueinander zu finden. Dieses gilt als die größte Migrationsbewegung der Welt und stellt eine enorme Herausforderung an den Verkehrssektor dar. Außerdem ist das Fest ein fester Kalkulationfaktor in der Wirtschaft, denn im Clan werden alle Familienangelegenheiten und Interessen besprochen und einige Chinesen werden nach dieser Zeit nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Überall in der Stadt hängen rote Lampions, die Glück bringen sollen. Sonst bekommen wir eher weniger mit von den Feierlichkeiten, da wir etwas außerhalb des Zentrums wohnen.
Das wollen wir aber die nächsten Tage nachholen. Am Wochenende sollen Drachen- und Löwentänze aufgeführt werden. Das wollen wir uns anschauen.
Den ersten Tag lassen wir kindgerecht im Park angehen. Und der ist wirklich schön. So viele tolle Spielplätze und eine große Poollandschaft laden zum Verweilen ein. Alles ist wieder für jedermann kostenlos zugänglich und sehr sauber. Da gerade Ferien sind, ist es recht voll.
Und auch hier fällt wieder auf, wie wunderbar die verschiedenen Kulturen und Religionen miteinander harmonieren. Die meisten sind Muslime und Inder, da fallen wir ganz schön auf und sind der Blickfang im Planschbecken. Aber wir werden einfach aufgenommen und die Jungs spielen mit anderen Kindern Wasserball.
Am nächsten Tag fahren wir zum Sentral Beach, der nur ein paar Kilometer von uns entfernt liegt. Der wiederum ist ziemlich leer und bietet tollen Sand zum Burgen bauen und jede Menge Muscheln können gesammelt werden. Das Wasser ist zwar herrlich warm, aber leider können wir nicht schwimmen gehen. Hier treibt sich der Jellyfish rum, eine giftige Quallenart, die bei Berührung üble Reaktionen hervorruft, die sogar tödlich enden können. Hm, nein danke!
Aber dank der vielen Hochhäuser sitzen wir den ganzen Vormittag entspannt im Schatten. Ja, man merkt, der Winter neigt sich langsam dem Ende zu. Die Temperaturen klettern weiter nach oben und sind stetig über 30 Grad.
Und heute gehen wir dann mal so richtig auf Entdeckungstour in Georgetown.
Georgetown ist die Hauptstadt der Insel Penang und UNESCO Weltkulturerbe. Zunächst kleine Geschichtsstunde ;-)
1786 ging’s hier los. Die ersten Inder besiedelten die Insel, da sie strategisch perfekt gelegen war in der Straße von Melaka, eine der wichtigsten Handelsstraßen auf dem Meer in Südostasien. Haben die Chinesen dann auch gemerkt und kamen hierher. Später noch die Araber, Portugiesen, Niederländer und zum Schluss die Briten. Und alle haben ihre Spuren hier hinterlassen. Was übrig bleibt, ist eine multikulturelle Stadt, die bunt, alt, modern, klein, gemütlich, stylisch, verschieden, historisch und nochmal bunt ist.
Außerdem ist die Stadt bekannt für ihre vielen Streetarts. Und genau die wollen wir heute suchen.
Nachdem wir aus dem Bus steigen, treffen wir direkt auf die Kapitan Kling Moschee. Eine der ältesten und größten Moscheen der Insel. Wir sind neugierig und betreten das Gotteshaus. Wir werden direkt von einer freiwilligen Führerin in Empfang genommen, passend eingekleidet und herumgeführt. Wir waren so gespannt, ob eine Moschee in Malaysia sich von einer in der Türkei unterscheidet. Ja, sie sind anders. Wir bleiben weiterhin unserem Herzen treu. Wir finden die Moscheen im Orient detailreicher und mit schöneren Mustern verziert. Aber nichts desto trotz, sind wir froh hier eintreten zu dürfen und den Worten der Führerin zu lauschen.
Nun streifen wir weiter durch die Altstadt und saugen alles in uns auf. Inklusive verschiedenen Eissorten und Smoothies.
Alles ist wirklich wahnsinnig bunt und an jeder Ecke gibt es etwas aus einer anderen Kultur zu entdecken.
Schnell finden wir auch schon die ersten Streetarts. Diese Kunst ist noch ganz neu in Georgetown. 2012 begann Ernest Zacharevic aus Litauen hier mit ein paar Bildern für das Penang Culture Festival. Und wurde damit weltbekannt. Seitdem kommen jährlich immer mehr Bilder dazu.
Toll, Toll, Toll! Die Motive sind überall in der Altstadt zu finden. Manchmal gar nicht so leicht. Leider ist es gar nicht so einfach, die Bilder vor die Linse zu bekommen. Die Stadt ist wegen Neujahr voll und ihr wisst ja bereits Bescheid um die Selfiesucht der Asiaten. Aber ein paar großartige Schnappschüsse bekommen wir trotzdem zu Stande. Hier kommen noch mehr Bilder!!
Zwischendurch genießen wir immer wieder das Schlendern durch die Gassen und machen Pause in einem kleinen Park. Ja gut, hin und wieder fällt es schwer alle beisammen zu halten. Klaas ist das Gelatsche in der Hitze eindeutig zu viel. Aber hier mal ein Eis, da mal ein Fecher oder Kette gekauft, können wir beide bei Laune halten. Auch wir trauen uns jetzt, das ein oder andere Souvenir zu ergattern, allzu lange müssen wir ja nun nicht mehr schleppen :-)
Zu guter Letzt treffen wir auf dem Weg zur Bushaltestelle noch auf unseren guten Freund Mr. Bean. Der ist nämlich gerade sehr aktuell in unserer Familie und wird gerne geguckt. Das ist dann natürlich das Lieblingsbild der beiden Weltreisejungs.
Ach, das war schön! Und wir haben immer noch nicht alles gesehen. Nächste Woche kommen wir nochmal her und bestaunen die restlichen Kunstwerke.

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Kommentare: 3
  • #1

    Tante jule (Donnerstag, 07 Februar 2019 18:38)

    Wow soooo schöne bunte Bilder. Das sieht richtig richtig toll aus dort! Gefällt mir sehr!!! Lasst es euch gut gehen und ich will dann zuhause alle streetart Bilder sehen, die ihr schießen konntet (ohne Chinesen mit drauf :D)
    Aller liebste Grüße an euch alle :)

  • #2

    Manu (Freitag, 08 Februar 2019 04:56)

    Schön und wieder was gelernt.....so bunt hab ich mir Malaysia gar nicht vorgestellt. Und die Bilder supi :);):)Liebste Grüße Ma

  • #3

    Ursula Kapa (Freitag, 08 Februar 2019 23:25)

    Hallo Ihr Lieben,
    nun bin ich dank Uli und Georg auch online und kann alle eure Reiseberichte und Bilder
    In Ruhe genießen. Ich freue mich darauf. Laßt es euch weiterhin gut gehen und seid
    lieb gegrüßt von eurer Oma und Uroma.