Pulau Pangkor

„Und, fahrt ihr auch nach Langkawi?“
Diese Frage hörten wir oft in den letzten Wochen. Langkawi ist DIE Insel auf der mailaischen Halbinsel, auf der sich die meisten Touristen tummeln. Wir haben gelesen, gesucht, beratschlagt, aber irgendwie einfach nicht das Passende für uns gefunden. Und irgendwie hatten wir auch einfach keine Lust auf eine große Insel mit vielen Touristen, das hatten wir in letzter Zeit zur Genüge. Also muss ein anderes Ziel her. Gern wären wir an die Ostküste Malaysias gereist. Dort wimmelt es von traumhaften Stränden und Inseln. Blöd nur, dass dort gerade Regenzeit herrscht und die meisten Unterkünfte auch gar nicht geöffnet haben.
Da muss sich doch noch was finden lassen. Und tatsächlich! Nach einiger Recherche stoßen wir auf die Insel Pangkor. 12 km lang, 4 Kilometer breit, nur ein paar vereinzelte kleine Hotels. Das soll es sein.
Nachdem wir uns von Georgetown verabschiedet haben, steht ein langer Reisetag vor uns. Taxi, Fähre, Bus, Fähre, Taxi. Geschafft! Wir sind da. Mit diesem coolen Gefährt geht es vom Festland rüber nach Pangkor.
Wir legen an der „Hauptstadt“ an und ein Dutzend Taxifahrer stürmt direkt auf uns ein. Zum Glück ist es völlig egal, welchen wir nehmen, denn der Preis ist fest. Für knappe 4€ werden wir zum Hotel gebracht und merken gleich, dass es hier anders zugeht. Sauber und geordnet ist vorbei. Die alten Taxibusse würden in Deutschland schon lange keinen TÜV mehr bekommen, technischer Schnickschnack unnütz, Gurte keine. Helm trägt auch niemand mehr und zu viert auf dem Roller ist keine Seltenheit. Ja, das passt für uns. Je näher wir unserer Unterkunft kommen, umso ruhiger wird’s. In einem kleinen Dorf, also eine 200 Meter lange Straße, ist unser Hotel und wir fühlen uns gleich wohl. Zunächst hatten wir ja gar keine Lust mehr auf diese Art von Wohnen. Zu gut hat uns unser unabhängiges Leben in einer eigenen Wohnung gefallen. 
Aber doch, hier ist es wirklich schön.
Zur einen Seite liegt der unberührte Dschungel, zur anderen Seite das Meer. In der Gegend lebt eine Horde von Affen, die einmal täglich die Hotelanlage auseinander nehmen. Nichts darf draußen liegenbleiben. Wir treffen sie aber auch auf der Straße und am Strand.
Nun gut, an die haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt. Sie gehören zu den Tropen, wie die Tauben in Berlin.
Aber ganz besonders haben es uns die Hornbills angetan. Die Nashornvögel. Auf Pangkor gibt es jede Menge davon und die haben es hier wirklich gut.
Sie leben in den hohen Baumwipfeln des wilden Dschungels, haben aber auch Vertrauen gefasst zu den Menschen. Mehrmals täglich fliegen sie knapp über unsere Köpfe auf der Suche nach Futter. Die Einheimischen stellen Obst für die Vögel bereit und auch wir dürfen sie füttern. Wenn sie satt sind, flattern sie einfach wieder davon und lassen sich hin und wieder blicken. Toll! Hier klappt das Leben mit Tier und Mensch prima.
Naja und sonst machen wir eben das, was wir auf kleinen Inseln immer so machen. Nicht viel :-) Denn das ist unser letzter Strandurlaub. Die letzten 2 Wochen ist nochmal Programm angesagt, von daher wollen wir es ruhig angehen lassen. So ganz klappt das dann aber leider nicht. Das viele Baden und Tauchen führt bei beiden Weltreisejungs zu einer heftigen Ohrenentzündung. Zum Glück gibt es auf der Insel einen Arzt, der uns jede Menge Medikamente verschreibt. Die beiden sind auch wirklich schmerzgeplagt und bis zum Abflug müssen sie Ohren wieder heile sein. So zögern wir nicht lange und geben ihnen die volle Dröhnung.
Die ersten Tage können wir aber voll und ganz genießen und uns treiben lassen.
Sogar baden gehen kann man hier wieder im Meer, nichts von gefährlichen Quallen zu sehen oder zu lesen. Vorsichtig sind wir natürlich trotzdem. Auch hier ist Ebbe und Flut wieder stark ausgeprägt und bei einer Wanderung während Ebbe können wir zahlreiche Korallen, wabbelige Seegurken, Krabben und einen geheimen Strand entdecken.
Heute waren wir nochmal beim Inseldoktor. Der ist ganz zufrieden und so genießen wir guter Dinge unseren letzten Tag auf Pulau Pangkor.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Jule (Donnerstag, 21 Februar 2019 18:05)

    Tolle Entscheidung mit so einer kleinen Insel! Wieso sich so viel Chaos mit so vielen Touristen antun? Genießt die Ruhe und werdet alle schön gesund!! Und die Vögel sehen wirklich toll aus! :D
    Liebste Grüße

  • #2

    Manu (Freitag, 22 Februar 2019 07:15)

    Ihr Lieben, wunderschön!!! Gedanklich war ich ganz bei euch. Gute Besserung für die beiden Jungs- Rainer hat ganz dolle mitgefühlt. Bis ganz bald